Fußballer im Blickpunkt

Daniel Pfromm ist zu einhundert Prozent Unterhaun

Zeitreise: Daniel Pfromm im Kreisoberliga-Spiel im April 2013 bei der SG Haunetal (Pfromm ist im Zweikampf mit Gerry Kukucska rechts zu sehen).
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Zeitreise: Daniel Pfromm im Kreisoberliga-Spiel im April 2013 bei der SG Haunetal (Pfromm ist im Zweikampf mit Gerry Kukucska rechts zu sehen).

Wenn einer fußballerische Spuren hinterlassen hat in der Vergangenheit, dann ist es Daniel Pfromm. Der 34-Jährige ist seit seiner Geburt tief verwurzelt mit dem SV Unterhaun.

Unterhaun - Daniel Pfromm befindet sich im Home Office. Dieser Zustand ist für ihn nicht neu. Schon seit März dieses Jahres ist das so. „Man gewöhnt sich an alles“, bemerkt der in Kassel beschäftigte Baukaufmann. „Wir arbeiten oft an Baustellen. Doch jetzt fehlt der soziale Aspekt.“

Sozialer Aspekt im Beruf hin oder her – in seiner Freizeit hatte der vor allem einen Namen: Fußball. Seitdem er denken kann, kickt er für den SV Unterhaun. „Mir ist der Bezug zum Verein unglaublich wichtig“, betont Daniel. „Ich bin direkt neben dem Sportplatz groß geworden. Man wächst in eine Gemeinschaft rein. Es ist wie ein Sog.“ Er wisse nicht, ob er so erzogen worden sei, spüre aber die Verpflichtung, „dem Verein etwas zurückzugeben“.

Und Pfromm hat dem SV Unterhaun schon bis heute viel gegeben. ,„Irgendwann wächst man in die Position rein und entwickelt ein Gefühl, wichtig zu sein.“ Er organisiert Mannschaftsfahrten, ist in Planungsdinge des Vereins involviert oder erstellt Organisationspläne.

Dabei hat die fußballerische Begabung sein Profil reifen lassen. Worüber er verfügt, das ist sehr begehrt unter Kickern: der linke Fuß. Es ist mehr als nur ein Gefühl: Daniel streichelt den Ball. Kaum einer ist so gut zu der Kugel wie er. Sensibilität und Gespür wohnen in seiner „linken Klebe“.

Der Unterhauner sagt selbst über sich, er besitze die Fähigkeit, vieles zu erahnen und im Voraus zu erkennen. Er spiele mit Kopf Fußball. Daniel ist ein Instinkt- und Straßenfußballer. Er wisse, wann er das Spiel schnell und wann er es langsam machen müsse. Und er ist auf der Position gelandet, die am besten zu ihm passt. Als Junior spielte er im Sturm, dann als Zehner, als Achter – schließlich landete er auf der Sechs.

Das hängt eng mit seinem einjährigen Aufenthalt in Eiterfeld zusammen. 2009 wagte der Unterhauner beim einzigen Vereinswechsel seiner Laufbahn den Sprung in die Verbandsliga. Eiterfeld war Vorletzter – bis Andreas Herzberg zur Winterpause das Amt des Trainers übernahm. Der beorderte Daniel auf die Sechs – meist zusammen mit Johannes Richter. „Mit unserem ersten Sieg in Lohfelden begann eine starke Rückrunde, in der wir eine der besten Mannschaften waren“, erinnert sich Daniel. „Das Jahr in Eiterfeld war fußballerisch sehr prägend und der Beweis, dass ich es schaffe, in der Verbandsliga zu spielen.“

Dreimal spielte Daniel mit dem SV Unterhaun in der Relegation. In seinem ersten Jahr im Männerbereich stieg er 2005 unter Trainer Stefan Huff in die Bezirksliga Nord auf – zwei Jahre später gelang der Sprung in die Bezirksoberliga; Norbert Kallée war der Coach.

Im letzten Spiel der Serie unterlag Unterhaun beim Meister Hessen/SpVgg mit 2:6 – vor 1000 Zuschauern. Auch dieses Erlebnis zählt Daniel zu Höhepunkten seiner Laufbahn. „Ich habe als Dorffußballer viel erleben dürfen“, schiebt er nach. In seiner Jugendzeit war er in Finnland, Österreich, der Schweiz und zu mehreren Stationen des adidasCups in Deutschland unterwegs.

Kein Wunder, dass er sagt: „Fußball hat mein Leben bestimmt. Und es wäre die Krönung, nächstes Jahr noch einmal in der Kreisoberliga zu spielen - und als Meister aufsteigen zu können.“ Die Voraussetzungen könnten kaum besser sein. Achtmal trat der SV Unterhaun bisher an im „zweiten Teil des Corona-Jahres“, achtmal siegte er und führt die Rangliste der „A2“ an. Daniels Leben als Fußballer wäre noch reicher.

Von Walter Kell

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