Fußball-Verbandsliga

„Ich bin ein wenig enttäuscht“ - Klajnszmit über Ende als Trainer in Lichtenau

Hört zum Ende der Saison 20/21 als Trainer des Fußball-Verbandsligisten Lichtenauer FV auf: Rafal Klajnszmit.
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Hört zum Ende der Saison 20/21 als Trainer des Fußball-Verbandsligisten Lichtenauer FV auf: Rafal Klajnszmit.

Fußballtrainer Rafal Klajnszmit aus Eschwege ist ein Mann der klaren Worte. Wir sprachen mit ihm über die Entscheidung des Lichtenauer FV, seinen Vertrag nicht zu verlängern.

Eschwege - Wir sprachen mit dem 49-Jährigen über seinen Vertrag, die sportliche Situation in Lichtenau und seine eigene Zukunft.

Über seinen Vertrag

„Als Erstes möchte ich betonen, dass ich zu unserem Sponsor Gerhard Klapp und unserem Sportlichen Leiter Erkan Kilci ein sehr gutes Verhältnis habe“, so Klajnszmit. Aus diesem Grund sei er ein wenig überrascht und irritiert gewesen, als er erfahren habe, dass der LFV sich im Sommer aus finanziellen Gründen von ihm trennen müsse.

„Denn im Gegensatz zu den Spielern wurde ich nicht gefragt, ob ich auch bei reduzierten Bezügen weiterhin als Trainer zur Verfügung stehen würde. Darüber bin ich ein wenig enttäuscht“, sagt Klajnszmit.

So sei von vielen Menschen die Berichterstattung in der WR und der HNA so interpretiert worden, dass er nicht kompromissbereit sei und der finanzielle Aspekt für ihn im Vordergrund stehe. „Genau das ist aber nicht der Fall und wer mich kennt, der weiß das“, sagt er.

Im Vordergrund stehe für ihn der maximale sportliche Erfolg. Selbst ein weiteres Jahr als Trainer in der Verbandsliga habe er sich vorstellen können, da er der Überzeugung sei, dass in Lichtenau noch viel erreicht werden könne. „Aber leider wurde ich nicht gefragt. Ich möchte betonen, dass mir immer klar war, dass der aktuelle Vertrag bei einem Nichtaufstieg nach einem Jahr beendet ist“, sagt er.

Über die Gründe, warum nicht mit ihm gesprochen wurde, könne er allerdings auch selbst nur spekulieren. „Ebenso war ich etwas überrascht über die schnelle Bekanntgabe des neuen Trainerduos“, sagt der 49-Jährige. Fakt sei nämlich auch, dass sich sein Vertrag im Fall eines Aufstiegs um ein Jahr verlängere. Und dies sei immer noch möglich, so lange bis die Saison abgebrochen werde.

Sportliche Situation

„Ich habe die Hoffnung noch nicht verloren, dass wir zumindest die Hinrunde noch zu Ende spielen können und eine sportliche Wertung der Saison erfolgt. Das wären für uns noch sieben Spiele und wenn wir alle gewinnen, sind wir Meister und steigen in die Hessenliga auf“, sagt Klajnszmit. Das sei sein Ziel und er werde alles daran setzen, es gemeinsam mit seiner Mannschaft zu erreichen.

Zwar würde aktuell noch nicht wieder trainiert, aber dennoch sei es keine fußballlose Zeit für den Trainer. „Ich bereite mich zu Hause mit Spielanalysen auf die Gegner vor, gegen die wir antreten müssen und arbeite an Trainingskonzepten, um im Fall des Falles bestens vorbereitet zu sein“, so der 49-Jährige.

Das Saisonziel der Lichtenauer Verantwortlichen und die Vorgabe an ihn sei gewesen, in der Tabelle oben mitzuspielen. Bei einem möglichen Neustart wolle man das Beste aus der Ausgangsposition machen und die Früchte der eigenen Arbeit ernten. „Und da ich sportlich sehr ambitioniert bin, ist mein Ziel natürlich der Aufstieg in die Hessenliga“, sagt Klajnszmit.

Seine Zukunft

„Um ehrlich zu sein, hänge ich aktuell etwas in der Luft, was meine Zukunft betrifft“, so der Trainer. Nach den Presseartikeln hätten sich einige Vereine bei ihm gemeldet, um das Interesse an einer Zusammenarbeit abzufragen. „Das ehrt mich, aber ich habe einen gültigen Vertrag in Lichtenau“, sagt Klajnszmit.

Als Mitglied im Bund deutscher Fußballlehrer wisse er, welche Konsequenzen es haben könnte, wenn er nun einem anderen Verein eine Zusage erteile und plötzlich zwei Verträge habe. „So muss ich abwarten, was die nächsten Wochen bringen. Wobei mir schon klar ist, dass andere Interessenten nicht ewig auf mich warten werden.“ Er sei aber optimistisch und gehe davon aus, dass sich am Ende alles finden werde. (Stefan Konklowsky)

Zur Person

Rafal Klajnszmit (49) ist seit der vergangenen Saison Trainer des Lichtenauer FV in der Fußball-Verbandsliga. Der gebürtige Pole spielte in der 1. und 2. Liga seines Heimatlandes, ehe er im Jahr 1990 zum Hallescher FC wechselte und in der Regionalliga spielte (bis 2004). Dann trainierte er unter anderem die Verbandsligisten Weidenhausen und Eschwege. Vor seinem Wechsel nach Lichtenau stand er beim SV Reichensachsen unter Vertrag.

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