Leichtathletik

Sprint-Meister Steven Müller: „Ich freue mich tierisch“

Leichtathletik, Deutsche Meisterschaft 2020, Das obligatorische Siegerfoto: Steven Müller nach dem Titelgewinn im Finale über 200 Meter in Braunschweig.
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Das obligatorische Siegerfoto: Steven Müller nach dem Finale über 200 Meter in Braunschweig.

Überglücklich war der Kasseler Student Steven Müller über den Gewinn der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig im Sprint über 200 Meter.

Kassel/Braunschweig – Es waren Titelkämpfe auf Abstand – und erneut mit einer starken Leistung von Steven Müller aus Kassel. Der Sprinter verteidigte bei der 120. Deutschen Meisterschaft in Braunschweig, die aufgrund der Corona-Pandemie unter strengen Hygienevorschriften stattfand, mit einem Meter Vorsprung und in 20,79 Sekunden seinen Titel über 200 Meter. Wir haben mit dem 29-Jährigen, der für Friedberg-Fauerbach startet, gesprochen. Das sagt Müller über…

eine besondere Meisterschaft : Aufwärmplatz, Call-Room, direkt zum Start – man musste sehr schnell hintereinander viele Stationen abarbeiten, meist Mundschutz tragen. Im Stadion war es ohne Zuschauer mega ruhig. Klar ist man als Athlet im Tunnel, kriegt nicht viel mit, aber gerade nach einem Sieg ist es auch schön, die Freude der Zuschauer zu erleben. Das fehlte – wie die Kirsche auf der Sahnetorte.

den Finallauf: Beim Start war ich noch gar nicht richtig oben, da hat der Starter schon geschossen. Als ich ausgangs der Kurve Druck machen wollte, habe ich gemerkt, dass der Muskel Gluteus ein bisschen zumacht. Ich musste mich konzentrieren, locker zu bleiben. Deshalb konnte ich nicht mehr so viel an Geschwindigkeit draufpacken, wie ich es mir erhofft hatte. Für diese Umstände war die Zeit in Ordnung. Ich bin mit dem Finallauf zufrieden – er war okay, aber nicht ganz rund.

sein Gefühl im Ziel: Bei etwa 160 Metern wusste ich, dass es mit dem ersten Platz klappen könnte. Im Ziel habe ich mich dann aber doch kurz gefragt, ob es mit der Zeit zum Sieg gereicht hat. Als dann Steven Müller als Sieger an der Tafel aufleuchtete, habe ich gedacht: Jawohl! Geil! Ich freue mich tierisch über den Titel, zum zweiten Mal hintereinander. Es hat sich gelohnt, im Corona-Jahr noch einmal auf ein Ziel hinzuarbeiten.

seine aktuelle Form: Auch aufgrund der Corona-Situation haben wir viel alternativ trainiert – viel im Ausdauerbereich gemacht, auch den Start verändert. Die Schnelligkeit stand weniger im Fokus. Dafür bin ich gut in Form. Ich bin bislang gut durch die Krise gekommen. Im Vorlauf bin ich mit einer 20,71 nach 150 Metern ausgetrudelt. Da hat man gesehen, dass ich noch Luft nach oben habe.

den Druck der Titelverteidigung: In früheren Jahren ist mir als Favorit schon durch den Kopf gegangen, nur keinen Fehler zu machen. Mit der Erfahrung steht für mich wirklich im Vordergrund, meine jeweils beste Leistung zu zeigen, im Hier und Jetzt zu bleiben. Wenn dann ein Sieg dabei herausspringt – umso schöner. Ich freue mich sehr, dass ich den Titel verteidigen konnte.

die nächsten Wochen: Ich hatte jetzt schon zuletzt viele Wettkämpfe. Jetzt geht es erst einmal in die verdiente Pause. Ich muss noch eine Klausur an der Uni nachschreiben, dann mache ich vielleicht noch spontan Urlaub – mal schauen, was da angesichts von Corona funktioniert. Vielleicht geht es nach Griechenland ans Meer. In sechs Wochen startet er dann die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele.

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