SVH Kassel baut am Samstag gegen Schlusslicht Apolda auf Routinier Sharnikau

Igor will die Trendwende

Kampfgeist ist gefragt: Igor Sharnikau (Mitte), hier gegen die Pohlheimer Daniel Hirz (links) und Mathias Kartak (rechts). Archivfoto:  Fischer

Apolda? Beim Namen dieser thüringischen Stadt werden bei Igor Sharnikau schlechte Erinnerungen wach. „Das war ein hartes, ganz merkwürdiges Handballspiel“, erinnert sich das baumlange Rückraum-Ass der SVH Kassel an den 19. September, als die Harleshäuser zum Regionalliga-Hinspiel beim HSV antraten. Sharnikau wurde damals „ungerechtfertigt“, wie er sagt, disqualifiziert. Weil er - so steht’s im Spielbericht - „einen Gegenspieler beim Sprung im Gesicht traf“.

Damals gab’s nach dem Abpfiff keine Aussprache, und so erwartet Sharnikau nun im Rückspiel zwischen SVH und HSV am Samstag um 19 Uhr in Harleshausen „eine aufgeheizte Stimmung“. Zumal die Kasseler nach drei Niederlagen in Folge gegen das Tabellenschlusslicht unbedingt die Trendwende schaffen wollen.

Entscheidend ist, so sieht es Trainer Adalsteinn Eyolfsson, „was die Schiedsrichter an Härte zulassen“. Aber er ist auch sicher, dass sich seine Mannen wie schon beim 26:22-Erfolg im ersten Duell dem Schlagabtausch stellen werden: „Spielerisch allein werden wir nicht zum Erfolg kommen, wir müssen großen Kampfgeist einbringen.“

Dabei baut der Isländer nun nicht zuletzt auf Igor Sharnikau, der „eine richtig gute Saison spielt“. Der Weißrusse ist bereit, im personell ausgedünnten Team noch mehr Verantwortung zu übernehmen: „Am liebsten spiele ich natürlich auf halblinks. Aber es geht auch am Kreis, halbrechts und auf der Mitte.“ Zumal er wegen einer Schulterverletzung beim Wurf derzeit nicht voll durchziehen kann und sich so mit der Rolle als Denker und Lenker, wie vom Coach gewünscht, gut arrangiert. Dass er dabei nun 45, 50 Minuten auf der Platte steht, sei konditionell kein Problem: „Die Hauptsache ist, dass ich der Mannschaft helfen kann.“

Das steht außer Frage. „Igor hat großen Respekt im Team. Er gibt alles und wächst jetzt mit der Aufgabe als Führungsspieler für die Nachwuchsleute“, lobt Trainer Eyolfsson den Weißrussen. Für den ist Handball mehr als Sport, schließlich bestimmt das Spiel auch das Familienleben nachhaltig. Ehefrau Julia (38), die als Moderne Funfkämpferin einst Vize-Europameisterin der Juniorinnen war, betreut als Physiotherapeutin die gesamte SVH-Mannschaft. Und gemeinsam trainiert das Ehepaar Sharnikau die Harleshäuser E-Jugend, in der auch Sohn Daniel (10) schon Handball spielt. Allerdings nicht so hart wie das Team aus Apolda.

Von Gerald Scahumburg

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