„Die Engländer liegen uns“

Im Kreis herrscht nach der Gruppenphase der DFB-Elf Optimismus

England wird geschlagen: Im Kreis sind sich Sportler und Verantwortliche einig, dass die DFB-Elf auch gegen England jubelt – wie hier Robin Gosens beim 4:2-Erfolg am 14. Juni gegen Portugal. FOTO: Imago
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England wird geschlagen: Im Kreis sind sich Sportler und Verantwortliche einig, dass die DFB-Elf auch gegen England jubelt – wie hier Robin Gosens beim 4:2-Erfolg am 14. Juni gegen Portugal.

Die Erleichterung war riesengroß, als Leon Goretzka mit seinem Treffer zum 2:2-Ausgleich im Spiel gegen Ungarn das Ticket für das Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft 2020 perfekt machte, in dem die deutsche Nationalmannschaft nun in London auf England trifft.

Eschwege –Aber so sehr die bisherigen Leistungen von Jogis Spielern von unseren Befragten durchaus kritisch betrachtet werden, so haben alle beim Blick auf den am kommenden Dienstag anstehenden Fußball-Klassiker die gleiche Meinung: Die DFB-Elf wird am Ende als Sieger den Einzug ins Viertelfinale schaffen.

„Spätestens im Elfmeterschießen werden wir uns durchsetzen“ so die Prognose des ehemaligen Post-Nationalspielers Frank Beck. „Die Einstellung gegen Ungarn hat nicht gestimmt, teilweise hatte ich das Gefühl, das Spiel war schon im Vorfeld gewonnen“, so der Germeröder, dem auch die Ideen im deutschen Spiel fehlten.

Der Dreierkette mit Gündogan und Kroos kann er ebenfalls nichts abgewinnen und findet damit auch Zustimmung beim Weidenhäuser Landesligaspieler Luis Goebel. „Damit stehen wir einfach zu defensiv, mit Goretzka sah es dann besser aus“, hofft er auf ein Umdenken beim Bundestrainer. „Wir haben einfach keinen Lukaku oder Ronaldo in der Box“, vermisst der Dauerrenner beim SVA eine echte Nummer Neun im Nationaltrikot, schaut aber dennoch optimistisch nach vorne.

„Die Englänger liegen uns, Im Viertelfinale mit Schweden oder der Ukraine wartet ebenfalls kein unschlagbarer Gegner und auch in einem eventuellen Halbfinale gegen die Niederländer hätten wir gute Siegchancen“, glaubt er noch an einen längeren Aufenthalt der Deutschen im Turnier.

Bisher nur wenige Spiele der Europameisterschaft hat sich Friedhelm Rimbach, seines Zeichens Urgestein der Fußballer der SG HNU, angesehen. „Wir tun uns halt sehr schwer gegen defensiv stehende Gegner. Und das ewige Ballgeschiebe im Mittelfeld ist ebenfalls nicht schön anzuschauen und wenig effektiv dazu“, sieht er noch viel Steigerungspotenzial in den nun folgenden Spielen.

„Diese Situationen liegen uns, von daher können wir positiv nach vorne schauen“, geht er ebenfalls davon aus, dass der Auftritt in London nicht der letzte im Turnier sein wird. Ähnlich sieht es Patrick Gries, der Trainer des Fußball-Kreisbberligisten TSV Wichmannshausen. „Das Glück war bei uns. Ohne Zentrumstürmer haben wir mit unserm System gegen tief stehende Gegner kaum Mittel, um zum Erfolg zu kommen. Aber aufgrund der Mentalität und der eigentlichen Spielstärke ist einiges möglich. England ist definitiv nicht stärker als wir“, geht er ebenfalls von einer erfolgreichen Qualifikation für das Viertelfinale aus.

Sieg gegen England

Ähnlich sehen die Prognosen im Lager der heimischen Handballer aus. „Zum Glück hat Deutschland gewonnen“, so Liviu Pavel, Trainer der HSG Datterode/Röhrda/Sontra. „Und da die Deutschen eine Turniermannschaft sind, wird es im Match gegen England zwar eng, aber nach Verlängerung oder Elfmeterschießen erfolgreich enden“, legt sich der 55-Jährige fest, der allerdings für das Viertelfinale das Ausscheiden prophezeit.

Etwas optimistischer hingegen ist der Trainer der SVR-Handballdamen Matthias Meinl. Zwar sind fünf Gegentore in drei Vorrundenspielen aus Sicht des Wanfrieders eindeutiges Indiz für die Schwächen in der Defensive, aber dennoch glaubt er an ein erfolgreiches Abschneiden zum Abschluss der Ära Löw. „Wenn wir unsere Stärken wie gegen Portugal durchsetzen und uns erfolgreich in den Rücken der gegnerischen Abwehr spielen können, werden wir uns bis zum Halbfinale unter dem Strich durchmogeln“, hofft er auf eine deutliche Leistungssteigerung in den kommenden Turnierwochen.

Ähnlich sehen es auch die beiden Eschweger Landesligahandballer Jonas Wagner und Bojan Manojlovic. „Das Last-Minute-Tor von Goretzka sollte uns Auftrieb gegen, zudem waren die Ungarn keine Laufkundschaft“, ist Wagner unter dem Strich nicht unzufrieden mit dem letzten Gruppenspiel der Elf um Kapitän Manuel Neuer. „Gegen England wird es einfacher, denn die wollen auch mitspielen“, setzt der Eschweger Kreisläufer auf ein ganz anderes Spiel als gegen die Magyaren.

„Wenn der Gegner sich rund um den eigenen Strafraum verschanzt, hat es jede Mannschaft schwer, Tore zu erzielen“, zeigt er durchaus Verständnis für die Probleme im deutschen Angriffsspiel und findet Zustimmung bei seinem Teamkollegen Manojlovic.

„Die Ungarn haben auch 85 Minuten gegen Portugal und im Spiel gegen Frankreich großartige Leistungen abgeliefert. Und auch wenn Sie ausgeschieden sind, waren Sie die eigentliche Überraschung der Gruppe“, setzt der Rechtsaußen im Trikot der Dietemänner ebenso wie Wagner auch auf die Euphoriewelle im deutschen Lager nach dem späten Ausgleich, die dem DFB-Team Flügel verleihen kann.

„Unschlagbar ist kein Gegner“, sind sich beide Spieler einig – und sie freuen sich schon jetzt auf das Spiel gegen die „Three Lions“ am kommenden Dienstag. (Stefan Konklowsky)

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