NACHSPIELZEIT

Im Sport bewegt sich (wieder) ’was

Sascha Herrmann

Um das aufgehobene Wettkampfverbot, ein Training mit Abstand und Hygienevorschriften, sowie das eigentliche Ende der Fußballsaison schreibt unser Autor in der Wochenend-Kolumne.

Das Wettkampfverbot ist aufgehoben. Und vielleicht besser gleich noch einmal in Versalien: DAS WETTKAMPFVERBOT IST AUFGEHOBEN. In Hessen darf seit Donnerstag wieder ohne Mindestabstand und mit Kontakt trainiert werden. Zehn Sportler dürfen sich dabei gleichzeitig auf dem Spielfeld bewegen. Wenn das mal keine gute Nachricht ist.

Damit ist drei Monate nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie ein wichtiger Schritt in Richtung sportlicher Normalität erfolgt. Basketballer und Tischtennisspieler könnten – unter Beachtung der Hygienevorschriften – sofort in den Wettkampf einsteigen. Für Handballer und Fußballer funktioniert das noch nicht. Und leider auch nicht für den Lollslauf. Doch Training in größeren Kleingruppen ist jetzt wieder möglich. Und weil Duschen und Umkleiden wieder zugänglich sind, spricht auch nichts gegen das Bierchen danach. Auf Abstand.

Beim Training der Fußballtalente des Stützpunktes Hersfeld habe ich in der vergangenen Woche erlebt, wie sich so eine Einheit unter den bislang gültigen Abstands- und Hygienevorschriften gestaltet. Risiko-Fragebogen ausfüllen, persönliche Trinkflasche mitbringen, Bälle nicht mit der Hand berühren, Bälle desinfizieren, Abstand halten, kein Abklatschen. Schon komisch. Auch für uns Journalisten. „Kommt mal schön dicht zusammen für das Foto“. Ach nee, geht ja nicht. „Und ihr beide nehmt jetzt mal den Ball in die Hand“. Geht auch nicht.

Und dennoch: Ich war angenehm überrascht, wie diszipliniert die Elf- bis 13-Jährigen sich verhalten haben. Das Training verlief reibungslos. Mein Kompliment. Und vielleicht gleich noch eine Ermutigung an alle, die sich nicht ganz sicher sind, ob sie ihren Nachwuchs schon wieder zum Training bitten sollten: Macht es! Die Zeit ist reif. Und viele der Jugendlichen sind reifer, als man denkt.

Eigentlich wäre momentan die Zeit, in der die letzten Relegationsspiele im Fußball bestritten würden. Alle Entscheidungen würden in diesen Tagen fallen – Freud und Leid lägen wie immer dicht beieinander. Doch nichts ist in diesem Jahr, wie es war. Eine endgültige Entscheidung, wie es mit dieser Fußballsaison weitergeht – eine Alternative zum Abbruch gibt’s sicher nicht – fällt auf dem außerordentlichen virtuellen Verbandstag am nächsten Samstag, 20. Juni. Dann wird auch geklärt, ob die rechnerisch besten Tabellenzweiten aufsteigen dürfen, und ob es Absteiger gibt oder nicht. Ganz egal wie es kommt: Die obligatorischen Abschlussfahrten auf die Insel des Vertrauens werden diesmal wohl größtenteils ausfallen.

Für uns in der Sportredaktion beginnt alljährlich nach Saisonende im Fußball die Urlaubszeit. Durchschnaufen, den Kopf freibekommen. Das ist auch diesmal so – allerdings aus anderen Gründen.

Bleiben Sie gesund!

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