Inklusion über das Sportabzeichen

Neues Format soll für Menschen mit Behinderung Türen zum Vereinssport öffnen

Ein Dutzend Interessierte nahmen jüngst an der Fortbildung in der Wanfrieder Turnhalle teil.
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Ein Dutzend Interessierte nahmen jüngst an der Fortbildung in der Wanfrieder Turnhalle teil.

Ein neues Format soll für Menschen mit Behinderung Türen zum Vereinssport öffnen.

Eschwege/Wanfried – Menschen mit und ohne Behinderung für Bewegung zu motivieren, ihnen den Mehrwert des gemeinsamen Sporttreibens aufzuzeigen und Vereinen einen Anstoß zu geben, ein regelmäßiges inklusives Bewegungsangebot zu schaffen – das sind die Ziele eines Kooperationsprojektes verschiedener Organisationen und Initiativen, die dafür den Stellenwert des Deutschen Sportabzeichens nutzen, dieses aber um digitale Aspekte ergänzen wollen.

„Das Sportabzeichen ermöglicht grundsätzlich einen niedrigschwelligen Einstieg in den Sport, da eine unmittelbare Vereinszugehörigkeit, die Interessierte vielleicht abschreckt, kein Muss ist. Dennoch ist es gerade als Angebot für Menschen mit Behinderung noch wenig verbreitet, da der Prüfer beziehungsweise die Prüferin zur Abnahme eine Zusatzqualifikation benötigt“, sagt Lea Hüther aus Eschwege, die über das Projekt „mit Dir inklusiv im Sport“, das vom Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte Hessen sowie der Sportjugend Hessen ins Leben gerufen wurde, als Sport-Inklusionslotsin im Werra-Meißner-Kreis eingesetzt ist.

Die 27-Jährige hofft deshalb umso mehr, dass sich das neu entwickelte Format des „Sportabzeichens to go“ langfristig etabliert und Türen zum Vereinssport öffnen wird.

Getreu dem Motto „Runter vom Sofa, rauf auf die Bahn“ werden hessenweite Trainingsangebote implementiert, die auf die Absolvierung des Sportabzeichens vorbereiten sollen, sich aber nicht nur auf das einmal im Monat stattfindende Online-Training stützen, sondern auch zwischen den Einheiten durch wechselnde Challenges ergänzt werden.

„So kann beispielsweise die Aufgabe gestellt werden, bis zum nächsten Training gemeinsam 100 Kilometer zu erlaufen oder ein bestimmtes Schrittziel erreichen zu wollen“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung.

Neben der Vermittlung wohnortnaher Sportabzeichen-Treffs sei es außerdem geplant, einen „rotierenden Sportabzeichen-Treff“ zu installieren, der an wechselnden Standorten in ganz Hessen explizit Menschen mit Behinderung ansprechen und zur Teilnahme ermutigen soll: „Zudem können wir durch die vorbereitenden Online-Trainings die Wintermonate überbrücken, in denen es oftmals an alternativen Bewegungsangeboten fehlt.“

Der lokale Sportkreis schulte erst kürzlich fast ein Dutzend Teilnehmer im Rahmen einer Fortbildung in der Wanfrieder Turnhalle. „Im Jahr 2019 wurde das Sportabzeichen von 57 Menschen mit Behinderung im Werra-Meißner-Kreis absolviert. Das sind gute Zahlen, die wir nach der Pandemie beibehalten wollen“, sagte der Sportabzeichen-Beauftragte im Zuge der Schulung. Foto: PRIVAT  mhz

Kontakt: Anne Effe, Special Olympics Hessen sowie Ines Prokein Hessischer Behinderten- und Rehabilitationssportverband, E-Mail: info@sportabzeichentogo.de; Tel. 0175/7 83 91 73.

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