Super League beginnt am Samstag

Interview mit dem Kasseler Dartsspieler Dragutin Horvat: Das Feld ist so stark wie nie zuvor

Der nordhessische Dartsspieler Dragutin Horvat nimt an der Super League in Niedernhausen teil.
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Ab Samstag wird es ernst: Der nordhessische Dartsspieler Dragutin Horvat nimt an der Super League in Niedernhausen teil. Vor einem Jahr unterlag er erst im Finale.

Deutsche Darts-Fans blicken ab Samstag gespannt nach Niedernhausen. Dort wird die Super League ausgespielt – der Gewinner bekommt einen Startplatz für die WM Ende des Jahres im Londoner Ally Pally.

Kassel – Bis auf den bereits für die Weltmeisterschaft qualifizierten Gabriel Clemens sind alle deutschen Topspieler dabei. An dem Turnier mit erstmals 24 statt 16 Startern nimmt auch der Kasseler Dragutin Horvat teil, der Sieger von 2016. Wir haben mit dem 45-Jährigen im Vorfeld der Veranstaltung (Livestream Sport 1) gesprochen.

Ist es übertrieben, wenn man sagt, Sie sind so fit wie nie zuvor?
Körperlich stimmt das – bei fast 40 Kilo weniger auf den Rippen.
Was war Ihre Motivation?
Ich habe mich nicht mehr wohlgefühlt. Und ich werde auch nicht jünger. Jetzt geht im Alltag vieles einfacher.
Welche Effekte spüren Sie in Ihrem Spiel?
Ich habe mehr Leichtigkeit, ich bin auch nicht mehr so träge. Bei meinem Wurf hat sich dadurch nichts geändert.
Inwiefern blicken Sie jetzt noch einmal auf Ihren Start bei der Super League im Vorjahr zurück?
Das letzte Turnier ist abgehakt.
Aber es war doch sehr dramatisch im Endspiel, das sie nur hauchdünn verloren haben.
Solche Momente gibt es oft im Darts.
Was haben Sie aus der Vorjahresauflage mitgenommen?
Ich muss vorweg schieben: Die Super League ist in ihrer jetzigen Form eher ein Qualifikationsturnier für die WM. So ein Schnell-Wettbewerb ist nicht so meins. Ich finde es besser, wenn, wie vor Corona, über mehrere Wochen gespielt wird. Nur so kristallisiert sich heraus, wer wirklich gut drauf ist. Jetzt geht alles in sechs Tagen über die Bühne, und da musst du jeden Tag Top-Leistungen bringen. Was nicht leicht ist, weil nach fünf Tagen schon die Konzentration und die Kraft nachlassen.
Und nun sind es auch noch mehr Teilnehmer.
Ja, das Feld ist so stark wie nie zuvor. Nun sind acht Spieler dazugekommen, die die Tour spielen und über sehr viel Erfahrung verfügen. Es mag banal klingen, aber jeder kann jeden schlagen.
Welche Ziele verfolgen Sie in Niedernhausen?
Es geht darum, erst einmal nicht abzusteigen. Das heißt, ich möchte die Gruppenphase überstehen, also einen der ersten vier Plätze in meiner Sechser-Gruppe erreichen.
Kennen Sie schon Ihre Gegner?
Nein, die Auslosung gibt es erst nach den Coronatests am Freitag. Am Samstag und Sonntag werden dann die Gruppenspiele ausgetragen.
Wie verlief die Vorbereitung?
Ich versuche schon, jeden Tag zwei, drei Stunden zu üben. Aber wenn ich allein trainiere, fehlt mir doch etwas die Motivation. Dennoch studiere ich seit Tagen meine Wege ein, die ich von 501 bis Null gehe.
Ein Beispiel?
Wenn ich bei 304 bin, dann muss ich wissen, dass ich mit einer Aufnahme von 140 auf 164 kommen und die Chance auf ein Finish haben kann.
Wer sind die Favoriten auf den Sieg und damit auf einen WM-Startplatz?
Ich habe mir in den vergangenen Tagen ein paar Darts-Podcasts angehört. Da wurde kein Spieler besonders hoch eingeschätzt. Und mir fällt auch keiner ein, der gefühlt schon sicher durch ist. (Björn Mahr)

Zur Person: Dragutin Horvat

Dragutin Horvat (45 Jahre) ist gebürtiger Kasseler, lebt aber mittlerweile in Kaufungen. 2016 triumphierte Horvat bei der Super League Germany und sicherte sich die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in London. Schon einige Male fungierte er beim TV-Sender Sport 1 und dem Streamingdienst Dazn als Darts-Experte. Der Nordhesse arbeitet seit eineinhalb Jahren im Lager des Kasseler Hydraulikherstellers Landefeld. „Ich habe einen Darts-freundlichen Arbeitgeber. Wenn Turniere anstehen, bekomme ich dafür immer frei“, erklärt Horvat.

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