Erfolgreiche Radsportlerin

Jasmin Corso lässt die Konkurrenz hinter sich

Sie gibt immer alles: Egal, ob auf der Straße oder im Gelände – Jasmin Corso fährt sowohl Querfeldein- als auch Straßenrennen.Christina Zapf

Kassel – „Ich habe sechs Fahrräder“, sagt Jasmin Corso aus Kassel. Die 33-Jährige fährt sowohl Cyclecross (Querfeldein) als auch Straßenrennen – beides mit Erfolg. Zuletzt wurde sie in Melsungen Bezirksmeisterin im Bergzeitfahren und belegte den zweiten Platz beim Limburger City-Rennen. Dabei ist Corso im Vergleich zu vielen Konkurrenten, die seit ihrer Kindheit im Radsport aktiv sind, eine Spätzünderin.

„Ich trainiere erst seit 2016 ambitioniert“, sagt Corso, die auf Geschwindigkeit steht. „Beim Cyclecross gebe ich 40 Minuten Vollgas“, sagt die Kasselerin. Am Crossfahren schätzt sie die Abwechslung: „Es verlangt einem alles ab.“ Zum Parcours gehören Steilhänge, Schlamm, Sand und Baumstämme. Um die Hindernisse zu überwinden, muss Corso ihr Fahrrad auch mal tragen. „Beim siebten Mal merkt man dann die neun Kilo Gewicht“, sagt sie.

Auch wenn Corso versucht, bei ihren Wettkämpfen nicht das größte Risiko einzugehen, ist die Verletzungsgefahr hoch. „Stürze gehören dazu“, sagt Corso. 2017 ist sie dreimal gestürzt. „Dabei habe ich zwei Helme zerstört.“ Nicht immer gehen die Unfälle glimpflich aus. Bei einem der Stürze hat sie sich das Schlüsselbein gebrochen, das Knie bis auf den Schleimbeutel aufgeschlagen und sich eine Gehirnerschütterung zugezogen. „Das Fahrrad ist heil geblieben“, sagt Corso.

Straßenrennen fährt sie seit diesem Jahr. „Es ist eine gute Ergänzung zum Mountainbike-Fahren.“ Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 42 Kilometern pro Stunde fährt sie eine Renn-Strecke von knapp 40 Kilometern in unter 60 Minuten. Die richtige Taktik entscheide über den Sieg: „Wann attackiere ich? Wann beginne ich meinen Sprint?“ Ihre Kräfte müsse sie sich gut einteilen.

In Hannover-Döhren hat sie Mitte September in der Elite-Klasse der Frauen ihr erstes Straßenrennen gewonnen. Wegen der hohen Belastung muss sie mehrmals im Jahr einzelne Teile ihrer Fahrräder austauschen: Kette, Kettenblätter, Bremsbeläge und Reifen verschleißen schnell.

Wenn Corso trainiert, dann intensiv. Durch die Gegend zu gondeln, bringe nichts. Auf rund vier Stunden Training pro Woche kommt sie. „Früher habe ich mehr gemacht, und es lief schlechter.“ Die Tage bis zum nächsten Rennen nutzt Corso zum Regenerieren. Vergleicht sie ihren früheren Wohnort Göttingen mit ihrem derzeitigen, Kassel, kommt sie zu dem Schluss: „Kassel ist eine Vollkatastrophe für Fahrradfahrer.“ Trotzdem legt die 33-Jährige Kurzstrecken nicht mit dem Auto zurück. Corso ist nicht nur auf dem Rad erfolgreich: „Mit dem Laufen habe ich während meines Studiums angefangen“, sagt sie. Aus einem Ausgleich ist inzwischen ein Training fürs Radfahren geworden.

Auch zu Fuß gibt sie Vollgas und legt bei Wettkämpfen fünf Kilometer in rund 20 Minuten zurück. „Eine so hohe Intensität erreiche ich auf dem Fahrrad nicht“, sagt Corso, die sich auf bevorstehende Cyclecross-Saison freut.

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