Interview

Jens Nerkamp zur Vorbereitung auf Berlin-Marathon: „Ich muss jetzt Prioritäten setzen“

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Keine weiteren Wettkämpfe über 5000 Meter: Jens Nerkamp vom Laufteam Kassel startet Ende September beim Berliner Marathon. 

Athlet vom Laufteam Kassel verzichtet auf Deutsche Meisterschaft im 5000-Meter-Lauf: Jens Nerkamp startet Ende September beim Berliner Marathon. 

Der Fokus hat sich verändert. Noch im Frühjahr stand für Jens Nerkamp fest, dass er in zwei Wochen im Berliner Olympiastadion laufen wollte: bei den Deutschen Meisterschaften und über 5000 Meter. „Mit meiner Bestzeit von 14:07 Minuten und einer DM-Norm von 14:24 Minuten wäre das auch kein Problem gewesen“, sagt der 29-jährige Athlet des Laufteams Kassel.

Zusammen mit Nerkamps Trainer Winfried Aufenanger fiel dann in diesen Wochen die Entscheidung gegen die 5000 Meter und für den Berliner Marathon am 30. September. „Jens hat mit seiner Halbmarathon-Bestzeit von 1:04:45 Minuten bereits im Frühling 2016 seine Fähigkeiten auf der Langstrecke unter Beweis gestellt“, sagt Aufenanger, der inzwischen das Trainingsprogramm seines Athleten komplett auf das Großsportereignis in Berlin abgestellt hat. „Mit dem Veranstaltungschef Mark Milde ist vereinbart, dass Jens einen Startplatz im Elitefeld erhält“, sagt der frühere Marathon-Bundestrainer, der zwei Wochen vor dem Berliner Lauf zum 13. Mal den EAM Kassel Marathon organisiert. „Dort werde ich im Rahmen meiner Vorbereitung allenfalls in der Staffel starten, alles andere wäre zu lang“, sagt Nerkamp.

In Berlin wird Nerkamp versuchen, seine Marathon-Bestzeit von 2:17:18 Stunden aus dem vergangenen Frühjahr zu verbessern, um sich in der nationalen Elite über die klassische Distanz zu etablieren.

„Ich muss jetzt Prioritäten setzen“, sagt der Kasseler Germanistik-Student über seine aktuellen Pläne, von denen er sich langfristig mehr erhofft. „Ein Start im Berliner Olympiastadion wäre zwar nach wie vor verlockend, aber die Vorbereitung auf die 5000 Meter und den Marathon lassen sich einfach nicht vernünftig koordinieren“, sagt Nerkamp weiter. Hinzu kommt, dass er bei einem Vorbereitungsrennen über 5000 Meter in diesem Jahr nicht die erhoffte Leistung abrufen konnte.

Dabei ist sich der Kasseler durchaus darüber bewusst, dass er wahrscheinlich den angestrengenderen Weg einschlägt. So läuft Nerkamp im Moment wöchentlich zwischen 160 und 220 Kilometer durch die Karlsaue oder den Habichtswald und versucht dabei vor allem, der Sonne aus dem Weg zu gehen.

Darüber hinaus haben sich Nerkamp und Trainer Aufenanger bereits auf eine Strategie für Berlin geeinigt. „Ich werde versuchen, in Berlin eine schnellere zweite Hälfte zu laufen. Außerdem hoffe ich darauf, dass sich eine 2:15-Stunden-Gruppe bildet, in der ich mitlaufen kann“, sagt Nerkamp.

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