Sieg gegen die Saarland Hurricanes II

Vor Ort beim Playoff-Halbfinale der Kassel Titans: Jetzt stehen sie kurz vor der Endzone

(von links, oben) Tia Ayler, Paula Seher, Stefanie Emde, Tomma Woermann, Juli Leipold, Katharina Paul, Jennifer Fisch, (unten) Tamara Zipf, Casandra Pfeil und Lea Willrich.
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Unterstützung aus der Frauen-Mannschaft: (von links, oben) Tia Ayler, Paula Seher, Stefanie Emde, Tomma Woermann, Juli Leipold, Katharina Paul, Jennifer Fisch, (unten) Tamara Zipf, Casandra Pfeil und Lea Willrich.

Schaf ist sich sicher: Dieses Spiel wird viele Punkte bringen. Schaf heißt eigentlich Michael Scharf und ist zweiter Vorsitzender des American-Football-Teams Kassel Titans.

Kassel – An diesem Tag gibt er aber auch den Moderator. Er macht das nicht bei jedem Heimauftritt. Aber heute schon. Immerhin ist es das vorerst wichtigste Spiel der Saison für den Oberligisten. Playoffs. Halbfinale. Gegen die Saarland Hurricanes II. Wir waren vor Ort.

Die Stimmung

150 Zuschauer sind auf die Sportanlage Heisebach gekommen. Die Heimspiele der regulären Saison wurden noch auf dem Sportplatz am Donarbrunnen ausgetragen. Demnächst sollen die Titans eine feste Heimat bekommen, noch müssen sie aber den Standort hin und wieder wechseln. Viele Zuschauer bringen sich Stühle mit. Eine Gruppe junger Frauen fällt auf. Sie haben Pappschilder gemalt. „Go Offense“, steht darauf. Oder auch: „Go Defense.“ Auf einem ist auch zu lesen: „Free Britney.“ Humor haben sie.

Die Frauen gehören zur Damenmannschaft der Titans, die erst in diesem Jahr gegründet wurde. „Wir unterstützen die Männer bei jedem Heimspiel“, sagt Casandra Pfeil. „Unsere Trainer sind selbst Spieler.“ Was ihnen neben dem Anfeuern an diesem Tag noch wichtig ist: Sie suchen noch Verstärkung. Training ist immer montags und mittwochs ab 18 Uhr. Hinterher gebe es auch mal einen Sekt, sagt Stefanie Emde.

Der Gegner

Die Titans spielen in Blau und Weiß, die Hurricanes in Rot und Schwarz. Es ist zwar nur die zweite Mannschaft aus Saarbrücken – die erste spielt allerdings in der German Football League, der höchsten deutschen Spielklasse. Schaf weiß: „Sie trainieren mit dem GFL-Team. Das ist natürlich ein Vorteil für sie.“ Dennoch: Die Titans haben in der regulären Saison alle sechs Spiele gewonnen und diese als bestes Team insgesamt abgeschlossen. Der Lohn: Heimspiele in den Playoffs, auch in einem möglichen Endspiel.

Das Spiel

Andre Gorny und Marco Wach vom DJ und Eventservice „just-party“ drehen die Musik noch einmal ein bisschen lauter. Titans und Hurricanes laufen ein. Und die Saarländer legen los wie ein Wirbelsturm. Der Kickoff-Return der Gäste wird gleich mal tief in die Hälfte der Titans getragen. Kurz danach hat dieses Duell seinen ersten Touchdown gesehen. Für die Hurricanes. Doch die Titans kontern. Der starke Quarterback Kevin Ekhorutomwen findet Luca Brinner. Ausgleich durch den Extrapunkt? Schaf kündigt an: „Unser Kicker trainiert immer mit sich selbst, schießt von links nach rechts.“ Aber der Kick wird geblockt. 6:7.

Doch es ist die Titans-Defense, die dann richtig aufdreht. Sie sorgt für den nächsten Touchdown. Doch die Hurricanes gleichen aus. Die Kasseler kämpfen zeitweise nicht nur mit dem Gegner, sondern auch mit dem glitschigen Rasen. Zur Pause führen sie dennoch 16:13.

Und im dritten Viertel sind es die Kasseler, die erst einmal wirbeln. Julian Däschner gelingt eine Interception. Ekhorutomwen findet Moritz Körner in der Endzone. Dann fängt Ben Joshua Riem einen Pass des Hurricanes-Quarterbacks ab. Runningback Brinner gelingt der nächste Touchdown. 30:13. Die Gäste verkürzen auf 30:20. Die Titans müssen punten, doch die Defense hält. Und dann ist es wieder diese Kombination: Ekhorutomwen auf Körner 37:20. Reicht das?

American Football kann schnelllebig sein. Die Gäste machen die Partie mit zwei schnellen Touchdowns wieder richtig spannend – 37:34. Schaf sprintet die Seitenlinie entlang und feuert die Zuschauer noch einmal an, richtig laut zu werden. Wenig später steht er jubelnd an der Seitenlinie, ist euphorisch. Und sagt dann: „Sorry, jetzt muss ich aber zu meinem Team.“ Die Titans haben gewonnen.

Der Ausblick

Ganz so euphorisch ist Trainer Mark Möbus nicht. Er sagt: „Ich bin überragend stolz auf mein Team. Aber ich muss den Ball flach halten. Wir haben noch ein Spiel.“ Dieses – das Finale um den Aufstieg in die Regionalliga – findet am kommenden Sonntag ab 13 Uhr am selben Ort gegen die Kaiserslautern Pikes statt. „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass wir so weit kommen“, sagt Möbus. (Maximilian Bülau)

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