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Handball-Landesliga: Jubel hier, Katzenjammer dort

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Gruppenfoto in der Halle: Nach dem 37:29-Erfolg gegen Bettenhausen jubelt die Mannschaft des TV Hersfeld in die Kamera.
Gruppenfoto in der Halle: Nach dem 37:29-Erfolg gegen Bettenhausen jubelt die Mannschaft des TV Hersfeld in die Kamera. © Friedhelm Eyert

Ein jubelndes Herrenteam nach dem Erfolg gegen Bettenhausen, ein nachdenkliches Frauenteam nach einer deutlichen Niederlage im Spitzenspiel – unterschiedlicher hätte die Gemütslage bei den Handball-Landesligateams des TV Hersfeld am Samstag nicht sein können.

Bad Hersfeld – Es war der Schrei der Erleichterung, der am Samstag beim Abpfiff durch die Bad Hersfelder Geistalhalle tönte. Mit dem 37:29-Erfolg gegen den VfB Bettenhausen hatten die Handballer des TV Hersfeld in der Landesliga nicht nur zwei Punkte gegen den Abstieg geholt. Sie hatten überdies wieder zu einer lange vermissten Form gefunden. Und ein Spiel, das zwischendurch verlorenzugehen schien, aus dem Feuer gerissen. Gleich nach dem Schlusspfiff, den die Zuschauer stehend beklatschten, formierte sich die Mannschaft in der Halle zum Jubelfoto – besser hätte der Einstand ins neue Jahr kaum gelingen können.

Nicht nur beim Wechseln, sondern auch bei der Taktik hatte der TVH an diesem Samstag alles richtig gemacht. Trainer Christian Weiß hatte eine konsequente Manndeckung durch Kay Becker und Julian Thole für den Gästespielmacher Gordan Suton angeordnet. Die funktionierte so gut, dass Suton Mitte der zweiten Hälfte die Lust verlor. Und mehrmals an den Keepern Niklas Kürten und Sascha Kepert scheiterte.

Karl-Heinz Hüter aus der Abteilungsleitung beeilte sich nach dem Schlusspfiff, in die Kabine zu kommen, um das Team bei einer kleinen Ansprache zu loben. „Trainer und Mannschaft haben diesmal alles richtig gemacht“, sagte er auch gegenüber der Presse. Dabei betonte er besonders den Trainer, denn kurz vor dem Spiel hatte er in der „Blauen Maus“ mit Weiß‘ Vorgänger Dragos Negovan längere Zeit bei einer Tasse Kaffee zusammen gesessen. „Dragos hat Zeit, er trainiert mit seiner Frau in Gensungen die Jugend und schaut ab und zu bei uns vorbei“, sagte der Verantwortliche, um Irritationen vorzubeugen.

Erstes Spiel nach langer Pause: Jonas Rübenstahl.
Erstes Spiel nach langer Pause: Jonas Rübenstahl. © Friedhelm Eyert

Dass Weiß mit seiner Wechseltaktik Erfolg hatte, lag auch daran, dass ihm mehr Personal zur Verfügung stand. Zum Beispiel bestritt Jonas Rübenstahl nach rund 20 Minuten einen ersten Kurzeinsatz nach mehr als einjähriger Verletzungspause. Rübenstahl ist erst seit vier Wochen im Mannschaftstraining. „Das dauert halt noch eine Zeit, bis ich am alten Level bin, obwohl ich bei der Reha auch oft im Fitnessstudio war“, sagt der 23-jährige Haunecker, der auch Fußball bei der SG Schenklengsfeld/Rotensee/Wippershain spielt. Handball beim TVH, so sagt er, habe aber Vorrang. Kurz vor und nach der der Pause wechselte Trainer Weiß aber fast komplett durch, Bettenhausen holte auf, glich aus – und ging sogar in Führung. „Diese Wechselphase war aber sehr wichtig, denn somit konnten wir in der Schlussphase kräftemäßig wieder zulegen“, ergänzte Andy Krause, mit elf Toren bester Werfer beim TVH.

Trostrunde nach dem Topduell: Die TVH-Frauen ärgern sich über viele vergebene Torchancen.
Trostrunde nach dem Topduell: Die TVH-Frauen ärgern sich über viele vergebene Torchancen. © Friedhelm Eyert

Katzenjammer herrschte dagegen bei den TVH-Frauen vor. Elf Chancen, darunter auch vier Siebenmeter, fanden nicht den Weg ins Ziel. „Ich weiß auch nicht, was los war“, sagte Sabine Teichmann. „Es ist für mich unerklärlich, warum wir so viele Chancen ausgelassen haben. Es war richtig ärgerlich.“ Augenscheinlich, so die Trainerin, lag es daran, dass einige Spielerinnen ihre Nervosität nicht ablegen konnten. „Der Charakter des Spiels, diesmal viele Zuschauer, jede Spielerin wollte auch das Tor machen – da kam einiges zusammen.“ Allein die Hälfte der Chancen hätten für einen Sieg gereicht, wenn sie denn genutzt worden wären. Auf der anderen Seite war es auch Trainingsrückstand, weil einige Spielerinnen während der Weihhnachtsferien im Skiurlaub waren. Das Topduell kam eben zum ungünstigen Zeitpunkt. (Hartmut Wenzel)

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