Slowenischer Schanzenrekordler verstärkt beim Weltcup im Januar das Team von Michael Schmidt

Jurij Tepes kommt als Vorspringer nach Willingen

Auf der Mühlenkopfschanze: Das Vorspringer-Team von Michael Schmidt (Dritter von unten).
+
Auf der Mühlenkopfschanze: Das Vorspringer-Team von Michael Schmidt (Dritter von unten).

Mit Finnlands langjährigem Superstar Janne Ahonen hält Jurij Tepes mit 152 Meter den Rekord auf der Mühlenkopfschanze. Der Slowene hat seine Laufbahn offiziell beendet, verstärkt aber in Zukunft das Vorspringer-Team von Michael Schmidt und kommt deshalb in neuer Funktion im Januar zum Weltcup nach Willingen.

Willingen - „Auch polnische Skispringer werden uns in Zukunft verstärken“, kündigt der Chef der Vorspringer aus Neuenrade an, der vor einigen Jahren mit seiner Truppe Schlagzeilen machte, als er für den Kinofilm über Michael Edwards ‘Eddie the Eagle´ mit Superstar Hugh Jackman und Iris Berben die Sprungszenen doubelte und für den vom Ehemann Claudia Schiffers produzierten Streifen vor und hinter der Kamera in Aktion war. „Für meine Jungs ein unvergessliches Erlebnis“, sagt Schmidt.

Im vergangenen Jahr gab es Negativschlagzeilen beim Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen, als nach dem Umzug aus Oberstdorf ein norwegischer Vorspringer auf dem Hotelflur übernachten musste, weil die Zimmer nicht rechtzeitig bezugsfertig waren und Norwegens Cheftrainer Alexander Söckl von einem „Chaos“ sprach. An einigen Weltcup-Stationen fühlten sich die „stillen Helden“, ohne die kein Skispringen stattfinden kann, nicht wertgeschätzt.

Inzwischen hat der Logistik-Unternehmer und frühere Springer Schmidt nach Gesprächen mit dem internationalen Skiverband (FIS) und dem neuen Skisprung-Chef Sadro Pertile einige Verbesserungen ausgehandelt, auch um das Niveau seines Teams weiter zu steigern. Alle Rücktrittsgedanken sind zurückgestellt, nachdem Schmidt für seine Jungs einiges herausholen konnte. Der Weltverband hat endlich eine Versicherung für die Springer abgeschlossen, die mutig die Schanze einspringen und bei Wind und Wetter auch nach Unterbrechungen immer wieder vor den Topathleten in die Spur müssen. Und das nicht immer mit dem allerbesten Material und nicht nur in Corona-Zeiten mit wenig oder kaum Training.

Vor dem Einstieg in die neue Saison am 19. Dezember in Engelberg ist noch ein Lehrgang in Oberhof geplant und zudem sollen die Vorspringer auch einen Tag vorher in die Schweiz reisen dürfen, um noch auf der Weltcup-Schanze zu trainieren. Ihre Reisespesen werden außerdem erhöht. Auch die Vorspringer müssen sich an das von der FIS ausgearbeitete Coronareglement halten und werden während der Saison immer wieder getestet.

65 Namen auf Liste von Michael Schmidt

Rund 65 Namen hat der ehrenamtlich als Cheftrainer arbeitende Schmidt auf seiner Liste stehen. Aus Deutschland, Österreich, Slowenien und den skandinavischen Ländern nominiert er sein Team. Auch der Norweger Anders Jacobsen wurde nach einer längeren Skisprungpause schon ihmmit der Fahne vom Trainerturm aus abgewunken. Wenig später gewann er in der Saison 2006/07 die Vierschanzentournee. Der Slowene Rok Urbanc holte sich nach dem Formaufbau bei Schmidt einen Weltcupsieg im polnische Zakopane.

Auf Willingen freuen sich die Vorspringer besonders und hoffen, dass beim Weltcup und beim anschließenden Continental Cup am Ende doch noch einige Zuschauer zugelassen werden können. Auch wenn die Stimmung aus dem Vorjahr, als der Schwalefelder Stephan Leyhe dort seinen ersten Weltcupsieg feierte und nach der Nationalhymne auch das Waldecker Lied aus tausend Kehlen erklang, auf keinen Fall wiederholt werden kann. Zumindest 2021 nicht, weil der Lokalmatador nach seinem Kreuzbandriss pausieren muss und wohl erst 2022, wenn auch die Skispringerinnen beim Kultweltcup über die Großschanze gehen sollen, wieder angreifen wird.

Auch der Name Ahonen könnte im Januar in Willingen wieder auftauchen. Denn Jannes Sohn Mico schickt sich an, sich im finnischen Team zu etablieren, obwohl er in Ruka die Qualifikation der besten 50 Springer verpasst hat. (be)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.