Was war denn da los?

Widersacher kneift vor Kampf mit Kasseler Boxer Ludwig Berger

Anscheinend furchterregend: Halbschwergewichtler Ludwig Berger vom BSV Kassel, dessen Kontrahent sich der Auseinandersetzung im Ring entzog. Foto: privat/nh

Kassel. Fünf Kämpfe in Folge hatte er zuletzt gewonnen, zwei davon vorzeitig. Nun war er heiß auf den sechsten Sieg. Er hatte dafür trainiert, sich in der Halle vorbereitet, aufgewärmt. Und dann?

Dann stand Ludwig Berger, vielversprechender Boxer des BSV Kassel, beim Max-Schmeling-Gedenkturnier in Erfurt plötzlich ohne Gegner da. Unverrichteter Dinge musste er daraufhin die Heimreise antreten.

Doch wie kam es dazu? „Wir haben bloß mitbekommen, dass 15 Minuten vor dem Kampf ein Boxer mit Sporttasche rausging. Es war Ludwigs Gegner Dominik Landgraf“, berichtet Bergers Trainer Reinhard Schmidt. Darauf aufmerksam sei die Kasseler Delegation des BSV geworden, als Landgrafs Coach und Offizielle des veranstaltenden PSV Erfurt ihm folgten und versuchten, den verhinderten Kämpfer zum Sinneswandel zu bewegen. Was ihnen nicht gelang. Offensichtlich war der Boxer von den Thüringer Löwen Erfurt zur Einsicht gelangt, gegen Berger nichts ausrichten zu können. „Es hatte sich eben rumgesprochen, das Ludwig alle seine Kämpfe gewonnen hatte“, vermutet Schmidt und ist sich sicher, dass Landgraf kniff.

Reichlich verstimmt zeigte sich Berger. „Es kommt ja mal vor, dass ein Gegner gar nicht erst anreist. Aber dass einer Minuten vor dem Kampf abhaut, habe ich noch nicht erlebt“, sagt er. Verständnis hat der 25-Jährige dafür nicht: „So was geht nicht. Ich bin sauer. Das ist doch bloß Sport, wobei keinem etwas angetan wird. Außerdem bin ich früh aufgestanden und den weiten Weg gefahren.“ Ähnlich sieht es sein Trainer: „Ich bin empört. Der Kampf war vorher besprochen, auch Landgrafs Trainer hatte zugestimmt. So war Ludwig von morgens bis abends umsonst unterwegs.“

Umso schlimmer für den Kasseler, dass der Kampf gegen Landgraf bei diesem Turnier der einzige für ihn gewesen wäre. Umso energischer richtet Berger nun den Blick nach vorn: „Mein Ziel ist es, im Mai bei den Hessenmeisterschaften den Titel zu holen.“ Und zwar nicht kampflos.

Von Wolfgang Bauscher

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