Der Korbacher Boxer Mario Jassmann (27) im HNA-Interview über sein Profidebüt vor heimischen Fans

Keine blauen Augen zum Fest

Fäuste hoch für den ersten Profikampf: Der Mittelgewichtler Mario Jassmann tritt nächste Woche in der Berufsschulhalle in Korbach an. Foto: kö/nh

Korbach/Frankenberg. Mario Jassmann ist das Aushängeschild der Boxer des TSV Korbach. Der Mittelgewichtler bestreitet in einer Woche seinen ersten Profikampf in der Berufsschulhalle in Korbach. Wir sprachen mit dem 74-Kilo-Mann über seinen Wechsel in den Profibereich, Erwartungen und Ess-Tipps für Weihnachten.

Herr Jassmann, warum sind Sie vom Amateur- in den Profibereich gewechselt?

Mario Jassmann: Bei den Amateuren ging es für mich nicht mehr richtig weiter. Ich hatte dort einfach keine Ziele mehr vor Augen.

Spielte Ihr Alter auch eine Rolle?

Jassmann: Ich bin jetzt 27 Jahre alt. Da überlegt man sich schon: Mache ich den Schritt jetzt – oder gar nicht. Boxen ist mein Leben, also habe ich es gewagt.

Ist das ein großer Sprung von den Amateuren zu den Profis?

Jassmann: Ja. Wenn man sich den Amateurbereich als Sprint vorstellt, dann ist der Profibereich die Marathondistanz. Bei den Amateuren waren es nur drei mal drei Minuten Kampfzeit. Jetzt sind es mindestens vier Runden. Das steigert sich dann Stück für Stück auf zehn bis zwölf Runden.

Verlangt das eine Umstellung für die Kämpfe?

Jassmann: Natürlich. Bei den Amateuren müssen die Kämpfer aufgrund der kurzen Zeit sofort alles reinlegen. Im Profibereich muss ich viel mehr auf die Kondition achten. Außerdem bietet die längere Kampfdauer viel mehr taktische Möglichkeiten. Ich kann ein Konzept entwickeln und danach boxen.

„Ich habe großen Willen und ein großes Kämpferherz.“

Mario Jassmann

Stichwort Konzept: Was ist Ihres?

Jassmann: Ich bin ein offensiver Boxer und suche den Kampf. Ich gehe nach vorne.

Das macht Sie für Zuschauer natürlich interessant. Wer betreut Sie?

Jassmann: Ich habe jetzt für zehn Kämpfe bei dem Promoter PSP Boxing unterschrieben. Die Agentur kümmert sich um meine kommenden Gegner. Wir haben ausgemacht, dass wir uns nach den zehn Kämpfen zusammensetzen und dann gucken, ob und wie es weitergeht.

Hessenmeister waren Sie schon – was sind Ihre zukünftigen Ziele?

Jassmann: Auf lange Sicht will ich natürlich um weitere Titel boxen. Jetzt will ich aber erstmal bei den zehn Aufbaukämpfen möglichst gut abschneiden und im Idealfall gewinnen.

Inwiefern belastet Sie das Heimspiel in Korbach?

Jassmann: Da lastet natürlich ein gewisser Druck auf mir. Meine Familie, Freunde und auch Fans, sie werden alle in der Berufsschulhalle sein.

Sie haben den Druck erwähnt, der auf Ihnen lastet. Zählt dazu auch, dass sie aus einer Boxerfamilie stammen? Vater und Onkel waren beide in der 1980er Jahren erfolgreich...

Jassmann: Natürlich werde ich oft verglichen. Aber ich habe meinen eigenen Kopf mit meinen eigenen Stärken.

Können Sie uns diese Stärken verraten?

Jassmann: Ich bin in der Lage, einen Kampf gut zu lesen. Außerdem habe ich einen großen Willen und ein großes Kämpferherz.

Der Kampf findet nur vier Tage vor Weihnachten statt...

Jassmann: ...und ich werde mein Bestes geben, dass mein Gegner und nicht ich mit blauen Augen am Weihnachtstisch sitzt.

Sie sind gut vorbereitet: Sie haben nicht nur einen Mentaltrainer, sondern auch einen Ernährungsberater. Was können Sie den Lesern für die Feiertage an Ernährungstipps geben?

Jassmann: Man nimmt bekanntlich nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten. Von daher: Ruhig etwas gönnen. Das mache ich auch, wenn ich den Kampf hinter mir habe.

Von Matthias Hoffmann

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