Kickboxer Jonas Klug vom KSV Baunatal wurde in Spanien Amateurweltmeister

Mit zwei Titeln im Gepäck: Kickboxer Jonas Klug berichtet von WM

Baunatal. Jonas Klug hat es geschafft: In den Disziplinen Voll- und Leichtkontakt war der geborene Ziegenhainer bei der Amateurweltmeisterschaft im Kickboxen in Spanien angetreten.  

Mit zwei Goldmedaillen in der Tasche betrat er nach einer Woche an der Costa Blanca wieder den Flieger. Für unsere Zeitung berichtet der 23-Jährige vom KSV Baunatal von der WM.

Die Anreise

Hatten Jonas Klug und sein Trainer Marek Kopetz auf einen ruhigen Flug nach Spanien gehofft, wurden sie schnell enttäuscht. Kurz nach dem Start ihrer Maschine verkündete der Kapitän, man müsse wegen eines technischen Problems in Brüssel notlanden. Die Reise dauerte statt zwei am Ende sieben Stunden.

Weil sich der Göttinger Student und sein Trainer auf dem Weg zum Hotel dann auch noch verfuhren, kamen sie erst um sechs Uhr morgens am Ziel an. „Um 12 Uhr sind wir in Deutschland gestartet. Durch den Stress war das pflichtmäßige Wiegen dann aber kein Problem“, sagt Klug. 88,5 Kilogramm zeigte die Waage an – 90 waren erlaubt.

Der erste Wettkampftag

„Viele, die bei der WM dabei waren, kannten sich schon durch vorherige Wettkämpfe“, erzählt Klug. Er selbst kannte niemanden und war auch für die anderen Teilnehmer ein unbeschriebenes Blatt. Der Grund: Der 23-Jährige hatte bis vor ein paar Monaten eine fünfjährige Wettkampfpause eingelegt, um sich auf Abitur und Studium zu konzentrieren.

Auch deshalb bekam er in der ersten Runde der Disziplin Leichtkontakt den Weltmeister der vergangenen beiden Jahre vor die Brust. „Das war eigentlich mein härtester Kampf in dieser Disziplin“, erinnert sich der Student. Trotzdem stand am Ende ein Sieg nach Punkten.

Die Halbfinals

Am zweiten Tag der Weltmeisterschaft musste Klug gleich zweimal in den Ring – jeweils im Halbfinale. Im Leichtkontakt schlug er einen Ungarn, in der Disziplin Vollkontakt einen Deutschen. „Die anderen sehen fast alle viel härter aus als ich, haben ein breites Kreuz und sind tätowiert – ich nicht. Aber das war vielleicht auch ein Vorteil“, vermutet der Kickboxer.

Die Titel

Tag drei bei der Weltmeisterschaft in Alicante und für Jonas Klug ging es um alles. In zwei Disziplinen war er angetreten, beide Male erreichte er das Finale. „Das war der härteste Tag. Man ist immer in der Halle. Die Zuschauer schreien die ganze Zeit. Das macht einen platt“, erinnert sich der 23-Jährige.

Vormittags stand das Finale im Leichtkontakt an – die Punktrichter entschieden auf Unentschieden. Also musste der Ringrichter seine Wertung abgeben. Er sah Klug vorn. Der erste Titel war perfekt. „Das war eine große Erleichterung. Einen Titel hat man schon in der Tasche. Aber es gab noch einen Kampf“, sagt der Student rückblickend.

Abends im Vollkontakt gegen einen Italiener. Nach einer Verletzung zum Ende der ersten Runde war aber schnell klar, dass dieser ihm nicht mehr viel entgegenzusetzen hat. Der zweite Titel ging nach Baunatal. „Ich bin unglaublich stolz und total froh. Wir sind ein kleiner Verein. Andere haben viel mehr Möglichkeiten“, zeigt sich auch Trainer Marek Kopetz begeistert.

Das nächste Ziel von Trainer und Weltmeister: Im kommenden Jahr einen oder zwei Profikämpfe zu bekommen. Dafür müssen nun Sponsoren an Land gezogen werden. Und eine Trainingspause darf er sich nicht erlauben.

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