Erfolg schon mit 16

Karatekämpferin Renée Stein wird Deutsche Meisterin im Team

Renée Stein und ihr Team.
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Karate-Kämpferin Renée Stein (rechts) bei der Deutschen Meisterschaft in Dortmund.

Aufregende und ereignisreiche Wochen liegen hinter Renée Stein. Während die 16-jährige Karatekämpferin beim Eurocup in Zell am See in zwei Gewichtsklassen glänzend aufgelegt war, blieb ihr bei den Deutschen Meisterschaften der Seniorinnen in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle nur die Zuschauerrolle – was am Ende keine unbequeme Rolle sein sollte.

Herleshausen/Dortmund – „Es war schön, wieder zu kämpfen. Die Wettkämpfe sind gut gelaufen“, freute sich Stein, als sie über den Aufenthalt im Salzburger Land sprach. Der Spaß und die Motivation seien schnell wieder da gewesen, sagte die Herleshäuserin, die es schätzte, wieder gemeinsam mit anderen Sportlern einen Wettkampf zu erleben.

In der Kumite-Gewichtsklasse für Athletinnen mit unter 48 Kilogramm gewann sie ihre ersten Kämpfe klar und deutlich. Stein hatte stets die Deckung oben und bewegte sich viel, sodass sie für ihre Gegnerinnen kaum zu fassen war. Stein hatte auch im Halbfinale gegen Stella Kleinekathöfer über weite Strecken des Kampfes das Heft des Handelns in der Hand.

„Nur ein Treffer gelang mir einfach nicht“, ärgerte sich die Schülerin der Südringgauschule, die sich nach einem 0:0-Remis nach Punkten geschlagen geben musste. Stein wurmte, dass die Punktrichter 3:2 für die Österreicherin votierten: „Ich war vielleicht etwas besser, aber meine Konkurrentin hatte am Ende vermutlich aufgrund des Heimatvorteils die Nase vorn. Dies war auch schon mein Vorteil, als Kämpfe in Deutschland stattgefunden haben.“

Gutes Halbfinale

In der gemischten Gewichtsklasse der unter 18-Jährigen war Stein gut aufgelegt und verlor erst durch zwei späte Treffer im Halbfinale mit 1:2 gegen Hannah Riedel aus Erfurt.

Wenig später stand der erste Wettkampf im Seniorenbereich für die Kreissportlerin des Jahres 2019 auf dem Programm – vor einem Millionenpublikum. Die Deutschen Meisterschaften der Seniorinnen im Team waren Bestandteil von „Die Finals 2021“.

Das war eine großflächige Liveübertragung von ARD und ZDF über die nationalen Meisterschaften vor den Olympischen Spielen in Tokio.

Ins Team schnuppern

„Weil ich nächstes Jahr 18 Jahre alt werde, durfte ich schon dabei sein“, sagte Stein stolz, die bei den Bundesliga-Finals in Dortmund im fünfköpfigen Kader von Musashi Weimar aufgeboten war: „Ich konnte reinschnuppern und wichtige Abläufe des Teams kennenlernen.“

Zum Einsatz kam die Nachwuchshoffnung der Thüringerinnen noch nicht. „Ich habe von der Bank motiviert und meine Kolleginnen beim Warmmachen auf die Kämpfe vorbereitet“, so Stein weiter, die sich am Ende des Tages trotz allem Deutsche Meisterin im Team nennen durfte.

Im entscheidenden Kampf bezwang Madeleine Schröter die Belgierin Nesrine Bougrine (Team Rheinland-Pfalz) mit 10:2. Mit viel Demut bilanzierte Stein im WR-Gespräch: „Es ist ein komisches Gefühl, weil ich nicht gekämpft habe. Trotzdem ist es auch schön, weil ich mit 16 Jahren behaupten kann, Deutsche Meisterin im Team zu sein.“ (Marvin Heinz)

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