Läuferisch verbessert

Karolin Horchler vor der Biathlon-Saison im Interview: Mit Tipps von Denise

+
Los geht’s: Karolin Horchler nimmt am Schießstand wieder gute Weltcup-Platzierungen ins Visier. 

Willingen – Titelgewinn in der Verfolgung, jeweils Silber im Sprint und beim Massenstart: Mit feinen Erfolgen bei der Deutschen Meisterschaft hat sich Karolin Horchler (30) aus Dimelsee-Ottlar die Eintrittskarte in das deutsche Team für den Biathlon-Weltcup gesichert.

Am Samstag geht es in Schweden los. Im Interview äußert sich Horchler über Gefühle, Hoffnungen und ihren Medaillentraum.

Auf wen oder was freuen Sie sich am meisten jetzt in Östersund?

Der Biathlon-Tross ist eine riesige Gemeinschaft. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit vielen Leuten, denn da sind viele deutsche Techniker und Trainer in anderen Teams, mit denen man früher Kontakt hatte.

Und wie bereit sind Sie?

Ich habe ein gutes Gefühl.

Wie lange gilt nach der guten DM das Gesetztsein?

Für das erste Trimester, also für die Rennen in Östersund, Hochfilzen und Annecy-Le Grand Bornand bis Ende Dezember. Aber natürlich ist die WM-Qualifikation das große Ziel. Wenn die geschafft ist, sollte es weitergehen. Das wäre einmal Platz acht oder zweimal Top 15 erreichen. Und am Ende steht eine WM-Medaille als großer Traum.

2018/19 waren sie erstmals eine komplette Saison im Weltcup dabei. Erwarten Sie mehr von sich selbst?

Mein Bestreben ist nicht, einfach nur dabei sein, natürlich schiele ich auch auf das Podest. Allerdings ist das Niveau im Weltcup extrem gestiegen. Man darf sich keine Fehler mehr erlauben, sich nicht zu lange am Schießstand aufhalten und auch läuferisch wird immer mehr verlangt.

Trauen Sie sich auch einen Weltcup-Sieg zu?

Natürlich ist das mein größtes Ziel, dafür mache ich diesen Sport. Es muss dann aber alles passen. Ich kann mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen und sagen, ja natürlich gewinne ich... Aber ich habe schon das Gefühl, dass ich das schaffen kann.

Wie lief ihre Vorbereitung?

Es lief gut, es ist das zweite Jahr mit neuen Trainern, die ein neues Trainingssystem eingeführt haben. Ich habe bemerkt, dass es gut zu mir passt, es aber Zeit braucht. Wir haben einen neuen Techniktrainer ins Boot geholt, neue Leistungsdiagnostik gemacht, mit einem Neuro-Athletiktrainer mit verschiedenen anderen Einflüssen gearbeitet. Unser Sport ist nicht nur Laufen und Schießen, da gehört einiges anderes zu.

Was steckt hinter dem neuen Trainingssystem?

Es ist eine andere Trainingsphilosophie, eine andere Herangehensweise mit anderen Schwerpunkten. Es gibt mehr Ruhephasen, aber auch mehr intensivere Einheiten.

Schießen ist Ihre Stärke, das Laufen nicht. Was können Sie mit 30 noch tun, um schneller zu werden?

Einiges. Ich denke, dass ich mich läuferisch verbessert habe und ich es noch weiter kann. Wir haben viel in der Gruppe trainiert, uns gegenseitig mehr gepuscht. Dann haben wir mit Denise Herrmann die schnellste Frau im Weltcup bei uns im Team. Ich versuche immer, mir bei ihr etwas abzuschauen und hole mir auch Tipps von ihr. Sie ist nach Laura Dahlmeier jetzt die neue Führungsperson im Team. Aber ich denke auch, dass wir jetzt alle zusammen zeigen können, wer wir sind.

Von Reinhard Schmidt 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.