Der afghanische Fußball-Nationalspieler verlässt den KSV Hessen und zeigt sich enttäuscht von den Löwen

Harez Habib wechselt vom KSV Hessen zum BC Sport

Harez Habib

Kassel. Spektakulärer Neuzugang beim Fußball-Gruppenligisten BC Sport: Von der Reserve des KSV Hessen kommt der Verbandsliga-Torschützenkönig Harez Habib.

Harez Habib ist in der vergangenen Saison Torschützenkönig der Verbandsliga geworden – nicht mit Glück, sondern überlegen: 41 Tore hat der 30 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler für die zweite Mannschaft des KSV Hessen Kassel erzielt. Normalerweise könnte er nun noch einmal eine Liga höher angreifen. Doch: Habib zieht es eine Klasse tiefer – in die Gruppenliga zu Aufsteiger BC Sport.

Was im ersten Moment wie eine Überraschung daherkommt, entpuppt sich im zweiten Moment als logischer Schritt: Habib folgt seinem ehemaligen Trainer Wolfgang Zientek – und jenem Mann, der ihn nach eigenen Angaben auch in schweren Zeiten gefördert hat: Gerhard Klapp, erst Sponsor des KSV Hessen, nun in selbiger Funktion beim BC Sport tätig.

Klapp hat Habib zunächst eine berufliche Perspektive geboten: Der Sozialwissenschaftler arbeitet nun als Personalreferent in Klapps Kosmetikunternehmen. Das Engagement beim BC Sport ergab sich dann fast zwangsläufig. Habib bezeichnet seine neue Aufgabe als „spannende Sache“. Das Ziel? „Langfristig gesehen soll es in die Hessenliga gehen.“ Mit Habib als Gestalter im Mittelfeld und als Torschütze.

BC Sport ist Gegenwart, KSV Hessen Kassel ist Vergangenheit. Habib hat dort gute wie schlechte Zeiten erlebt. Insgesamt spielte er seit 2008 vier Jahre für die Löwen, allein in der Regionalliga absolvierte er 57 Spiele. „Das erste Jahr war das Beste. Da standen alle zusammen. Das war richtig gut.“ Der KSV wurde unter Mirko Dickhaut Zweiter, verpasste nur knapp den Aufstieg in die dritte Liga.

Was folgte, waren ein durchwachsenes zweites Jahr und in der Folge herbe Enttäuschungen, wie es Habib ausdrückt. Habib wurde ausgemustert, trainierte und spielte fortan in der zweiten Mannschaft. Dort traf er auf Zientek und Klapp. „Sie waren die einzigen, die mich im Verein nicht haben hängen lassen.“

Habib überzeugte in der KSV-Reserve, deren Kapitän er wurde, und verließ sie selbst dann nicht, als Zientek während der vergangenen Saison hatte gehen müssen. Kurzzeitig schien sogar eine Rückkehr ins Regionalligateam möglich, doch Habib lehnte die Anfrage des Interimstrainers Holger Brück im Herbst vergangenen Jahres ab. Sein Abschied nun erfolgte Ende der Saison – still und leise.

„Ich habe weder einen Handschlag noch einen Blumenstrauß bekommen“, sagt der afghanische Nationalspieler, der es traurig und schade findet, wie die Funktionäre beim KSV mit ihm umgegangen sind.

Nur etwas wird er positiv in Erinnerung behalten, wenn er auf die Zeit bei den Löwen zurückblickt: „Die Fans, die waren immer klasse – auch bei der zweiten Mannschaft.“ Der Respekt beruht auf Gegenseitigkeit: Für die Fans war Habib stets ein Liebling.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.