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Laura Hottenrott sagt Start in Kassel ab

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Von: Martin Scholz

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Marathon-Duo: Laura Hottenrott und Tom Ring bei der offiziellen Marathon-Vorstellung in der vergangenen Woche. Jetzt hat Hottenrott abgesagt.
Laura Hottenrott und Tom Ring bei der offiziellen Marathon-Vorstellung in der vergangenen Woche. Jetzt hat Hottenrott abgesagt. © Dieter Schachtschneider

Sie sollte für etwas Furore auf Kassels Straßen sorgen. Das zumindest erhofften sich die Veranstalter des Kassel Marathons, als sie vor drei Wochen Laura Hottenrott als lokales Zugpferd auf der klassischen Marathonstrecke vorstellten. Daraus wird jetzt nichts.

Am Donnerstag hat die 30-Jährige vom PSV Grün-Weiß Kassel offiziell ihren Start in Kassel abgesagt. Der Grund: Die Verantwortlichen des Frankfurt Marathons (30. Oktober) bestehen darauf, dass Hottenrott wenige Wochen vor dem Frankfurter Termin keinen anderen Marathon läuft.

In Frankfurt zählt Hottenrott zu den VIP-Startern, die bestimmte Regeln einzuhalten haben. „Mein Manager Christoph Kopp wusste von meinen Plänen für Kassel, und ich war davon ausgegangen, dass mit den Frankfurter Veranstaltern alles geklärt ist“, sagt die Deutsche Halbmarathonmeisterin, die jetzt kurzfristig am Sonntag in Schönau bei den Deutschen Berglauf-Meisterschaften ihren Titel verteidigen möchte. „Ich wollte eigentlich dazu beitragen, den Kasseler Marathon etwas zu pushen. Ich hatte auch deshalb nicht mit Problemen gerechnet, da Kassel ein eher lockerer Lauf werden sollte. Einen Bestzeit-Versuch habe ich für Frankfurt geplant“, sagt Hottenrott. Ihre spontane Umorientierung auf die Deutschen Berglauf-Meisterschaften an diesem Sonntag erklärt Hottenrott so: „Ich werde jetzt versuchen, meinen Titel zu verteidigen, da 2023 die Berglauf-WM in Innsbruck stattfindet und für eine Nominierung das Ergebnis vom Sonntag wichtig sein dürfte.“

Enttäuscht von der kurzfristigen Absage Hottenrotts ist verständlicherweise Marathon-Chef Michael Aufenanger: „Für uns ist das schon ärgerlich. Damit fällt ein Zugpferd weg. Mit Lauras Start wollten wir natürlich auch das Augenmerk von Läufern und Zuschauern auf die neue Zwei-Runden-Strecke lenken“, sagt Aufenanger.

Über die klassische Marathon-Distanz an den Start gehen wird allerdings Tom Ring (Laufteam Kassel). Der 34 Jahre alte Physiker absolviert nach Malaga 2018 und Frankfurt 2019 seinen dritten Marathon. Mit Jakob Schulz (TSV Neumorschen) und Hendrik Sostmann (TSV Spangenberg), Martin Wonke (Laufteam Kassel) und Martin Bussas (WVC Kassel) sind weitere kampfstarke Athleten am Start. Dennoch ist eine auffällige Zurückhaltung der nordhessischen Starter über die klassische Distanz von 42,195 Kilometer zu beobachten.

Nicht besser stellt sich die Situation bei den Frauen dar. Seit einem Jahr ist Sylke Kuhn (Laufwerk Kassel) auf den langen Ultrastrecken unterwegs. „Doch eine Zeit unter vier Stunden sollte es schon sein“. Dieses kann auch Anja Heidenbluth (KSV Baunatal) schaffen.

Marius Puchta (LTK) ist das nordhessische Ass im Halbmarathon. Leonardo Ortolano (LTK) hat aus dem Vorjahr bereits 1:08:24 Stunden stehen und wird sich mit Klubkamerad Dario Ernst an seine Fersen heften. Aus der Verfolgergruppe wollen Patrick Halbach (PSV) sowie die LTK-Athleten Musa Muhamed Bahar und Richard Rohde dieses Trio sprengen.

Bereits 2019 fielen Sabina Stübner (TSV Obervorschütz) sowie Pia Bohland (TuSpo Borken) über die halbe Distanz der Frauen mit schnellen Zeiten auf. Doch inzwischen hat sich Nina Engelhard (PSV) zu einer Siegläuferin gemausert. Zudem ist die deutsche W 50-Rekordlerin Sandra Morchner (LTK) im Feld. „Der Kassel Halbmarathon ist mein Herzenslauf für Winfried, der mir sehr fehlt. Ich schaue wie sich was verhält und agiere dann spontan“, sagt die Senioren-Weltmeisterin aus Sylt.

Weitere bekannte Namen finden sich in den Marathon-Staffeln wieder. So wird die frisch gekürte deutsche Straßenlauf-Meisterin Eva Dieterich (23) in der Familienstaffel mit den Brüdern Hannes (26) und Jakob (17) sowie mit Vater Gunther (63) die Schlussrunde laufen. Weiterhin gibt es in den Staffeln ein Wiedersehen mit Christoph Bentz sowie mit den Nordhessencup-Assen Felix Kaiser, Rene Persch, Florian Engel und Lorenz Funck.

Wie immer hoch her geht es bereits am Samstag beim Mini-Marathon (15.45 Uhr). Hier will sich der deutsche U 18-Vizemeister Jakob Dieterich gegen seine Vereinskameraden Moritz Kleesiek und Jan Langenkamp sowie gegen Nick Frölich (KSV Baunatal) und Jakob Schmidt-Weigand (TSV Gilserberg) behaupten. Über die gleiche Distanz der Mädchen hofft die im Vorjahr für Furore sorgende Maybritt Böttcher (MT) auf eine auskurierte Verletzung von der Hessischen Berglauf-Meisterschaft am Meißner und muss besonders auf die mit großen Ambitionen startende Pauline Kleesiek (LAV Kassel) sowie auf Sophia Fröhlich (TB) und Marielies Quehl (SC Steinatal) achten. (Martin Scholz/Lothar Schattner)

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