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Kassel Marathon 2022: Viel Unterstützung für das Läuferfeld an der Strecke

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Von: Christina Hein

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Freiwillige Helfer: Diana Gröschke und Cäcilia Thon (im Hintergrund) versorgen die Läufer mit Getränken.
Freiwillige Helfer: Diana Gröschke und Cäcilia Thon (im Hintergrund) versorgen die Läufer mit Getränken. © Malmus, Pia

Die Stimmung beim Kassel Marathon auf und an den Straßen war – anders kann man es nicht sagen – großartig: warmherzig, heiter und im sportlichen Sinne solidarisch.

Kassel – Auch das Wetter meinte es bis auf wenige Regentropfen, die zwischenzeitlich vom Himmel fielen, gut mit den Tausenden von Läufern und Zuschauern an der neuen Strecke, die die Marathon-Läuferinnen und -läufer zwei Mal laufen mussten.

Und so hatten sich schon kurz nach dem Start der Athleten um 9.30 Uhr am Auestadion viele Unterstützer an der Strecke versammelt, ausgestattet mit Stühlen, heißen Getränken, Plakaten und Tröten. Vor der Friedrich-Ebert-Straße 86 war sogar ein Tisch festlich gedeckt worden und die Bewohner feuerten die Läufer beim gemeinsamen Brunchen an.

Kassel Marathon 2022: Die Zaungäste

Cordula Stepf und Katharina Weenkamp sind – ohne dass sie speziell einen Sportler unterstützen – „einfach nur“ Anwohnerinnen, wie sie sagen. Sie stehen an der Elfbuchenstraße und applaudieren jedem, der vorbeiläuft. „Irgendeinen kennt man ja immer“, sagt Cordula Stepf. Und sei es aus der Zeitung wie Tobias Rieger, einen jungen Mann mit Zerebralparese, der in einem Reha-Buggy sitzend von seinem Lehrer Marcel Krug über die Halbmarathonstrecke geschoben wird.

Ganz unbeteiligt am Marathon ist aber auch Cordula Stepf nicht: Tags zuvor haben ihre Kinder am Minimarathon teilgenommen. „Ich finde es so schön, dass der Marathon wieder stattfindet. Es ist ein tolles Event“, sagt ihre Begleiterin Katharina Weenkamp.

Wen sie unterstützen, das wissen Martha (16) und Lillie-Marie Wedler (19) sowie Kaspar (9) und Ludwig Rabich (6) genau. „Papa, Let’s go“, steht auf dem Schild, das Ludwig, auf Lillie-Maries Schultern sitzend, in die Höhe hält. Und da kommt er auch schon um 10.43 Uhr an der Friedenskirche vorbeigerannt. „Eine gute Zeit“ befindet Martha. Es ist nicht der erste Marathon, an dem ihr Vater Martin Rabich teilnimmt. Mit Läufen alle zwei Tage in Kassels Umgebung sei er gut im Training.

Mutmacher: Marathonläufer Martin Rabich wird von seinen Kindern Kaspar (von links), Lillie-Marie, Ludwig und Martha angefeuert, hier an der Friedenskirche.
Mutmacher: Marathonläufer Martin Rabich wird von seinen Kindern Kaspar (von links), Lillie-Marie, Ludwig und Martha angefeuert, hier an der Friedenskirche. © Malmus, Pia

Ein tolles Unterstützer-Quartett hat auch Walkerin Karin Stöcker. An der Straße stehen mit einem Banner Tochter Heike Heithaus und die Enkeltöchter Emma (12) und Frieda (10) sowie Familienhund Kalle. Da muss Karin Stöcker doch mal ihren Walk kurz unterbrechen und ihre Lieben drücken, bevor es mit neuer Kraft weiter in Richtung Ziel geht.

Kassel Marathon 2022: Die Versorgungsstation

„Banane gefällig oder lieber ein Stück Apfel?“ Claudia Richter und Annika Mundschenk halten am Versorgungspunkt Breitscheidstraße Erfrischungen parat. Ebenso wie Cäcilia Thon, Diana Gröschke und Andrea Erdbahn von der Laufsportgemeinschaft Kassel, die Becher mit Iso-Getränken und Wasser anbieten. Sie alle gehören zu den rund 800 Ehrenamtlichen, die ihre Freizeit und ihren Einsatz zur Verfügung stellen, um es den Läufern auf der Strecke so angenehm wie möglich zu machen „Wir machen das gerne“ sagt Erdbahn, „wir sind früher selber Marathon gelaufen und freuen uns, wenn wir was zurückgeben können.“ Auch moralische Unterstützung gibt es: „Morgen ist Feiertag, da könnt ihr euch ausruhen“, motiviert Lothar Ziegler die Läufer durchs Mikrofon.

Logenplatz: Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße brunchen unterm Zeltdach und jubeln den Läufern zu.
Logenplatz: Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße brunchen unterm Zeltdach und jubeln den Läufern zu. © Malmus, Pia

Kassel Marathon 2022: Der Endspurt

„Endspurt“ steht auf einem selbstgemalten Plakat am Hotspot Joe’s Garage. Die Stimmung hier ist auf dem Höhepunkt. Marathon-Unterstützer Dirk van der Werf und sein Garage-Team begrüßen freudig jede Läuferin, jeden Läufer persönlich und mit flotten Sprüchen. Van der Werf bedankt sich bei den Helfern und Stadtreinigern und erfüllt sogar ungewöhnliche Wünsche. So hatte sich der Brems- und Zugläufer Frank Hillebrand – seit Jahren beim Kassel Marathon dabei – fürs Vorbeilaufen zum Endspurt Musik seiner Lieblingsband „Queensryche“ gewünscht. Van der Werf blickt um 12.15 Uhr auf seine Uhr. „Seid bereit“, sagt er zu seinen Helfern, „der Frank kommt gleich vorbei, dann heißt es: Musik ab.“

„Lauf Oma!“: Karin Stöcker ( links) wird von Tochter Heike Heithaus, Frieda, Emma und Hund Kalle unterstützt.
„Lauf Oma!“: Karin Stöcker ( links) wird von Tochter Heike Heithaus, Frieda, Emma und Hund Kalle unterstützt. © Malmus, Pia

Im Vorfeld hatte van der Werf in Hinblick auf die „schwierigen Zeiten“ nach zwei Jahren Pause und dem schmerzlichen Verlust von Marathon-Gründer Winfried „Aufi“ Aufenanger im vergangenen Jahr, gesagt: „Wir werden alles dafür tun, dass wir in diesem Jahr wieder in viele vertraute und glückliche Gesichter an der Strecke sehen werden.“ Dieses Versprechen haben die Marathon-Veranstalter ganz klar gehalten.

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