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Kassel Marathon: DRK und Klinikum Kassel stellen medizinische Versorgung sicher

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Intensivmediziner Dr. Benjamin Liese, Chefarzt Ralf Muellenbach, Intensivmediziner Torsten Müller, und Herzchirurgin Tamari Tvildiani vom Klinikum Kassel mit Notarzt Dr. Gerd Appel und Notfallsanitäter Kai Hubrich vom DRK
Die mobile Herz-Lungen-Maschine ist beim Marathon dabei (von links): Intensivmediziner Dr. Benjamin Liese, Chefarzt Ralf Muellenbach, Intensivmediziner Torsten Müller, und Herzchirurgin Tamari Tvildiani vom Klinikum Kassel mit Notarzt Dr. Gerd Appel und Notfallsanitäter Kai Hubrich vom DRK. © Helga Kristina Kothe

Nach zwei Jahren Coronapause fällt an diesem Wochenende der Startschuss für den Kassel Marathon. Gut 6500 Läufer haben sich für die Wettbewerbe angemeldet.

Kassel – Während sich viele Athleten noch auf die 42,195 Kilometer lange Marathonstrecke am Sonntag einstellen, liegt hinter dem Kreisverband Kassel-Wolfhagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) eine monatelange Vorbereitungszeit, um die medizinische Versorgung vom Sportunfall bis zum komplexen Notfall mit dem Klinikum Kassel zu sichern.

Kai Hubrich, stellvertretender DRK-Kreisbereitschaftsleiter und zuständig für Sanitätsdienste, freut sich, dass es nach 2019 nun wieder losgeht. Gut 260 Sanitätsdienstler werden bei den Wettkämpfen dabei sein – „mit acht Stationen an der Strecke, je vier Krankentransport- und Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeugen und drei Behandlungszelten im Auestadion“, zählt Hubrich auf.

Ob eine Blase, die ein Pflaster braucht, Stürze, Dehydration, Fieber oder Herz-Kreislauf-Probleme: Der Sanitätsdienst kümmert sich mit acht Notärzten um die Versorgung. Zu ihnen zählt DRK-Kreisverbandsarzt Dr. Gerd Appel, der als langjähriger Begleiter des Marathons weiß: „Zu viel oder zu wenig trinken, das ist oft ein Problem.“ Im Schnitt fielen an dem Wochenende 100 und bis 200 Einsätze an.

Herzstück der medizinischen Versorgung sind die DRK-Zelte im Auestadion mit drei intensivmedizinischen Behandlungsplätzen, ausgestattet mit Medizintechnik vom Defibrillator bis hin zum Beatmungsgerät. „Wir können auf bis zu sieben Plätze aufrüsten“, sagt Hubrich.

„Dort begleiten wir auch den Endspurt und stehen mit dem Defi bereit“, ergänzt Appel. Denn rasche medizinische Hilfe nach einer solchen körperlichen Herausforderung kann lebenswichtig sein: Die Reaktionen reichten von Überanstrengung über Erbrechen bis hin zu Zusammenbrüchen.

Im Notfall kann vom Stadion aus auch ein zweiköpfiges Ärzteteam des ECMO-Zentrums des Klinikums Kassel mit einem mobilen ECMO-Gerät ausrücken. Dieses kann bei schwerem Lungen- und Herzversagen Leben retten. ECMO steht für „Extrakorporale Membranoxygenierung“ und bezeichnet ein technisches Verfahren zur vorübergehenden Unterstützung für Herz und Lunge. Die mobile Herz-Lungen-Maschine kommt zum Einsatz bei Patienten, die nicht ohne Weiteres mit Herzdruckmassage, Beatmung und Defibrillator reanimiert werden können. Sie werde gebraucht, wenn das Risiko zu sterben sehr hoch sei, sagt Dr. Ralf Muellenbach, Direktor der Klinik für Intensivmedizin und Leiter des ECMO-Zentrums.

Ziel sei es dann mithilfe des Geräts die Überlebenswahrscheinlichkeit zu erhöhen, die Organe zu entlasten und ein Organversagen zu vermeiden. „Zudem verfügt es über eine Kühlung, um die Körpertemperatur um drei bis vier Grad herunterzukühlen, um Patienten vor weiteren Schädigungen, etwa des Gehirns, zu schützen“, erklärt Muellenbach.

Die ECMO-Einheit ist eine Brücke zur intensivmedizinischen Therapie: Sie leitet durch ein spezielles Kanülen- und Schlauchsystem das sauerstoffarme Blut über eine Membran, reichert es mit Sauerstoff an und führt es zurück in den Blutkreislauf.

Das 2018 gestartete ECMO-Zentrum verfügt über zwölf mobile Einheiten. Sie würden zehn bis fünfzehn Mal im Jahr zu Notfällen hinzugerufen, sagt Torsten Müller, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Kassel und Intensivmediziner am Klinikum.

Alle bisher erschienen Infos, aktuellen Artikel und Bilder gibt es auch in unserem Marathon-Themen-Spezial.

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