1000 Zuschauer in der Rothenbach-Halle

Vor Ort beim letzten Bundesliga-Spiel der MT: Alles strahlt in der Farbe Rot

Auf dem Foto sind fünf Menschen im Vordergrund zu sehen. Vier Frauen und ein Mann. Alle tragen rote Trikots oder gestreifte Shirts. Im Hintergrund sind weitere Menschen zu erkennen.
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Zeigt her eure Tickets: (von links) Gesa Göbel, Lara Maaß, Marlen, Martina und Mark Göbel.

Wir sind beim letzten Bundesliga-Heimspiel der Melsunger Handballer vor Ort. Die Stimmung unter den 1000 Zuschauern ist grandios - auch wenn die MT verliert.

Kassel – Die Zuschauer stehen vor der Rothenbach-Halle in Kassel Schlange – gefühlt bis zum nahe gelegenen Auestadion. Schlange stehen? Gibt es sowas überhaupt noch? Ja. Am Mittwoch beim Bundesliga-Handballspiel zwischen der MT Melsungen und den Füchsen Berlin sieht das sogar wieder ganz normal aus.

Zuschauer der MT stehen vor der Rothenbach-Halle in einer langen Schlange

Am Eingang ist Familie Göbel schon ganz aufgeregt. „Die Vorfreude ist riesig. Wir waren zuletzt an Weihnachten 2019 hier“, sagt Mark Göbel. Er ist gemeinsam mit seiner Frau Martina und den beiden Töchtern Gesa und Marlen in der Halle. Freundin Lara Maaß haben sie auch im Gepäck. Die Mädchen tragen MT-Trikots von Julius Kühn, Tobias Reichmann und Patrik Fahlgren. Das soll Glück bringen.

Bei den zwei Vorsitzenden des Bartenwetzer Fanclubs aus Melsungen ist die Stimmung getrübt. Zum einen freuen sich Marion Viereck und Karin Wenderoth, endlich wieder in der Halle sein zu dürfen. Auf der anderen Seite sind sie traurig, dass zwei wichtige Spieler gehen. „Die roten Fingernägel bringen Glück“, sagt Wenderoth und zeigt dabei auch zu Viereck, die die Fußnägel passend in rot lackiert hat.

Die zwei treuen MT-Fans Marion Viereck und Karin Wenderoth vom Bartenwetzer Fanclub können das Spiel kaum erwarten.

Und wie geht das Spiel aus? „Die Füchse Berlin sind extrem stark, aber unsere Jungs können kämpfen“, weiß Susanne Wädow, die auch zum Fanclub gehört. Die Rothenbach-Halle ist an diesem Abend an zwei Eingängen für die Zuschauer geöffnet. Mit der Anmeldung, den Tickets und den mitgebrachten gelben Impfpässen klappt alles reibungslos.

In der Rothenbach-Halle in Kassel ist die Hölle los - 1000 Zuschauer feuern die MT lautstark an

Hier ist gefühlt die Hölle los. Die 1000 Zuschauer sitzen mit Abständen verteilt auf den Sitzplätzen. Was so Fans im Rücken ausmachen. Der Hallensprecher Bernd Kaiser sagt kurz vor Spielbeginn: „Das tut den Jungs gut, lasst was von euch hören!“ Das lassen sich die Fans nicht zweimal sagen. Neben den lauten Rufen und dem permanenten Klatschen halten einige Fans Plakate in die Höhe. „Alheimer MT-Stammtisch drückt alle Daumen“ ist da auf einem zu lesen.

Während des Spiels ist es ganz schön laut - aber genau das gefällt den 1000 Anhängern der MT Melsungen

Beim Einlaufen der MT-Spieler werden zwar die Nachnamen noch etwas zaghaft mitgerufen, aber man ist ja auch etwas aus der Übung. Somit ist das schon mal verziehen. Die Anzeigetafel leuchtet nach jedem Tor eines MT-Spielers wieder auf. Es wird mal gepfiffen, mal gebuht und sehr viel geklatscht.

Zwischendrin erwischt man sich fast, indem man denkt „ganz schön laut hier“. Aber das ist es ja, was den Sport, was das Gefühl mittendrin statt nur dabei zu sein, ausmacht. Wie die Fans mit klatschen, wenn der Hallensprecher sie dazu auffordert: „Die Jungs brauchen euch, jetzt!“ – und prompt fällt ein Tor. Wahnsinn.

Wer an diesem Abend nicht wenigstens einmal Gänsehaut am ganzen Körper verspürt, nach so vielen Monaten ohne Live-Handball, ist von einer anderen Welt. Oder wie es die Fanshop-Mitarbeiterin Anja Scholtz vor der Halle sagen würde: „Ein letztes Heimspiel der Saison ist immer emotional. Aber das hier toppt niemand.“ (Cora Zinn)

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