Über Ungarn nach Japan?

Kasseler Rennkanutin Sarah Brüßler trainiert für WM und Olympische Spiele

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Zumindest das Training läuft wieder: Sarah Brüßler paddelt im Trikot der Rheinbrüder Karlsruhe. 

Die Hoffnung ist nur vage, aber sie lebt. Denn die Chance, dass im September eine Weltmeisterschaft der Rennkanuten im ungarischen Paddlermekka Szeged ausgetragen werden kann, sie beseelt auch Sarah Brüßler. „Das ist nach vielen Wochen, in denen wir total in der Luft hingen und es viel Ungewissheit gab, nun wieder ein Ziel, für das wir trainieren,“ sagt die Paddlerin der Rheinbrüder Karlsruhe, die bei WVC und PSV Grün-Weiß Kassel groß geworden ist.

Wochen, in denen zeitweise bis auf individuelles Ergometerfahren gar nichts ging, nachdem ein Trainingslager Portugal abgebrochen werden musste. „Mit einer Sondergenehmigung dürfen wir Nationalkader-Athleten jetzt immerhin in Kleingruppen wieder im Rheinhafen paddeln“, berichtet Brüßler.

Wochen auch, in denen die 26-Jährige auch die Sinnfrage stellte. Für die Vizeweltmeisterin 2019 im Zweierkajak über 1000 Meter, auch in Szeged, war die Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 nämlich ein Nackenschlag. Der Grund: Die Sportsoldatin, die an der Uni Mannheim Psychologie studiert, hatte sich voll auf den Sport konzentriert und zwei Urlaubssemester eingelegt. „Mehr geht nicht.“

Und jetzt? „Habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie es weitergehen kann mit Sport und Studium. Ich bin im vierten Masterssemester und muss da ja auch endlich mal vorwärtskommen,“ sagt Sarah Brüßler. Zum Glück kann sie seit drei Jahren auf ein Stipendium bauen. „Das ermöglicht mir, es wohl doch alles unter einen Hut zu bekommen. Irgendwie wird es schon klappen.“

Und so bleibt die WM in Szeged als nächste Hoffnung, als Zwischenstation auf dem verlängerten Weg doch noch nach Tokio, dem größten Ziel. Zweimal schon war Brüßler bei Weltmeisterschaften dabei, Olympische Spiele aber sind und bleiben auch ihr Traum. „So dicht vor Tokio jetzt aufzugeben, das wäre Quatsch.“

Auch wenn es somit weitergehen wird mit Entbehrungen. Ein Besuch in Kassel bei den Eltern, eine Trainingseinheit mit alten Weggefährten auf der „Fulle“ – „das gab es schon länger nicht“. An Ostern wäre erstmals seit einigen Jahren wegen des Trainingsverbots Zeit dafür gewesen. „Aber natürlich halten wir Sportler uns auch an die Regeln und wahren Distanz“, versichert Sarah Brüßler. „Wäre doch bitter, wenn die WM in Szeged tatsächlich stattfinden würde, aber ich in Quarantäne müsste wegen des Virus und nicht starten könnte.“

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