Vor Ort bei den Herren 70

Kasseler Routiniers eröffnen die Tennis-Saison

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Die neue Tennis-Saison startet auch mit Hygieneregeln: Adolf Klug (links) sprüht seinem Mannschaftskameraden Hartmut Happel Desinfektionsmittel in die Hand. 

Endlich geht es wieder los: Seit Montag dürfen die hessischen Tennis-Mannschaften als erste Sportart im Amateurbereich ihren Ligabetrieb wieder aufnehmen. In Kassel kommt es zum Start nach der Corona-Pause zu einem ganz besonderen Spiel. Nicht die Jüngsten machen auf der Anlage des TC 31 Kassel mit einem Derby den Auftakt zur neuen Saison – nein, es sind die Ältesten und Erfahrensten.

Eigentlich sollten die Herren 70 des TC 31 und von Blau-Weiss Kassel am Montag die Ersten sein, die wieder Tennis spielen dürfen, aber der Regen machte ihnen – nach dem Virus – einen Strich durch die Rechnung. Zwei Tage später ist es an der Menzelstraße dann soweit. Wir waren vor Ort.

Sehnsüchtig haben die Kasseler Teams dem Start in der Bezirksoberliga entgegengefiebert. „Schön, dass es wieder losgeht“, sagt TC-Mannschaftsführer Adolf Klug mit einem Lächeln. „Wir haben lange genug auf unseren Sport verzichtet“, ergänzt Hartmut Happel. Bevor es für ihn und die anderen Tennis-Routiniers aber auf den Sandplatz geht, müssen sie sich die Hände waschen und desinfizieren. Dafür wurde extra eine Flasche Desinfektionsmittel an der Wand des Vereinsheims angebracht, die die Spieler erreichen, wenn sie aus der Kabine kommen. Bis um 9.45 Uhr trudeln so nach und nach alle acht Spieler an den Plätzen ein, da sich in der Herren-Umkleide maximal sieben Personen gleichzeitig aufhalten dürfen.

Der Weg zu den Plätzen wirkt ein wenig wie eine Schnitzeljagd oder der Straßenverkehr. Einlaminierte Einbahnstraßen-Schilder und Pfeile auf dem Boden zeigen den Tennisspielern die Richtung. Den Weg auf ihr rotes Gut finden sie alle, das war aber auch nicht schwer. Dort angekommen versammeln sich die acht Spieler noch kurz im Kreis, den Mindestabstand einhaltend. „Ich wünsche euch allen gute und faire Spiele“, betont Klug zum Ende und fügt hinzu: „Gutes Gelingen!“ Schon jetzt ist klar: Hier geht alles sehr kollegial und freundschaftlich zu. Dasselbe Bild zeigt sich wenig später auch auf dem roten Sand.

Die Sporttasche auf die weiße Bank am Rand platziert, das Handtuch und die Trinkflasche bereitgestellt und schon suchen sich die Routiniers – mit Schläger und Bällen im Gepäck – ihre Position auf dem Feld. Man hört die Schritte im Sand, der immer noch ein wenig feucht ist. Das stört die Herren aber nicht. Während der Tennisball auf den Plätzen eins und zwei schon über das Netz fliegt, wird auf Platz drei noch eine Spielerbank sauber gemacht. Auch die Gäste sollen sich hier wohlfühlen.

Die ersten Ballwechsel sind auf allen Plätzen gemacht. Das Resümee: Es klappt noch nicht alles nach der Pause. „So viel Training haben wir ja auch nicht gehabt“, sagt BW-Mannschaftsführer Manfred Keil, der den sonst so üblichen Handschlag mit Happel per Ellbogen nachholt. Es wird sich geärgert über jeden misslungenen Ball, geflucht und gestöhnt. Dass längst noch nicht alle bereit für den Saisonstart sind, merkt man auch neben dem Platz. Zwei Männer bringen während des Einschlagens die grünen Spielstandsanzeigen an die Felder an. „Wir wussten nicht, dass schon Punktspiele sind“, sagt einer der Männer. „Wir sind auch überrascht, dass schon wieder gespielt wird.“

Die Bälle fliegen durch die Luft. Hoch und tief, lang und weit, mit Drehung und ohne. Am Ende heißt es 4:2 für die Gastgeber des TC 31. Die Tennissaison wurde spannend eröffnet. Und der Abstand? Der ist sowohl im Einzel, als auch im Doppel kein Problem.

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