Eishockey

Kasseler Spieler über NHL-Star Draisaitl: „Schon früh ein Führungsspieler“

Im Dress seines Vereins Edmonton Oilers: NHL-Star Leon Draisaitl ist erfolgreichster Torjäger der Hauptrunde.
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Im Dress seines Vereins Edmonton Oilers: NHL-Star Leon Draisaitl ist erfolgreichster Torjäger der Hauptrunde. Foto: Mike Wulf/zuma/dpa

NHL-Star Leon Draisaitl ist in aller Munde. Zwei Spieler der Kassel Huskies waren in der Jugend seine Weggefährten - und erzählen von früher.

Er ist der beste Stürmer in der NHL und Deutschlands neues Eishockey-Idol. Und dabei erst 24 Jahre alt. Aber wer ist dieser Leon Draisaitl abseits aller sensationellen Statistiken und Lobpreisungen? Wir sprachen darüber mit zwei Spielern aus dem letzten Zweitliga-Kader der Kassel Huskies, die einst im Nachwuchsbereich mit dem jungen Draisaitl zusammengespielt haben – in erster Linie Patrick Klöpper.

„Wir haben in der Jugend viel Zeit zusammen verbracht. Ich als Krefelder, er als Kölner, da waren wir oft Gegner. Aber schon in der NRW-Auswahl haben wir auch zusammengespielt“, sagt „Klöppi“ zurückblickend. Als Bindeglied fungierten die Tiffels-Brüder, die zeitweise ebenfalls in Krefeld spielten und Cousins von Draisaitl sind. „Daraus hat sich eine gute Freundschaft entwickelt über viele Jahre, wir hatten viel Spaß miteinander und haben Vieles erlebt“, sagt Klöpper.

Stürmer der Huskies: Patrick Klöpper.

Schon immer sei der heutige NHL-Star ein super Techniker gewesen mit gutem Auge für die Mitspieler. „Aber dass der Leon solch eine Traumkarriere hinlegen wird, das war zunächst nicht zu erwarten.“ Die entscheidende Phase sei 2012 gewesen, mit 17 oder 18, als Draisaitl zu den Prince Albert Raiders gegangen war. „Als ich ihn nur wenige Monate später bei der Junioren-Nationalmannschaft wiedergesehen habe, war das ein anderer Typ geworden. Während wir hier bei den Klubs meistens auf der Bank saßen oder DNL gespielt haben, hat er in Kanada 68 Punktspiele bestritten und sich sensationell weiter entwickelt - körperlich, spielerisch, einfach unglaublich. Jede Aktion hat seither Hand und Fuß.“

Und sonst? Klöpper erinnert sich, wie Leon Draisaitl von der Erfahrung und Klasse seines Vaters Peter profitiert habe. „Als wir noch mit Schlägern aus dem Laden von der Stange spielten, hatte der Leon schon eine eigene, spezielle Kelle. Ein Schlägerblatt mit eigener Biegung, außergewöhnlich lang und recht gerade. Das war gerade beim Bully sehr speziell“, weiß Klöpper über den ewigen Fußballfan des 1. FC Köln.

Und eines lässt er dann auch noch durchblicken: Die jungen Wilden schlugen auch schon mal ein wenig über die Stränge. „Nur ein wenig, und wir haben das Eishockey nie aus dem Fokus verloren. Nie.“ Einmal allerdings wurde den Burschen aus disziplinarischen Gründen eine Sperre für zwei Spiele angedroht. Bei einem Sechsländerturnier in Berlin soll ein Zimmer plötzlich und unerklärlich überschwemmt gewesen sein.

Huskies-Kapitän: Denis Shevyrin. Archivfoto: a. Fischer

Auch Denis Shevyrin war einst im Krefelder Talentschuppen aktiv und beispielsweise bei der Junioren-WM 2011/12 ein Weggefährte Draisaitls. Der Huskies-Kapitän bescheinigt dem heutigen 8,5-Millionen-Dollar-Mann einen „schon damals extrem hohen Eishockey-IQ“. Draisaitl habe Talent und Technik schon früh gepaart mit Spielverständnis: „Leon hat das Spiel gelesen und die Spieler, wusste um ihre Laufwege“, sagt der 25-Jährige. Insbesondere mit Dominik Kahun habe der perfekt harmoniert. So kam das Duo in der Schüler-Bundesligasaison 2010/11 im Mannheimer U-16-Trikot auf 206 (Kahun) und 192 (Draisaitl) Scorerpunkte in lediglich 30 Spielen.

„Keine Frage, Leon war schon ganz früh ein Führungsspieler, selbst wenn er im jüngeren Jahrgang bereits gegen die älteren angetreten ist“, erläutert Shevyrin. Der heutige Verteidiger hat gegen Draisaitl gespielt, „viel lieber aber natürlich mit ihm“. Auch heute wäre das super.

Archivfoto: Dieter Schachtschneider

Weggefährten Draisaitls aus den Jahrgängen 1994/95 (eine Auswahl): Patrick Klöpper, Denis Shevyrin, Eric Stephan, Lennart Palausch, Dominik Kahun, Frederik und Dominik Tiffels, Lukas Laub, Patrick Klein.

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