„Ein Traum geht in Erfüllung“

Kasseler Sprinter Steven Müller hat sich nun doch noch für Olympia qualifiziert

Er startet nun doch noch bei den Olympischen Spielen: Sprinter Steven Müller aus Kassel hat es überraschend nach Tokio geschafft.
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Er startet nun doch noch bei den Olympischen Spielen: Sprinter Steven Müller aus Kassel hat es überraschend nach Tokio geschafft.

Der 200-Meter-Sprinter Steven Müller aus Kassel hat sich überraschend für die Olympischen Spielen in Tokio qualifiziert. Damit wird ein Traum von ihm wahr.

Kassel – Richtig begreifen kann es der 200-Meter-Sprinter Steven Müller aus Kassel immer noch nicht, dass er nun doch noch bei den Olympischen Spielen in Tokio an den Start geht. Überraschend kam die Nachricht, dass er sich über die Weltrangliste qualifiziert hat. „Ich freue mich, dass ich sagen kann, dass ich Olympionike bin, das ist unglaublich“, sagt er.

Noch vor etwa einer Woche sah es so aus, als wäre der Traum von Olympia geplatzt. Denn aufgrund einer Verletzung konnte Müller die Norm (20,24 Sekunden) über 200 Meter für die Olympischen Spiele nicht mehr schaffen. Wegen einer Bauchmuskelzerrung trat der Sprinter bei Wettkämpfen nicht an.

Durch seine Leistungen aus dem WM-Jahr 2019 ergatterte der Athlet der LG Friedberg-Fauerbach nach der „Road To Tokyo“-Liste den drittletzten von 56 Startplätzen über 200 Meter. Er steht auf Platz 72 der Weltrangliste und schaffte es damit, sich für Olympia zu qualifizieren.

Viel Zeit, um nachzuvollziehen, dass er nun bei dem internationalen Wettbewerb dabei ist, blieb Müller kaum. Gestern war er bereits bei der Einkleidung in Frankfurt. Dort bekam er unter anderem seine Sportsachen für die Zeremonie und das Training. Da habe er die ersten Glücksgefühle gehabt. „Jetzt geht’s bald los“, sagt der 30-Jährige. Die Freude ist groß, doch richtig wahrnehmen, dass er es geschafft hat, werde er es erst im Flieger, glaubt Müller, wenn er tatsächlich auf dem Weg nach Tokio ist. „Ich bin sprachlos und glücklich und freue mich wirklich auf Olympia.“

Glücklicher Trainer: Otmar Velte.

Erst 2013 hat Müller mit Leichtathletik begonnen, weshalb es ein großer Erfolg ist, dass er es nun so weit geschafft hat. „Es ist einfach nur mega, ein Traum geht in Erfüllung“, denn Olympia zählt zu seinen großen Zielen. „Nun habe ich das geschafft, was man sich erträumen kann“, denn der Sprinter liebt die Herausforderung. Er habe immer den Ehrgeiz, bei den Läufen das Letzte aus sich herauszuholen.

Auf Olympia bereitet er sich genauso vor, wie auf alle anderen Wettkämpfe auch. Das Training laufe normal weiter. Sein Trainer Otmar Velte übernehme dafür die Planung. „Er hat dazu so viel beigetragen.“

In Tokio will Müller auf jeden Fall die Zeit genießen, dabei sein zu können. Sein Ziel ist es, einen guten Lauf zu machen, denn durch seine Verletzung lief die diesjährige Saison nicht so gut.

Auch sein Trainer freut sich, dass es Müller doch noch geschafft hat. Auf der einen Seite sei da die Freude, dass er sich, obwohl die Saison nicht so gut lief, mit den Leistungen aus 2019 über die Weltrangliste doch noch qualifiziert hat. „Auf der anderen Seite hat er nun die Chance, bei Olympia zu zeigen, was er drauf hat.“ Dass Müller erst recht spät mit Leichtathletik begonnen hatte und zehn Jahre später bereits bei internationalen Meisterschaften dabei ist, sei eine unglaubliche Entwicklung. „Das macht mich stolz.“ Der Erfolg sei ihnen gemeinsam als Athlet und Trainer gelungen.

„Die Olympia-Vorbereitung hat vor drei Jahren angefangen“, sagt Velte, nämlich bei der Europameisterschaft 2018. Jetzt gehe es nur noch darum, die letzten zwei, drei Wochen vor den Olympischen Spielen vorzubereiten. Wann genau es für Müller nach Tokio geht, stehe derzeit noch nicht fest. (Samira Müller)

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