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Kasselerin Amelie Fuchs glänzt bei Weltmeisterschaft im Wakeskating

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Von: Wolfgang Bauscher

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Schnell und dynamisch unterwegs: Amelie Fuchs auf dem Weltmeisterschaftsparcours in Thailand, wo sie mit der Mannschaft Gold gewann und im Einzel Fünfte wurde.
Schnell und dynamisch unterwegs: Amelie Fuchs auf dem Weltmeisterschaftsparcours in Thailand, wo sie mit der Mannschaft Gold gewann und im Einzel Fünfte wurde. © Privat/nh

Die gebürtige Kasselerin Amelie Fuchs holte bei den Wakeskating-Weltmeisterschaften in Thailand mit der Nationalmannschaft Gold.

Kassel – Shove-it, Kickflip, Big Spin – Tricks beim Wakeskaten, die wenige so gut beherrschen wie Amelie Fuchs. Was die gebürtige Kasselerin soeben bei den Weltmeisterschaften im thailändischen Pathumthani bewies, wo sie in der Klasse Open Ladies als Fünfte nur knapp eine Einzelmedaille verpasste und mit der Nationalmannschaft Gold gewann.

Was aber ist Wakeskaten? Auf einem Brett, dem Board stehend, werden Sportlerinnen und Sportler per Lift mit etwa 30 km/h über einen 900 Meter langen Wasserparcours gezogen. Dabei müssen Tricks auf dem flachen Wasser sowie an den Hindernissen ausgeführt werden.

Ihren ersten Titel gewann Fuchs im Sommer 2017 auf dem Wakeboard

Die ersten Meriten verdiente sich Fuchs auf dem verwandten Wakeboard, das, anders als das Wakeskate, mit Bindung gefahren wird, beim WSC Twistesee. „Wegen einiger Freunde bin ich dann gewechselt. Das hatte was von Zufall, aber plötzlich war ich damit Deutsche Meisterin“, erinnert sich die 27-Jährige an ihren ersten Titelgewinn im Sommer 2017. Inzwischen kamen zwei weitere nationale Meisterschaften hinzu sowie Bronze bei den Europameisterschaften.

Amelie Fuchs Wakeskaterin
Amelie Fuchs Wakeskaterin © Privat

Der Wechsel von Wakeboard zu Wakeskate hatte aber auch mit einer Verletzung zu tun, erklärt sie: „Beim Wakeboarden sind die Sprünge höher und weiter. Wegen eines früher erlittenen Kreuzbandrisses war mir das auf Dauer zu gefährlich.“ Ein Wechsel zurück kam nie infrage. „Ich hatte mich bald ein bisschen ins Wakeskaten verliebt. Und fühle mich mit fester Bindung längst nicht mehr wohl“, sagt Fuchs.

„Man benötigt viel Kraft, Ausdauer und Körperbeherrschung“

Mit leichtem Unbehagen denkt Fuchs, die früher beim KSV Hessen kickte, noch immer an die ersten Starts auf dem Wasser zurück. „In der ersten Zeit hatte ich so starken Muskelkater, dass ich meine Fußballtasche nicht mehr hochheben konnte. Für Neuanfänger ist das normal. Man benötigt viel Kraft, Ausdauer und Körperbeherrschung“, sagt sie. Ebenso wichtig ist die Technik. „Nach ein paar Wochen kann man die ersten einfachen Tricks. Bis sie sicher sind und die schwereren hinzukommen, braucht man aber einen langen Atem“, sagt Fuchs.

Schwer ist zum Beispiel jener Trick, bei dem das Brett im Fahren unter den Füßen gedreht wird. Wobei diese momentan keinen Kontakt zum Skate haben. „Wenn was schiefgeht, muss man eben viel schwimmen“, sagt Fuchs, die seit drei Jahren im Oberallgäu lebt. Sie hatte den langen Atem, wurde immer besser, und fuhr nun bei der WM „eine der besten Runden, die ich je gefahren bin“.

Im kommenden Jahr stehen EM und DM an

Rund ein Dutzend Tricks bot sie, wie sie berichtet, „viele mit hohem Schwierigkeitsgrad. Alle haben geklappt, was sonst nicht immer der Fall ist“. War die Masterstudentin im Fach Personalmanagement zunächst froh, überhaupt ins WM-Finale gekommen zu sein, empfand sie bald auch leichtes Bedauern: „Der Punktabstand nach vorn war minimal. Hätte ein Trick noch ein wenig sauberer geklappt, wäre es eine Medaille gewesen.“

Fuchs, die auch als Skilehrerin tätig ist, prägt sich beim Wakeskaten die Tricks vor dem Rennen ein wie die Slalom-Asse den Kurs durch die Stangen. „Ich plane vorher alles genau, schließe die Augen, stelle mir genau vor, wie ich lande, um die Aufregung zu nehmen, muss wissen, wann der Zug über das Seil kommt. Und konzentriere mich dann auf jedes Hindernis neu.“ Sieht man sie fahren, erahnt man kaum, wie schwer ihr Sport ist. Was ihr wiederum Bestätigung ist: „Schön, wenn es leicht aussieht. Dann habe ich alles richtig gemacht.“ Was auch im kommenden Jahr bei EM und DM so sein soll, wenn Shove-it, Kickflip, Big Spin wieder anstehen. (Wolfgang Bauscher)

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