Marion Schützel fand alte Bilder des CSC 03 Kassel - ihre Eltern hatten die Gaststätte Asthalter

Kassler bis zum Abwinken

Stadtpokalsieger: Die Rothosen im Jahr 1924 mit (hinten von links) Missler, Wolf, Muth, Asthalter, Gerlach, Reckert, Nöchel, Beutel, Vorsitzender M. Krüger sowie (vorn von links) Appel, Mander und Junghans.

Kassel. Bis in die heutige Zeit weiß in Kassel und Umgebung eigentlich jeder, der sich nur ein wenig mit Fußball beschäftigt, wer die „Rothosen“ sind. So heißen die Kicker des CSC 03 Kassel. Der Ursprung für diese Bezeichnung liegt lange zurück.

An Weihnachten 1919, als der Casseler Turn- und Sportverein 1848, er war einer der Vorgängervereine des heutigen CSC 03, mit roten Hosen und weißen Blusen spielte. Gestiftet hatte die neue Garnitur der damalige Mannschaftskapitän Karl Asthalter. Ein Name, der damals zur Mannschaft von der Tapsgasse, zwischen der Leipziger und der Scharnhorststraße und dort war der damalige Fußballplatz, gehörte.

1931 hatte Asthalter das Haus neben dem Marstall gekauft und ab 1954/55 war die Gaststätte Asthalter auch das Vereinslokal der Rothosen. Bis 1971, in diesem Jahr bezog der CSC 03 seine eigenen Räume an der Jahnstraße.

Für Marion Schützel, die Tochter Karl Asthalters und im Jahr des Hauskaufs geboren drehte sich in ihrer Jugend viel um Fußball, „Dabei lag mir und meinem späteren Mann Hockey viel mehr, mit Fußball hatte ich eigentlich gar nicht viel am Hut“, sagt Schützel. Die Fußballer gingen aber in der Gaststätte ein und aus, die Funktionäre tagten dort. Und am Wochenende half Marion Schützel in der Gaststätte.

1957 starb Karl Asthalter, zwei Jahre später verpachtete seine Witwe die Gaststätte. „Sie konnte das allein trotz Unterstützung nicht schaffen“, erinnert sich Marion Schützel. Einer der späteren Pächter war übrigens der als Fußballer und Trainer bekannte Fritz „Itze“ Kleim.

Als Marion Schützel jetzt umzog, fiel ihr eine Schachtel, die ihre Mutter Annemarie aufgehoben hatte, mit der Aufschrift „CSC 03“ in die Hände. Acht (ur)-alte Bilder der „Rothosen“. Auf fast allen kein Vermerk, wann das Foto aufgenommen war, wer abgebildet ist. „Aber meinen Vater habe ich sofort auf allen Bildern erkannt. Und natürlich meinen Onkel Flaps Engelhardt,“ sagt Marion Schützel.

Und eine lustige Geschichte fällt ihr auch noch ein. Bei einem Auswärtsspiel sollten Asthalters nach der Partie die Mannschaft auf dem Platz an der Nürnberger Straße bewirten. „Also haben wir in Wäschkörben alles Mögliche dort hin geschleppt, vor allem aber zwei große Stränge Kassler“, erinnert sie sich. Doch wer nicht kam, waren die Fußballer. Die hatten auswärts gewonnen, kräftig gefeiert und dann keinen Hunger mehr. „Einfrieren gab es damals noch nicht, Wir hatten dann für den Rest unseres Lebens Kassler satt“, scherzt Schützel.

Die Bilder von Marion Schützel sind zu finden unter: http://regiowiki.hna.de/Wir_suchen:_Historische_Sportfotos#CSC_03

Von Peter Fritschler

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