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Konstantin Schäfer ist schon die Streif in Kitzbühel gefahren

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Konstantin Schäfer von der Skigemeinschaft Kreis Rotenburg (SGKR) ist ausgebildeter Skilehrer, Jugendwart und Betreuer.
Konstantin Schäfer von der Skigemeinschaft Kreis Rotenburg (SGKR) ist ausgebildeter Skilehrer, Jugendwart und Betreuer. © privat

Steil, steiler, Streif – keine Abfahrt im Weltcupzirkus ist schwieriger und gefährlicher als die Piste des legendären Hahnenkammrennens in Kitzbühel. Die Abfahrt wird heute um 11.30 Uhr gestartet.

Hersfeld-Rotenburg - Als Jugendlicher ist Konstantin Schäfer alpine Skirennen gefahren. Heute ist er ausgebildeter Skilehrer, Jugendwart und Betreuer im Rennteam der Skigemeinschaft Kreis Rotenburg (SGKR).

Und wie die meisten Skifahrer aus der Region, hatte auch er sich in den warmen Tagen nach dem Jahreswechsel sehnlichst Schnee gewünscht. In den letzten Tagen ist dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung gegangen.

Gestern öffnete sogar der Lift auf der Wasserkuppe wieder. Dort soll Mitte Februar das Quali-Rennen für die „Young-Ski-Talents“-Woche in Wagrain gefahren werden.

Dass junge Talente aus der Region bei Weltcup-Rennen einmal mitwirken können, davon ist bislang nicht auszugehen. Aber auch sie dürften bei entsprechendem Training und Fortschritten im Skikurs auch steilere Pisten und Abfahrten der Alpen meistern.

Vor einigen Jahren fuhr der 26-jährige Heringer mit ein paar Freunden die Kitzbühler Strecke ab. Im Urlaub, zum Spaß. Und nur einen Tag, bevor die Piste zur Rennpräparierung gesperrt wurde.

Respekt vor dieser extrem steilen Strecke – ja, aber Angst? – Nein! Schäfer verliert auf der Piste nicht den Mut. „Du musst kein Vollprofi sein, um diese Strecke zu bewältigen. Man muss sich Zeit lassen bei den extremen Abschnitten. Dann klappt das schon“, sagt er.

Während die Spitzenläufer keine zwei Minuten für die 3312 Meter lange Piste benötigen, brauchten er und seine Freunde damals etwas länger als 20 Minuten. „Wir haben zwischendurch immer Pausen eingelegt. Bei einigen Abschnitten haben wir auch die Informationstafeln der einzelnen Streckenabschnitte angesehen. Und auch die Aussicht auf die Kitzbühler Alpen genossen.“ Besonders an der Hausbergkante habe man länger verweilt. „Wenn du da stehst und überlegst, mit welcher Geschwindigkeit die sich runterstürzen, dann ist das schon absoluter Wahnsinn. 140 Kilometer sind keine Seltenheit.“

Wahnsinns-Abfahrt: Der Schweizer Didier Cuche, Rekordsieger auf der Streif, beim Sprung auf einer der schwersten Pisten im alpinen Weltcup. Kurz vor dem Zielschuss erreichen die Rennläufer Spitzengeschwindigkeiten von 140 Stundenkilometern.
Wahnsinns-Abfahrt: Der Schweizer Didier Cuche, Rekordsieger auf der Streif, beim Sprung auf einer der schwersten Pisten im alpinen Weltcup. Kurz vor dem Zielschuss erreichen die Rennläufer Spitzengeschwindigkeiten von 140 Stundenkilometern. © dpa

Aber was macht die Streif aus? Der Reiz dieser Piste, so Schäfer, gehe besonders von der Kombination der verschiedenen Abschnittsteile aus: Mausefalle mit einem 85-prozentigen Gefälle und 80-Metersprung, Steilhang, Brückenschuss, Lärchenschuss, Hausbergkante.

Er habe damals versucht, sich in die Situation eines Spitzen-Rennläufers zu versetzen. „Die müssen einen irren Druck verspüren in Kitzbühel“, erzählt er. Jede Gondel der Hahnenkamm-Bahn trage den Namen eines Siegers. Auch am Starthäuschen hängen die Fotos mit dem Namen der Besten. „Das Hahnenkamm-Rennen ist für alle Läufer im alpinen Rennzirkus eine riesige Herausforderung.“ Wer es ins Ziel mit einer einigermaßen passablen Zeit geschafft habe, könne stolz auf sich sein. „Der Läufer hat dann abgeliefert.“

Nicht zu vergessen sei der finanzielle Anreiz. Das Hahnkamm-Rennen sei eines der am besten dotierten Weltcup-Rennen. Für den Sieger gibt es 100 000 Euro, für den Zweiten 25 000 Euro. Preisgelder werden bis Platz 45 ausgezahlt. Und überdies: „Wer in Kitzbühel als Sieger ins Ziel kommt, hat sich als Skirennläufer einen Namen gemacht“, meint Schäfer. (Hartmut Wenzel)

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