HANDBALL

TV Hersfeld ärgert sich über Derbyniederlage

Abgeblockt: Jonas Rübenstahl vom TVH findet keine Lücke in der dichten Rotenburger Abwehr, von links Janik Hagemann, Maurice Reyer und Luca Schuhmann.
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Abgeblockt: Jonas Rübenstahl vom TVH findet keine Lücke in der dichten Rotenburger Abwehr, von links Janik Hagemann, Maurice Reyer und Luca Schuhmann.

Die Landesliga-Handballer des TV Hersfeld haben am Samstag das Jahr mit einer Niederlage beendet. Die TG Rotenburg freute sich über den Sieg im Derby in der Bad Hersfelder Geistalhalle.

Bad Hersfeld – So enttäuschend verlief schon lange kein Jahresabschluss beim TV Hersfeld mehr. Dabei sorgten weniger die Corona-Regeln für Verdruss, sondern schlichtweg die Leistung der Spieler beim 31:34 im Derby gegen Rotenburg – eine schöne Bescherung zum Fest sieht anders aus.

Christian Weiß war verständlicherweise enttäuscht, was die Leistung seiner Schützlinge anbelangte. „Den Schwarzen Peter muss heute jeder bei sich selbst suchen. Wir haben einfach keinen Zugriff bekommen“, ärgerte sich der Trainer, der nach dem Spiel als Erster die Tasche schnappte und die Halle verließ – privater Termin!

Zuvor hatte der Coach in der Kabine noch eine kleine Ansprache gehalten. Eine die sich gewaschen hatte. „Er hatte genau die richtigen Worte gefunden“, befand der verletzte Marc Förtsch, der als Co-Trainer noch mit auf der Bank saß. „Es ist eben so, dass bei uns viel zu schnell die Köpfe runtergehen, wenn es mal gegen uns läuft.“ Beispiele dazu gab es an diesem Abend einige. So zum Beispiel in der zweiten Halbzeit, als die Hersfelder noch einmal herankamen, einen Sechs-Tore-Vorsprung der Gäste beim 21:27 (47.) in zehn Minuten auf zwei Treffer verkürzten (26:28/ 53. Minute).

Es waren wenige, gekonnt vorgetragene Spielzüge, schöne Tore durch Philipp Koch und David Schikarski – plötzlich rührten sich auch wieder die Hersfelder Fans, die lange mucksmäuschenstill geblieben waren. Beifall brandete auf. Pech nur, dass erst Hristijan Remenski und dann Julian Thole von den Schiedsrichtern – sie überzeugten zwar nicht, waren aber auch nicht schuld an der Niederlage – fragwürdige Zeitstrafen erhielten.

Und Rotenburg die zu nutzen wusste. Ruck-zuck betrug der Abstand wieder vier Tore. Mutlosigkeit machte sich spätestens dann breit, als Jonas Rübenstahl noch einen Strafwurf vergeigte. Schon in Hälfte eins dachten einige beim TVH, dass die Partie wohl wieder zum Selbstläufer werden würde, als der TVH führte und Maurice Reyer überdies noch Rot sah, als er Berger mit der Hand im Gesicht traf. Rotenburgs Trainer Robert Nolte freute sich diebisch über diesen redlich erkämpften Sieg: „Ich hab‘ zwar schon mal mit Rotenburg gegen den TVH gewonnen, aber stets bei uns, nie hier in der Geistalhalle. Und schon gar nicht mit 34 Toren.“ Sein taktisches Konzept sei aufgegangen. „Man sieht den Unterschied bei den Torschützen. Wir haben viele und bei Hersfeld sind das Lukas Berger und Jonas Rübenstahl - und dann hört es auf.“ „Und vor allen Dingen haben wir es geschafft, die besten drei Linkshänder der Liga – Koch, Mark Petersen und Sven Wiegel – in den Griff zu bekommen.“ Das lag auch daran, das mit Petar Cutura und Marcus Einhorn zwei Außenspieler zurückgekommen waren, die eigentlich schon aufgehört haben. Beide haben bewiesen, dass man im Abstiegskampf der Liga auf sie bauen kann.

Von Hartmut Wenzel

Auszeit: Rotenburgs Trainer Robert Nolte gibt Anweisungen.
Deutliche Worte: TVH-Trainer Christian Weiß.

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