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Handball: Berg/Pasaribu pfeifen für den TV Hersfeld überregional

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Gesprächsbedarf: Wenn der Schiedsrichter, so wie in dieser Situation, die Rote Karte zückt, ist zumeist mit Unstimmigkeiten zu rechnen.
Gesprächsbedarf: Wenn der Schiedsrichter, so wie in dieser Situation, die Rote Karte zückt, ist zumeist mit Unstimmigkeiten zu rechnen. © Maurice Morth

Die ehemaligen Handballer Frank Berg (57) und Jonggi Pasaribu (41) pfeifen für den TV Hersfeld seit dieser Saison in den Ober- und Landesligen der Männer und Frauen.

Bad Hersfeld – Jahr für Jahr bekommen die Handballer des TV Hersfeld Punkte abgezogen, weil der Verein das geforderte Schiedsrichtersoll nicht erfüllen kann. Frank Berg hat das irgendwann aufgeregt. Aus diesem Grund hat er sich vor acht Jahren dazu entschieden, wieder selbst als Schiri aktiv zu werden.

„Ich habe vor 25 Jahren zwar schon gepfiffen, aber dann zugunsten der Familie aufgehört“, erzählt der 57-Jährige. Sechs Jahre lang war er zuletzt Co-Trainer der Hersfelder Frauenmannschaft an der Seite von Sabine Teichmann. Bergs Tochter Hannah ist in dieser Saison Team-Kapitänin. Die Mannschaft führt die Tabelle der Landesliga in der Winter-Spielpause an. Frank Berg ist seit Beginn dieser Spielzeit aber kein Teil mehr des erfolgreichen Teams.

Ex-Handballer, Trainer und Schiri: Frank Berg.
Ex-Handballer, Trainer und Schiri: Frank Berg. © Friedhelm Eyert

Das lässt die Freizeit nicht zu. Berg arbeitet als Geschäftsführer für ein dänischen Technologie-Unternehmen mit mehreren Niederlassungen in Europa – darunter Bad Hersfeld. Seit dieser Saison pfeift der ehemalige Oberliga- und Regionalliga-Handballer im Gespann mit Jonggi Pasaribu Oberliga Damen und Landesliga Herren.

Ostern 2022 rückt das Hersfelder Duo in den Hessen-Kader auf. Im September bestehen beide dann Fitness- und Regeltest. Seit der Saison 20/21 sind Berg und Pasaribu, der ehemalige Zweitliga-Handballer von Gensungen/Felsberg, als Gespann unterwegs. Eine Zeit, die Berg nicht missen möchte. „Es macht absoluten Spaß. Jonggi und ich verstehen uns wirklich gut. Er ist während der 60 Minuten total relaxed. Das ist beeindruckend“, berichtet Berg.

Zehn Spiele haben die beiden in dieser Saison in der Landesliga der Männer geleitet. Die Rückmeldungen der Vereine seien zumeist positiv und bei bislang drei Beobachtungen habe man als Neulinge auch gute Bewertungen bekommen. „Ich denke, uns kommt unsere Erfahrung als Spieler auf ordentlichem Niveau zugute. Wir haben beide auch selbst viel Deckung gespielt. Wir können daher ganz gut einschätzen, was erlaubt ist oder was ein Foul ist“, analysiert Berg. Kommunikation sei für das Hersfelder Gespann das A und O. Schon vor den Spielen suche man deshalb den Kontakt zu den Mannschaften. „Wir sprechen dieselbe Sprache wie Trainer und Spieler. Das kommt ganz gut an“, sagt Berg. Räumt aber ein: „Natürlich wissen wir, dass es auch hitzig werden kann. Handball ist eben auch viel Emotion, und so soll es doch auch sein“, sagt er.

So kennt man ihn als Trainer: Der Hersfelder Jonggi Pasaribu – hier seinerzeit bei der HSG Waldhessen.
So kennt man ihn als Trainer: Der Hersfelder Jonggi Pasaribu – hier seinerzeit bei der HSG Waldhessen. © Friedhelm Eyert

Als bisheriges Highlight dieser Saison bezeichnet Berg das Kellerduell zwischen Wesertal und Aufsteiger Lohfelden in der Landesliga Nord der Männer. „Das war absoluter Abstiegskampf. Viele versteckte Fouls, viele Strafen. Die Halle voll, viele Emotionen. Das war schon anstrengend“, berichtet Berg.

Eine Veränderung hat Handballfreak Berg in jüngerer Vergangenheit an sich festgestellt: „Seit ich selbst wieder pfeife, bin ich als Zuschauer auf der Tribüne ruhiger geworden. Man glaubt es kaum“, berichtet er lachend.

Übrigens: Wenn Frank Berg abends nach den Spielen nach Hause kommt, fragt ihn seine Frau regelmäßig, ob man sie auch diesmal nicht aus der Halle gejagt habe. Bislang war das nicht der Fall. (Sascha Herrmann)

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