Konzepte fürs Training

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Ein weiter Weg: Wettkampfbetrieb im Handball, hier im Derby zwischen TVH und TG Rotenburg.

Hygiene ist das Gebot der Stunde, wenn es momentan um den Neustart des Amateursports geht.

Für so entscheidend erachten der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Fachverbände das Thema, dass nun alle Sportvereine einen Hygienebeauftragten ernennen müssen.

Beim TV Hersfeld, dem größten Sportverein im Kreis mit nach eigenen Angaben etwa 1600 Mitgliedern, ist dies Werner Schneider. Bei der jüngsten Vorstandssitzung wurde der Sportwart mit diesem Amt betraut. Warum er? „Ich bin der Sportwart. Ich muss dafür sorgen, dass der Sport im TVH funktioniert“, stellt Schneider nüchtern fest.

Aktuell geht es darum, dass die Jahnhalle in der Kreisstadt für den Trainingsbetrieb wieder geöffnet werden darf. Also nahm sich Schneider die Konzepte des DOSB mit ihren Vorgaben zur Brust – und begann, sie konkret für einzelne Abteilungen und Sportarten umzusetzen. „Das habe ich nicht alleine gemacht“, betont Schneider. Er habe mit den Übungsleitern der einzelnen Abteilungen Rücksprache gehalten, gefragt was möglich und was gewünscht sei.

Herausgekommen ist ein Konzept, das Schneider nun dem Gesundheitsamt beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg zur Begutachtung weitergereicht hat. Antwort darauf – und hoffentlich ein Startsignal – erhofft er sich in dieser Woche.

Für die Jahnhalle bedeutet das konkret: Die Trainierenden betreten die Halle durch eine Tür und verlassen sie durch eine andere wieder – natürlich in Sportkleidung, denn Umkleiden und Duschen bleiben gesperrt.

Schneider nennt Beispiele: Im Badminton – er ist selbst auch Abteilungsleiter – werden die Netze von einem Spieler allein aufgebaut. Dann spielt dieser eine Stunde lang mit einem festgelegten Partner, dann verlassen beide die Halle. Die nächsten kommen – mit eigenen Schlägern und Bällen.

Die Gymnastikdamen bilden einen Kreis mit drei Metern Abstand voneinander. Es gibt Teilnehmerlisten und Platz für 15 Sportlerinnen und Sportler. Schneider rechnet: „Die Halle ist 650 Quadratmeter groß, das sind mehr als 40 Quadratmeter Platz für jeden.“ Es gibt keinen Körperkontakt, keine Hilfestellungen, keine Gymnastikmatten.

Kinderturnen allerdings wird es zunächst nicht geben – die Abstandsregeln seien dort nicht einzuhalten.

Werner Schneider verrät, dass er zudem nicht erst die Entscheidung des Vorstands abgewartet habe, sondern sich bereits vorher Gedanken darüber gemacht habe, wie die Regelungen umzusetzen sein könnten. Nach einer Woche sollen die Konzepte überprüft werden – was funktioniert, wo muss womöglich nachgebessert werden. „Unsere Mitglieder wollen Sport treiben“, sagt Schneider.

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