Hallenrunde wird es nicht geben

„Erleichterung ist groß“ - Kreisfußballwart im Interview über problemlose Hinrunde

Bekleidet seit mehr als eineinhalb Jahren das Amt des Kreisfußballwartes: Holger Franke.
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Bekleidet seit mehr als eineinhalb Jahren das Amt des Kreisfußballwartes: Holger Franke.

Nach zwei Corona-Abbrüchen hat es der Fußball im Werra-Meißner-Kreis geschafft, wieder eine Hinrunde abzuschließen. Wir sprachen mit Kreisfußballwart Holger Franke über die Halbserie.

Eschwege – Rollt der Ball? Rollt der Ball nicht? Kann die Saison zu Ende gespielt werden? Auch das zweite Coronajahr hatte den Fußball im Werra-Meißner-Kreis im Griff, stellte die Planungen auf wackelige Beine.

Mit Voraussicht ist es dennoch gelungen, die Hinrunde auf der Kreisebene ohne Probleme zu einem Ende zu bringen. Wir sprachen mit Kreisfußballwart Holger Franke über die bisherige Saison, die Kritik am neuen Spielmodus in der Kreisoberliga und der Kreisliga B sowie die Möglichkeit einer Hallenrunde im Winter.

Holger, wie erleichtert bist du, dass die Serie auf Kreisebene nach zwei vorherigen Abbrüchen ohne Zwischenfälle und Absagen/Verlegungen abgeschlossen werden konnte?

Natürlich ist die Erleichterung groß. Niemand konnte vorhersagen, welches Ausmaß die pandemiebedingten Einschränkungen im Herbst erreichen und wie sehr der Amateurfußball in Mitleidenschaft gezogen würde.

Umso mehr freue ich mich, dass wir mit dem Abschluss der Quali-Runden beziehungsweise der Vorrunden in jedem Fall die Voraussetzungen für eine Wertungsgrundlage schaffen konnten. Noch ein weiteres Jahr ohne Auf- und Absteiger wäre ein Schlag ins Kontor gewesen.

Woran machst du fest, dass in dieser Hinrunde im Fußballkreis alles so reibungslos funktioniert hat?

Da kommen viele Faktoren zusammen. Zum einen haben natürlich die im Sommer niedrigen Infektionszahlen einen guten Start ermöglicht. Zum anderen war mein Eindruck, dass alle Akteure auf Kreisebene verantwortungsvoll gehandelt haben und sich sehr im Klaren waren, dass sie einen ganz wesentlichen Beitrag zur Einhaltung der Hygienebestimmungen und damit zur Sicherung des Spielbetriebes zu leisten haben.

Sicherlich waren auch die im Fußballkreis getroffen Regelungen zum Spielgeschehen, der Zeitplanung etc. für das Gelingen der Vorrunde nicht schädlich. Und dann hat auch noch der Wettergott „mitgespielt“.

Wie lautet denn dein persönliches sportliches Fazit der Hinrunde?

Als Klassenleiter der Kreisoberliga gratuliere ich dem Herbstmeister VfL Wanfried, welcher nach etwas holprigem Start eine grandiose Siegesserie hingelegt hat. Große Anerkennung hat sicherlich auch die Überraschungsmannschaft unserer höchsten Spielklasse, die SG Wehretal, verdient.

Aber auch in den anderen Klassen haben wir mitunter tolle Leistungen erlebt und eine interessante Ausgangssituation für die Rückrunde.

In der Kreisliga A stehen mit dem Lichtenauer FV II, TSG Eschenstruth und dem FC Hebenshausen drei Mannschaften auf Augenhöhe an der Spitze. Da aus der Kreisliga B drei Mannschaften in die Kreisliga A aufsteigen und die Aufstiegsrunde wieder bei Null beginnt, dürfen sich hier alle sechs Teilnehmer Hoffnung auf einen Aufstiegsplatz machen. Auch der Abstiegskampf mit letztlich zwei Absteigern verspricht noch viele interessante Partien.

Ein Wort zur Kreisliga C?

Dort sind drei Mannschaften noch ohne Niederlage. Hier war für mich auffällig, dass sich verschiedene Mannschaften trotz dünner Personaldecke durch die Runde gekämpft haben. Auch das verdient Respekt. Insgesamt sind wir auf einem guten Weg.

In der Kreisoberliga und der Kreisliga B seid ihr mit Reformen neue Wege gegangen – im Frühjahr gibt es Auf- und Abstiegsrunden. Kritik gab es von Zuschauern und Vereinsvertretern dafür, dass dadurch im letzten Saisondrittel viele Partien mit Freundschaftsspielcharakter stattfanden. Was entgegnest du den Kritikern?

Zweifelsohne hat jedes Spielsystem seine Stärken und Schwächen. Dennoch war meine Wahrnehmung eine andere. Wir haben gerade in den beiden Klassen mit alternativem Spielmodell eine hoch spannende Qualifikationsrunde erleben dürfen. In beiden Klassen sind wesentliche Entscheidungen über die Qualifikation zur Aufstiegs- oder Abstiegsrunde erst am allerletzten Spieltag gefallen.

Durch die Punktmitnahme in die Abstiegsrunde blieben auch die Partien von Mannschaften im hinteren Drittel gegeneinander von Bedeutung. Und auch die Mannschaften ganz oben, welche die Qualifikation zur Aufstiegsrunde relativ frühzeitig sicher hatten, haben nicht aufgesteckt.

Ich erinnere an den spannenden Dreikampf um die inoffizielle „Herbstmeisterschaft“ in der Kreisoberliga. Auch hier ist die Entscheidung erst am letzten Spieltag gefallen. Ich bin davon überzeugt, dass die Zuschauer auf ihre Kosten gekommen sind.

Ein Blick auf den Winter: Hältst du eine Hallenrunde angesichts der steigenden Infektionszahlen für sinnvoll? Gab es Rückmeldungen von den heimischen Vereinsvertretern?

Noch im Spätsommer haben wir uns darauf eingestellt, eine abgespeckte Form einer Kreishallenmeisterschaft organisieren und anbieten zu können. Mittlerweile hat uns die aktuelle Entwicklung zum Infektionsgeschehen eingeholt.

Wir haben uns im Kreisfußballausschuss dazu intensiv beraten und sind zum Ergebnis gekommen, dass wir eine Hallenrunde unter den derzeit herrschenden Bedingungen nicht verantworten können und wollen (zwischenzeitlich hat auch der Hessische Fußball-Verband die Hallenrunde abgesagt, Anm. d. Red.)

Nach wie vor gilt, dass die Gesundheit der Menschen oberste Priorität besitzt. Ich stehe mit vielen Vereinsvertretern in Kontakt. Die bisherigen Rückmeldungen waren mehr als eindeutig. Niemand hat Interesse daran, unnötige Risiken einzugehen.

Wir hoffen vielmehr darauf, dass im Frühjahr 2022 eine Fortsetzung der laufenden Feldrunde möglich sein wird und freuen uns schon jetzt auf spannende Spiele in den Auf- und Abstiegsrunden in KOL und KLB sowie den Rückrunden in der KLA und KLC.

Zur Person

Holger Franke (47) ist in Wanfried-Heldra aufgewachsen. Nach der Mittleren Reife 1989 absolvierte er eine Ausbildung beim Werra-Meißner-Kreis zum Verwaltungsfachangestellten, ehe eine Ausbildung zum Beamten im Mittleren Dienst folgte. Nach seinem Studium zum Diplom-Verwaltungswirt 2003 wurde Franke sechs Jahre später beim Kreis Fachdienstleiter im Bereich Jugend, Familie, Senioren und Soziales. Zwar jagte er in seiner Kindheit dem Fußball hinterher, aber im Verein spielte er nicht.

Erst im Erwachsenenalter hat er sich dem FC Eschwege angeschlossen. Beim Eschweger Verein stand Franke im Tor der Seniorenmannschaft. Der 47-Jährige ist seit 2010 im Vorstand des Kreisstadtclubs. Mittlerweile bekleidet er seit mehr als acht Jahren das Amt des Vorsitzenden. Seit 2011 leitet er als Schiedsrichter Fußballspiele. 2014 wurde er Mitglied im Kreisjugendausschuss, ehe er 2016 Mitglied im Kreisfußballausschuss wurde, in dem er das Amt des Administrators bekleidete und als Klassenleiter tätig wurde. Der HSV-Fan hat seit März 2020 das Amt des Kreisfußballwartes inne. Franke lebt mit seiner Lebensgefährtin in Grebendorf.

(Maurice Morth)

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