Nur knapp dem Tod entgangen

Läuferin Simret Restle-Apel: Karriere-Ende nach 15-Meter-Sturz

Simret Restle-Apel

Kassel. Schlimme Nachricht von der für den PSV Grün-Weiß Kassel startenden Simret Restle-Apel: Die aus Eritrea stammende Spitzenläuferin hatte einen schweren Unfall. Sie wird nie wieder laufen können.

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist die Kasseler Langstrecklerin Simret Restle-Apel am 18. Februar bei einem schweren Sturz nur knapp dem Tod entgangen. Die 31-jährige Läuferin, die seit 2010 für den PSV Grün-Weiß Kassel startberechtigt war, ist nach Angaben ihres Ehemannes Rainer Apel aus dem 3. Stock eines Wohnhauses gestürzt und hat sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zugezogen.

Aktualisiert um 19.42 Uhr

„Sieben Wirbel sind angebrochen, das Becken ist zertrümmert, eine Arterie ist geplatzt, es kam zu einem Leberriss und der Oberschenkel ist gebrochen“, sagte der 62-jährige Apel am Donnerstagabend gegenüber unserer Zeitung. Nach drei Wochen auf der Intensivstation befindet sich die Läuferin inzwischen auf einer normalen Krankenhausstation. „Dort wird sie voraussichtlich bis zum Sommer bleiben. Dann müssen wir uns auf eine langfristige Reha einstellen“, sagt Apel, der selbst Facharzt für Orthopädie ist und in Wiesbaden lebt und arbeitet.

Simret Restle-Apel hat sich 2002 von der Nationalmannschaft Eritreas abgesetzt und kam nach Deutschland, wo sie zunächst vom Jugendtrainer Tim Restle betreut wurde, mit dem sie auch verheiratet war. Seit Oktober 2011 ist sie mit Rainer Apel verheiratet. Zu ihren größten Erfolgen zählt der Sieg beim Eon Kassel Marathon im vergangenen Jahr in 2:37:48 Stunden, den sie als "Rennen meines Lebens" bezeichnete. Zuletzt wollte sich Restle-Apel sportlich verändern und plante einen Wechsel vom PSV Grün-Weiß Kassel zum LAZ Puma Rhein-Sieg.

„Simret war in der letzten Zeit einem erheblichen Stress ausgesetzt“, bezog Rainer Apel am Abend Stellung zu dem tragischen Unfall. So hätte seine Ehefrau Anrufe erhalten, dass ihr Bruder im Sudan entführt worden sei. Von Folter und Tod sei die Rede gewesen, die Entführer hätten Lösegeld gefordert. Eine Unterfunktion der Schilddrüse hätte dann wohl Panikattacken bei der Läuferin hervorgerufen. Am Ende sei es bei Dunkelheit zum Sturz vom Dach eines Hauses gekommen, als die Athletin vor einer vermeintlich bedrohlichen Situation flüchten wollte.

Restle-Apel, die im vergangen Herbst mit einer Halbmarathon-Bestzeit von 72,26 Minuten den Lauf in Köln gewann und damit die EM-Norm erfüllt hatte, wird aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen nicht mehr in den Wettkampfsport zurückkehren.

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