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Triathlet Lars Hildebrand erfüllt sich den Hawaii-Traum

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Surfergruß im Ziel: Lars Hildebrand hat den Ironman auf Hawaii geschafft.
Surfergruß im Ziel: Lars Hildebrand hat den Ironman auf Hawaii geschafft. © privat

Er hat es geschafft: Lars Hildebrand ist zurück vom Ironman auf Hawaii. Der 42-jährige Triathlet vom TSV Reilos hat sich mit dem Start einen Traum erfüllt.

Kailua-Kona/Bad Hersfeld – Hildebrand kommt ohne Umschweife auf den Punkt. „Es war der sportliche Höhepunkt für mich. Es war mein Ziel, dort irgendwann einmal zu starten“, erzählt er. Und: „Es ging mir von vornherein auf Hawaii nicht um die Zeit. Ich wollte einfach nur ankommen. Und für mich so viele Eindrücke wie möglich sammeln.“

Die Anreise

Erst im August hatte er sich in Maastricht qualifiziert – die eigentliche Vorbereitungszeit war somit relativ kurz. Aber er war im Training und hatte auch Glück, dass er noch kurzfristig einen Flug bekam. Zwei Wochen vor dem Ironman-Wettbewerb war er schon auf der Pazifik-Insel. Die Zeitumstellung – Hawaii ist zwölf Stunden zurück – und die Temperaturen meisterte er sportlich. „Ich bin am frühen Abend so um sechs Uhr ins Bett gegangen, nachts um zwei Uhr war ich schon wieder wach“, erzählt er. Erst Frühstück, beispielsweise auch mit Toast Hawaii, dann ein kurzes Läufchen. Nach einer Woche kam ein Bekannter nach. Christian Claus unterstütze ihn, wo er nur konnte.

Start- und Zielbereich waren nur rund zehn Minuten Fußweg von seiner Wohnung entfernt. Ausflüge gab es nicht nur auf dem Rad, um die Strecke kennenzulernen, sondern auch mit dem Auto. Hinter Kailua beginnt der Regenwald. Knapp 30 Grad, bedeckter Himmel, feuchte Hitze. „Wenn du Sport treibst, merkst du das nicht ganz so.“ Bis zum Wettkampftag verbrachte er ein paar Urlaubstage, aber täglich verbunden mit Trainingseinheiten.

Der Wettkampf

Der Tag des Wettkampfes begann für ihn um drei Uhr in der Nacht. Beim Schwimmstart in der Bucht von Kailua-Kona, die nur wenige Meter breit ist, reihte er sich ganz hinten ein. „Die Zeit war mir egal, ich wollte nur nicht mitten im Gewühl des Hauptfeldes sein.“ Hildebrand schwamm vielmehr an der Seite. Er entging so Tritten und Schlägen der Konkurrenz. Das passiert im dichten Pulk.

Nur einmal bekam er einen Schlag auf den Arm. Derart, dass die Zeit auf seiner Uhr gestoppt wurde. Seine Taktik ging auf. Er kam verletzungsfrei durch – blieb mit 1:11,48 Stunden sogar unter seiner gesteckten Zeit von 1:30 Stunden.

Die Radstrecke beim Ironman auf Hawaii ist bei den Athleten gleichermaßen geliebt wie gefürchtet. Gefürchtet wegen der Winde, die immer wieder von unterschiedlichen Seiten in unterschiedlichen Stärken kommen, geliebt wegen er unglaublichen Landschaft mit Vulkangestein, die die 85 Kilometer großen Schleife, die zweimal durchfahren wird, bietet. Die befürchteten Winde aber blieben aus. „Am Wettkampftag hatten wir absolutes Glück mit dem Wetter, auch von den Temperaturen“, erzählt Hildebrand.

Das machte sich auch in den Zwischenzeiten bemerkbar. 5:22:25 Stunden auf dem Rad und 4:02:18 beim Laufen – das war weit unter den gesteckten Zielen. Was ihm auch auffiel: Nur wenige Zuschauer säumten der Radstrecke und feuerten die Sportler an. „Nur da, wo die Zufahrt möglich war, war etwas los.“

Der Zieleinlauf

Die meisten Zuschauer, oft Familie und Freunde der Athleten, gab es im Start- und Zielbereich. Dort war auch der Medienrummel entsprechend groß.

In der zweiten Wechselzone zum Marathon wäre ihm fast ein folgenschwerer Fehler passiert. Er vergaß seine Startnummer (Nr. 1458) im Beutel, konnte gerade noch von Helfern am Weiterlaufen gehindert werden.

Er hatte aber Glück: Nach einer fünfminütigen Suche war der Beutel gefunden. Nach weiteren vier Stunden auf der Marathonstrecke, die über eine größere und eine kleinere Schleife führte, war das Ziel in Sicht. „Zwischendurch bin ich auch mal gegangen, ich wollte einfach nur ein paar Eindrücke sammeln“, erzählt er.

Abklatschen mit den Zuschauern: Die letzten Meter, den Höhepunkt seiner Triathlonlaufbahn, genoss er sichtlich. Der Zieleinlauf, die Begrüßung des Sprechers „You are an Ironman“ – auf Hawaii klingen diese vier Worte noch viel besser. Gerade dann, wenn man sein gestecktes Ziel erreicht hat. Als er die Kette mit den Holzkugeln umgehangen bekam, war er so glücklich wie noch nie in seinem Leben.

(Hartmut Wenzel)

Abklatschen mit den Zuschauern: Hildebrand auf den letzten Metern des Triathlons.
Abklatschen mit den Zuschauern: Hildebrand auf den letzten Metern des Triathlons. © privat

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