Annas Laufkolumne

Mit dieser smarten Methode erreichst du deine Laufziele

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Angekommen: Unsere Laufkolumnistin Anna Hughes.

Um es gleich vorneweg zu nehmen: Es gibt nie eine 100-Prozent-Garantie, ein Ziel zu erreichen. Das meint unsere Laufkolumnistin Anna. Trotzdem hat sie Tipps, wie man sein Ziel besser erreichen kann.

Wir sitzen zwar am Steuerrad unseres Lebens, aber alle äußeren Einflüsse zu kontrollieren ist ein Ding der Unmöglichkeit. Es gibt einfach immer wieder Unwegbarkeiten, Stolpersteine sowie größere und kleinere Hürden auf dem Weg dahin, wo du hinsteuerst.

Mit einer klaren Absicht und der Methode, die ich gleich vorstelle, erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dein Laufziel zu erreichen. 

Vielleicht geht es dir gerade ähnlich wie mir: Ich laufe zurzeit eher planlos durch die Gegend und genieße ausgedehnte Läufe auf den sehr verschneiten Wegen. Es tut einerseits gut, mal keinen Plan im Sinne eines Laufziels zu haben und dem Gefühl zu folgen. Andererseits ist es oft sinnvoller, sich zumindest ein kleines Ziel auszudenken, damit die Motivation entfacht wird. Denn die ist schließlich die Triebfeder, damit wir überhaupt unsere Schuhe schnüren und loslaufen.

Nun hast du bestimmt schon mal ein Ziel formuliert, dich daraufhin für einen Wettkampf angemeldet und einen klaren Fokus gehabt. Nun muss es nicht immer ein bestimmter Wettkampf sein, den du als Läufer haben solltest. Es kann auch einfach ein Ziel von dir sein, fitter zu werden und dadurch zwei Kilo abzunehmen. Vielleicht schwebt dir vor, deine 10-km-Zeit zu verbessern, ohne ein Rennen daran zu knüpfen?!?

Egal was du dir als Ziel setzt: Am wichtigsten ist, dass es für dich stimmig ist. Nur du weißt, was für dich richtig ist. Es bringt also nichts, wenn dir jemand einen bestimmten Lauf vorschlägt, weil er ihn selbst toll findet und überzeugt ist, dass er auch dir gefallen könnte. Es muss bei DIR etwas anticken, eine Emotion auslösen, wenn du dir die Frage stellst: Was will ich erreichen? Wo will ich hin?

Und wie du das in die richtigen, passenden Worte umsetzt, zeige ich dir jetzt.

Die drei größten Lebensbereiche, in denen die meisten von uns gern Ziele formulieren, sind Beziehungen/Partnerschaft, Vitalität und Karriere. Schauen wir uns konkret ein sportliches Ziel an.

„Ich will irgendwann mal bei einer Laufveranstaltung mitmachen."

Wie wahrscheinlich ist es, dieses Ziel zu erreichen? Die Chance, das Ziel jemals zu erreichen, geht gegen Null. Warum? Es ist total unspezifisch und nicht wirklich inspirierend.

„Nächstes Jahr würde ich so gern einen Wettkampf mitlaufen."

Auch nicht viel besser, aber würdest du dafür jeden Tag aus dem Bett springen und motiviert auf dieses Ziel trainieren wollen? Eher nicht.

„Es wäre so toll, wenn ich bis Weihnachten zwei Kilo abnehmen könnte.“ 

Können kannst du viel, aber die Vorstellung, etwas zu können, reicht leider nicht aus. 

Was empfindest du, wenn du nun die folgenden Zeilen liest:

„Am 16. Juni 2018 laufe ich beim Zugspitz Ultratrail den Basetrail über 25 km ins Ziel." 

Gut, oder?

Ein anderes Ziel kann sein: „Am 1. April überquere ich die Ziellinie beim Marathon xyz in 4 Stunden.“

Genau das ist die SMART Methode. Damit gelingt es dir, dein Ziel so zu formulieren, dass du bei der Stange bleibst und auf dem Weg die einzelnen Meilensteine meisterst. SMART bedeutet: Spezifisch. Messbar. Attraktiv. Realistisch. Terminiert.

Schreibe dir diese Zeile am besten jetzt auf einen kleinen Notizzettel und hefte diesen an deinen Computer, denn du kannst damit auch für andere Lebensbereiche deine Ziele festlegen. Lass uns noch mal genau das erste, konkret formulierte Ziel anschauen.

Am 16. Juni 2018 ist terminiert. "Laufe ich" ist attraktiv - du kannst es dir richtig vorstellen. Zugspitz Ultratrail / Basetrail ist spezifisch. 25 Kilometer erscheint dir realistisch und ist messbar. 

Nun nimm dir etwas Zeit, um an deinen eigenen Zielen zu feilen. Mach dir einen Spaß daraus, dich deinen Zielen zu widmen, suche einen ruhigen Ort oder dein Lieblingscafé. Schreibe alles per Hand auf, was dir einfällt, bis du immer spezifischer wirst und dein Ziel einkreist. Überprüfe danach, ob die SMART Kriterien zutreffen. Du bist deinem Ziel damit schon einen Schritt näher, denn von jetzt an sacken die Worte in dein Unterbewusstsein und du richtest deine Handlungen, sprich dein Training, ganz anders aus, als wenn du nur nach Lust und Laune vor dich hintrainierst.

Es gibt auf dem Weg zu einem Ziel, dass noch in der Ferne liegt, auch Zwischenziele, die nach der SMART Methode funktionieren. Liegt dein großes Ziel, wie zum Beispiel die obigen, in weiterer Ferne, überlege dir nach SMART ein Zwischenziel, was du in den kommenden zwölf Wochen erreicht haben möchtest.

Ganz wichtig ist, dass du im Präsens schreibst und dein Ziel zusätzlich im Alltag verankerst. Das geht prima, indem du auf deinem Smartphone einen Spruch oder ein inspirierendes Bild als Screensaver speicherst oder in deiner Wohnung sichtbar aufhängst, damit es sich im Unterbewusstsein manifestiert. 

Nach Erreichen des Zwischenziels hast du bereits das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben und kannst dies ruhig feiern. Diese Art der Zielsetzung hilft dir außerdem, kleine Veränderungen zu machen und gegebenenfalls deinen Kurs auf dein größeres Ziel hin zu korrigieren.

Sei SMART. Und wie immer - happy running.

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