Solo in den Sommer

Der Aschenbecher wurde natürlich nicht benutzt: Dirk van der Werf (links) von „Joe’s Garage“ und Marathon-Botschafter Michael Reuter. 

715 Teilnehmer auf selbst gewählten Strecken unterwegs

Der Kassel Marathon war einst im Vorfeld seiner Erstauflage 2007 als Mittsommerlauf geplant. Daraus wurde leider nichts. Dafür erfüllte sich Veranstalter Winfried Aufenanger nun 13 Jahre später doch noch seinen Traum. Allerdings nicht als echten Marathon, sondern als virtuellen Lauf. Beim ersten „Virtual midsummer run Kassel“ des EAM Kassel Marathons zusammen mit dem Laufteam Kassel gingen am längsten Wochenende des Jahres 715 Teilnehmer an den Start. Solo oder in kleinen Einheiten – alles gemäß der geltenden Regeln. Ein Online-Lauf, aber jeder lief da, wo er wollte – die meisten auf ihren jeweiligen Lieblingsstrecken. 

Und viele machten ein kleines Event für sich daraus: mit eigenen Startnummern, fast echtem Zieleinlauf, selbst gebastelten Medaillen und dem obligatorischen Weizenbier als Belohnung.

„Wir wollten bewusst den Spaß am Laufen in den Vordergrund stellen und für Motivation sorgen in diesen Zeiten“, sagt Veranstalter Winfried Aufenanger. Es war die erste größere Erfahrung der Kasseler Marathon-Macher mit einem Online-Lauf.

Ob über 5 km, 10 km, Halbmarathon, Marathon oder Strecken der eigenen Wahl - die einen liefen und walkten ganz enstpannt und locker, andere wie zum Beispiel die zahlreichen Starter des Laufteams Kassel nutzten es für kleine Leistungstests und manch einer lief sogar doppelt. Weil die Uhr beim ersten Mal streikte, oder wie der in England lebende Dr. Stefan Schumacher im Alexandra Park in Manchester einmal für eine Veranstaltung der Manchester Sale Harriers und einmal für Kassel.

Christian Haldorn aus Staufenberg legte satte 50,75 km bei seinem Ultra (4:47:48) zurück, „PittiLine“ walkte insgesamt 51,29 km und damit die längste Strecke des Midsummer run. Sascha Parotat-Kouril, Walking-Koordinator des EAM Kassel Marathon, schaffte erstmals mehr als 30 km.

In Südhessen feierte Christine Kumpert eine Lauf-Premiere der besonderen Art. „Es war die erste Wettkampfteilnahme unserer Zwillinge Clara und Luise (14 Monate alt). Pacemaker Papa René sorgte dafür, dass Mama Christine die knapp 50 Kg Zusatzgewicht in persönlicher Bestzeit von einem Spielplatz zum anderen schob“, berichtete die langjährige Mitarbeiterin im Marathon-Büro. Auch Dirk van der Werf, Stimmungsgarant beim Marathon mit „Joe’s Garage“, konnte endlich mal wieder selbst laufen und begrüßte später Marathon-Botschafter Michael Reuter im selbstgewählten Ziel.

Auch Barfuß-Läuferinnen waren am Start und junge Athleten des TSV Niederelsungen und TSV Wenigenhasungen als zahlenmäßig größte – natürlich regelkonforme – Gruppe sowie Teilnehmer aus den Marathon- Stützpunkten.

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