Er ist im Mixed Martial Arts aktiv

Lehrer der Kasseler Schule Hegelsberg betreibt in seiner Freizeit Kampfsport

Ein junger Mann mit kurzen dunklen Haaren und Bart drückt einen anderen Mann auf einer Matte herunter.
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Der Kasseler Burak Basak (oben) trainiert sechs Tage in der Woche für den Kampfsport MMA. Im Foto zu sehen ist er mit seinem langjährigen Freund Ronen Kiss, der ihm Schlagtechniken im Standkampf beibringt.

Er ist kein gewöhnlicher Lehrer an der Kasseler Gesamtschule Hegelsberg: Der 30-jährige Kasseler Burak Basak betreibt in seiner Freizeit den Kampfsport Mixed Martial Arts (MMA).

Kassel – Burak Basak ist in seiner Freizeit in dem Kampfsport MMA aktiv. Das besondere daran: MMA vereint Techniken aus Bereichen wie Boxen und Ringen. „Für mich ist MMA die Königsdisziplin in der Szene, weil es so vielfältig ist“, sagt Basak. „Außerdem ist es eine unausweichliche Sportart:Man ist allein und gezwungen, sich zu stellen.“

Mit MMA begonnen habe er dabei erst vor knapp anderthalb Jahren, aber bereits zwei Amateur-Kämpfe bestritten und souverän gewonnen. Davor war er seit vielen Jahren im Brazilian Jiu Jitsu (BJJ) aktiv, einer judoähnlichen Sportart. Zurzeit sucht die deutsche MMA-Organisation GMC einen Gegner für seinen ersten Profikampf.

Dafür trainiert Burak Basak sechs Tage in der Woche Kraftausdauer und Kampftechnik – meist sogar zwei- bis dreimal täglich. Die erste Einheit absolviert er dann bereits vor der Schule. „Das Training gibt mir Energie“, sagt Basak.

Unterrichtsvorbereitung zu einem Großteil am Wochenende

Seinen Sport- und Englisch-Unterricht bereite er dann zwischen der zweiten und dritten Trainingseinheit später am Tag vor. „Und ich habe lange Wochenenden“, sagt der 30-Jährige.

Von Schülern werde er oft auf den Kampfsport angesprochen. „Die finden das cool“, sagt Basak. Bedenken seitens anderer Lehrer vor seiner Anstellung 2017 konnte er spätestens ausräumen, als er ein soziales Projekt in der Schule gestartet hatte: Burak Basak bietet allen interessierten Schülern an, sich bei der Kasseler Kampfsport-Akademie, wo er trainiert, im BJJ zu probieren.

„Ich will auf gar keinen Fall Minderjährigen eine Sportart beibringen, in der geschlagen oder getreten wird“, sagt Basak. Vielmehr wolle er sie ermutigen, fair und Regeln beachtend miteinander umzugehen. Vor allem richtet sich sein Angebot an Schüler mit Emotionsproblemen oder solche, die Selbstvertrauen aufbauen möchten.

Verschiedene Schülergruppen arbeiten bei Projekt zusammen

Und es kommt gut an. Beim Training trifft Basak vor allem auf genau diese beiden Gruppen von Schülern: Kinder mit wenig Selbstbewusstsein, die teils auch gemobbt werden – und auch einige mit Aggressionsproblemen, die selbst Mobber sind.

„Hier arbeiten sie komplett problemlos zusammen“, sagt Basak. Sie würden lernen, Verantwortung zu übernehmen, indem sie zum Beispiel Neueinsteigern etwas beibringen.

Im MMA hofft Basak, langfristig Titel zu gewinnen. Für zu früh halte er den Einstieg in die Profiszene nicht: „Ich hatte das Gefühl: Wenn ich diesen Schritt jetzt nicht mache, geht es nicht vorwärts“, sagt er. Angst vor Verletzungen habe er nicht – zumal ihn seine Frau ebenfalls unterstützt, die selbst im Thaiboxen und BJJ aktiv ist. (Jan Trieselmann)

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