Reaktionen aus der Region

Leichtathletik-DM erst 2023 in Kassel: Enttäuschung, Verständnis und Hoffnung

Leichtathletik: IAAF Weltmeisterschaft am 12.08.2017 im Olympiastadion in London (Großbritannien). Pamela Dutkiewicz aus Deutschland freut sich über ihren dritten Platz über 100 Meter Hürden. Foto: Tim Ireland/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Pamela Dutkiewicz: „Es wäre schön, noch einmal im heimischen Auestadion zu laufen.“

Statt 2021 findet die Deutsche Leichtathletik-Meisterschaft nun erst 2023 wieder im Auestadion in Kassel statt. Die Reaktionen in der Region reichen von Verständnis über Enttäuschung bis hin zu Hoffnung.

Kassel - Sie wäre ein Höhepunkt gewesen im nordhessischen Sportjahr 2021, die Deutsche Meisterschaft der Leichtathleten. Dass die Titelkämpfe im Kasseler Auestadion nun aber auf 2023 verschoben werden, weil Braunschweig nach der „Geister-DM“ jetzt am 8./9. August dann 2021 auch gern „richtige“ Titelkämpfe mit Zuschauern ausrichten möchte, das erfährt in der Region nicht nur Zustimmung. Reaktionen:

Leichtathletik in Kassel: Entscheidung nach Gesprächen getroffen

Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle erklärte, dass die Entscheidung im Einklang und nach guten Gesprächen mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband und Braunschweig getroffen worden sei. „Außergewöhnliche Zeiten erfordern kreative und faire Lösungen“, sagte Geselle. „Alle Ausrichter möchten natürlich die besten Athleten angemessen und vielen Zuschauern präsentieren. Das ist in diesem Jahr für Braunschweig nicht möglich, sodass unsere Rückgabe der Titelkämpfe auch dem Brauschweiger Wunsch entsprach.“

2022 stehe in Kassel die Ausrichtung der Weltkunstausstellung documenta 15 im Fokus. Da sei eine weitere Großveranstaltung parallel nur schwer zu organisieren. 2023 aber, so OB Geselle, „können sich die Leichtathletik-Fans dann auf die DM im Auestadion freuen mit dem besonderen Reiz, dass sich viele Athleten in Kassel für die Weltmeisterschaft im August in Budapest qualifizieren wollen. Das verspricht Spitzensport und Topleistungen.“

DLV-Präsident Jürgen Kessing: „Die Neuvergaben bieten uns und den Ausrichter-Städten Braunschweig und Kassel Planungssicherheit und in einer schwierigen Zeit zugleich die Möglichkeit, auf bereits vorliegende Konzepte und Routinen zurückzugreifen.“

Deutsche Meisterschaft im Norden von Hessen: Fluch und Segen

Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth: Ich danke dem DLV und insbesondere der Stadt Kassel, dass sie dies ermöglicht haben.“

Peter Grunwald, Vizepräsident Nord im Hessischen Leichtathletik-Verband: „Ich bin zunächst enttäuscht, zumal ja schon der Zuschlag an Kassel für die DM 2021 vor allem auf großen Einsatz der damaligen HLV-Präsidentin Anja Wolf-Blanke zurückzuführen war. Dass nun Braunschweig eine weitere Ausrichtung gewünscht hat, obwohl wir schon als Ausrichter klar waren, das verwundert schon“, sagt der Kasseler. Aber: „Mit Blick auf Corona und die besonderen Umstände kann ich den neuen Plan auch mittragen. Und die WM-Qualifikation im Auestadion zu bekommen, das ist ein charmanter Gedanke.“

Grundwald sieht den DLV nun aber auch in der Pflicht, „bald Fakten zu schaffen mit Beschlüssen im Präsidium sowie Verträgen mit der Stadt und dem Landesverband.“ Die drei Jahre Verzögerung könnten Fluch und Segen zugleich sein, denn „einerseits werden alle Organisatoren und Kampfrichter drei Jahre älter, andererseits können wir in dieser Zeit mit dem Zugpferd DM hoffentlich noch jüngere Leute begeistern und heranziehen“.

Peter Grunwald

Melanie Berger, HLV-Regionalkoordinatorin: „Meine erste Enttäuschung ist gewichen. Weil es in Kassel um die WM-Fahrkarten gehen wird. Und weil die drei Jahre vielleicht sogar gut sind mit Blick auf Corona und die Einschränkungen. Vielleicht wird eine DM 2023 ein viel schöneres Ereignis als 2021.“

Leichtathletik in Kassel: Meisterschaft im heimischen Stadion

Pamela Dutkiewicz (28), aus Baunatal stammende WM-Dritte im Hürdenlauf 2017: „Ich habe noch kein Datum im Kopf, wann ich meine Karriere beenden werde. Aber 2016 bin ich im Auestadion im Vorlauf schon an der zweiten Hürde gescheitert. Es wäre schön, noch einmal im heimischen Stadion zu laufen und dann einen besseren Eindruck zu hinterlassen.“
Archivfoto: A. Fischer/nh

Leichtathletik nach Corona: Drei Jahre geht es Schlag auf Schlag

Das Coronavirus hat den Leichtathleten den Sommer 2020 verhagelt. Nach der Stille aber soll es, sofern die Pandemie abklingt, für die Olympische Kernsportart Schlag auf Schlag gehen. So ist der Plan: 2021: Deutsche Meisterschaft erneut in Braunschweig, Olympische Sommerspiele in Tokio vom 23. Juli bis 28. August 2022: DM vielleicht im Rahmen der German Finals an Rhein und Ruhr; WM in Eugene (Oregon/USA) vom 15. bis 24. Juli; EM in München vom 15. bis 21. August im Rahmen der European Championships mit außerdem Turnen, Rudern, Radsport, Triathlon und Golf. 2023: DM in Kassel, Termin noch offen; WM in Budapest (26. August bis 3. September).  sam

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