Vor Ort: 140 Starter beim Berglauf – Thyssen und Zewde vom PSV Grün-Weiß Kassel siegen

Atemlos hoch zum Herkules

Keine Zeit für Kultur: Die Spitze des Läuferfeldes an der Löwenburg.

kassel. Am vergangenen Samstag kam die nordhessische Laufgemeinde mal wieder gehörig ins Schnaufen. Die 26. Auflage des Herkules-Berglaufes stand auf dem Programm. Das waren 6,2 Kilometer verteilt auf 370 Höhenmeter. Hier kommt der Überblick. Am Start

An der Kasseler Reformschule ist an diesem Samstag etwas weniger los als bei den vergangenen Rennen. Der Grund sind die hessischen Berglaufmeisterschaften, die in diesem Jahr einen Tag später in Apterode am Meißner stattfinden. Veranstalter Winfried Aufenanger stört das nicht besonders: „Der Herkuleslauf ist ein Kleinod. Mehr als 200 Läufer wollen wir gar nicht unbedingt haben, damit auf der tollen Strecke durch den Bergpark keiner dem anderen auf die Füße tritt“, sagt Aufenanger. Dieses Mal werden es beim Startschuss so um die 140 Läufer und Läuferinnen sein, die sich auf den Weg zum Herkules machen. Auf der Strecke

Dort sorgen zahlreiche Freiwillige vom veranstaltenden PSV Grün-Weiß Kassel für einen geordneten Ablauf: Jeanette Meuser behält die Autos auf dem kurzen Stück auf der Wilhelmshöher Allee in Schach, die 18-jährige Nina Engelhard fährt mit dem Fahrrad am Schluss des Feldes mit hoch zum Herkules und der eine oder andere Streckenposten bewahrt die Läufer vor dem Abbiegen an der falschen Stelle. Die haben daher auch weniger mit der Orientierung im Bergpark als mit der Steigung zu kämpfen. Und mit dem Regen, denn unmittelbar nach dem Startschuss hat der Himmel erst einmal die Schleusen geöffnet und für eine unfreiwillige Erfrischung gesorgt. Thomas Thyssen scheint das nicht zu stören. Bereits auf halber Strecke hat der PSV-Läufer einen Vorsprung von mehr als einer Minute vor dem Zweitplatzierten. Im Ziel

Dort ist es fast fünf Grad kälter als am Start in der Schulstraße. Die durchnässten Läufer stört das nicht besonders. Vor allem nicht den Sieger: „Beim fünften Mal hat es endlich mit dem Sieg geklappt“, freut sich Thomas Thyssen über seinen deutlichen Sieg in 24:51,1 Minuten. Der 30-jährige Wirtschaftswissenschaftler hat seinen Vorsprung auf mehr als zwei Minuten ausgebaut, und auch Elsa Kuma Zewde kommt nach 31:53,0 Minuten mit einer knappen Minute Vorsprung als Erste ins Ziel. „Ich freue mich jetzt auf die Spaghettis heute Nachmittag zu Hause“, sagt die 25-jährige PSV-Läuferin.

Nach den beiden Siegern geht es noch Schlag auf Schlag. Nach einer knappen Stunde sind die Letzten im Ziel. Der 85-jährige Werner Dittmar vom PSV nimmt sie im Ziel in Empfang und zwei Worte hört man am Kasseler Wahrzeichen in diesen Minuten am häufigsten: „Herzlichen Glückwunsch!“

Von Martin Scholz

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