Vor Ort bei Lauftrainer Herbert Steffny – über risikofreudige Kenianer und Politiker

Auch Joschka Fischer hatte Zeit

Vortrag in der Stadthalle: Baunatals Vorsitzender Timo Gerhold (links) begrüßte Läufer-Ass Herbert Steffny. Foto:  Schachtschneider

Baunatal. Seine 61 Jahre sieht man Herbert Steffny, dreimaliger Sieger des Frankfurt Marathons, Gewinner des München Marathons und Dritten des New York Marathons nicht an. Dafür kennt das ehemalige Langstrecken-Ass eine einfache Begründung: „Laufen hält bis ins Alter fit und jung.“ In der Baunataler Stadthalle gastierte der heutige Lauftrainer, Autor und Biologe vor rund 200 Besuchern mit seinem Vortrag „Laufend in Form“. Neben spezifischen Trainingsplänen und wissenschaftlichen Trainingsanalysen gab er viele Tipps und Einblicke rund um den Laufsport. Herbert Steffny über...

... Geduld: Ausdauer kommt nicht von heute auf morgen, sondern ist ein kontinuierlicher Prozess, der sich über Monate und Jahre erstrecke, bis der Körper die nötigen Anpassungsvorgänge abgeschlossen habe. „Ausdauer hängt mit mentaler Stärke und kontinuierlichem Fleiß zusammen“, so Steffny. Ein Langstreckenläufer müsse sich also in Geduld üben.

... Training: Steffny hat ein Motto: Sich weniger von aktueller Technik ablenken zu lassen und stattdessen mehr auf den eigenen Körper hören. Ein gutes Training zeichne sich nicht durch hohe Intensitäten aus. „Die meisten Läufer trainieren zu hart.“ Daher sein Ratschlag: „Lieber lockerer, aber öfter trainieren.“ Bei einem Marathon-Training sei es ratsam, sich trotz Unwegsamkeiten wie schlechtem Wetter oder monotonen Strecken zu fordern: „Schwierigkeiten sind keine Ausreden, sondern können stärken.“

... Kenia: Steffnys Faszination für das Heimatland des derzeitigen Marathon-Weltrekord-Halters Dennis Kipruto Kimetto rührt aus seinen seit den 1980er Jahren regelmäßig unternommenen Trainings-Aufenthalten in Kenia her. „Der Alltag ist durch Bewegung bestimmt“, konnte Steffny beobachten. Hinzu komme, dass Kenianer risikofreudiger als Europäer seien: „Für Kenianer ist es selbstverständlich, dass sie erst dann von Sponsoren unterstützt werden, wenn sie erfolgreich sind.“

... Joschka Fischer: Steffnys prominentester Schützling in seiner Trainerlaufbahn war der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer. „An seinem Beispiel sieht man, dass man immer Zeit fürs Laufen findet, selbst, wenn man den straffen Tagesplan eines Bundesministers stemmen muss“, so Steffny. Für Steffny war der Hamburg-Marathon an der Seite des Grünen-Fraktionsvorsitzenden ein Medienspektakel: „Zig Reporter haben jeden Schritt von uns begleitet.“

Von Tobias Kisling

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