Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften: Merlene Ottey als Star im Auestadion

Sie begeisterte die Massen: Merlene Ottey, die erst für Jamaika stgartete, dann für Slowenien, war der Zuschauermagnet bei zwei Askina-Sportfesten. Foto: Herzog

Kassel. Am 18. und 19. Juni finden in Kassel die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften statt. Das Auestadion war schon früher Ort von großen Sportfesten.

Merlene Ottey war der unumstrittene Star des ersten Askina-Sportfestes, das der der PSV Grün-Weiß ausrichtete und das vom Bochumer Heinz Hüsselmann organisiert wurde, am 3. Juni 1998 im Kasseler Auestadion. Der Sprint-Diva aus Jamaika, die seit 2002 für Slowenien startete, merkte man damals ihre 38 Jahre nicht an. An ihrem Sieg über 100 Meter in 11,19 Sekunden gab es keinen Zweifel, anstrengender war für Ottey damals bestimmt das Erfüllen der vielen Autogrammwünsche.

8000 Zuschauer wollten 1998 die Top-Stars der Leichtathletik sehen. Und die boten Top-Leistungen. Diskuswerfer Lars Riedel, damals schon vierfacher Weltmeister, gewann mit 63,98 Metern und Speerwerfer Boris Henry, WM-Dritter von 1995, setzte sich mit 87,92 Metern durch. Die US-Weitspringerin Dawn Burell stellte mit 6,85 Metern einen neuen Stadionrekord auf.

In den folgenden Jahren war das Askina-Meeting, dann organisiert durch Hüsselmann und den Leichtathletikkreis Kassel, eine feste Größe im Kasseler Auestadion.

Da gab es packende Duelle der Stabhochspringer ebenso wie die der Diskuswerfer. Merlene Ottey war im Juni 1999 wieder dabei, zwei Monate später wurde sie wegen Dopings zwei Jahre gesperrt. Die Hürdensprinter Arnier Garcia aus Kuba oder Colin Jackson aus Großbritannien, Weitsprung-Weltmeister Ivan Pedroso (Kuba) waren ebenso zu Gast wie Hammerwerfer Karsten Kobs, Diskuswerferin Franka Dietzsch, Stabhochspringer Tim Lobinger oder die aus Nordhessen stammende Hochspringerin Ariane Friedrich.

2002 sprang Yvonne Buschbaum mit 4,64 Metern neuen deutschen Rekord im Stabhochsprung und gewann vor Monika Pyrek (Polen) und der Rotenburgerin Annika Becker (4,50 m). Becker (heute Lang) gewann ein Jahr später bei der WM in Paris die Silbermedaille.

In den Jahren 2009 und 2010 musste das Askina-Meeting wegen der Renovierungs-und Umbau-Arbeiten im Auestadion ins Baunataler Parkstadion umziehen und hieß dort „Weltklasse in Baunatal“.

Im Oktober 2010 gab es dann einigen Wirbel um das Sportfest, der Hessische Leichtathletik-Verband (HLV) hatte Heinz Hüsselmann die Zusammenarbeit aufgekündigt, da es zu Verzögerungen bei Honorarzahlungen an Athleten gekommen war.

Doch im Juni 2011 steigt das Askina-Meeting wieder im komplett renovierten Kasseler Auestadion. Quasi als Generalsprobe für die deutschen Meisterschaften im Juli des gleichen Jahres. Die hatte die Stadt Kassel für 2010 wegen der nicht beendeten Umbau-Arbeiten zurückgegeben. Martina Strutz gewann da am 8. Juni den Stabhochsprung, Betty Heidler das Hammerwerfen, David Storl das Kugelstoßen und der Brite Jack Green die 400-m-Hürden.

Das endgültige Aus kam aber dann 2012. Der DLV erteilte keine Genehmigung mehr, die Stadt Kassel hatte ebenfalls die Zusammenarbeit mit Hüsselmann und seiner Agentur aufgekündigt, Ende und aus.

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