Deutsche Marathon-Meisterschaft: PSV Grün-Weiß holt fünf Medaillen

Starter des PSV Grün-Weiß Kassel vor dem Start des Frankfurt Marathons.

Frankfurt. Sechs Medaillenränge erkämpften die nordhessischen Langläufer bei der in den BWM Frankfurt Marathon eingebetteten Deutschen Meisterschaft über die klassische Distanz.

Fünf Plaketten davon gingen an den PSV Grün-Weiß Kassel. 16 Athleten blieben unter drei Stunden. Doch das Fehlen der grün-weißen Spitzenläufer Dawit Kabede und Simret Restle-Apel verhinderte den ganz großen Wurf in den Team-Wertungen.

Als Fünfter der Einzel-Wertung in 2:19:43 Stunden erzielte Ybekal Daniel Berye das beste Resultat der Männer und gewann damit die ebenfalls ausgeschriebene Landes-Meisterschaft. Dennoch verfehlte der 27 Jahre alte Äthiopier seine Jahres-Bestzeit von Berlin um drei Minuten. Dagegen schlugen sich Thomas Schönemann als Vierter der M 35 in 2:30:44 und Johannes Wennmacher als Elfter der M 30 in 2:35:39 gut und belegten in der Mannschafts-Wertung mit Ybekal Daniel Berye unter 106 Teams in 7:26:06 Stunden den vierten Rang.

Fünfter Platz: Ybekal Daniel Berye.

Im Vorjahr noch mit 2:55:59 notiert, steigerte sich Christoph Günther auf 2:39:27 Stunden und verbesserte mit Schönemann sowie mit Nikolaj Dorka (2:48:31) als Zweiter in der Mannschafts-Wertung der M 35 den nordhessischen Rekord in dieser Altersklasse auf 7:58:23 Stunden. Vier Sekunden hinter Günther erkämpfte Marcus Mattner (LG Eder) in 2:39:22 Bronze in der M 45. Ebenfalls Bronze schaffte Daniel Ghebreselasie in 2:44:18 Stunden in der M 55 und legte mit dieser Zeit den Grundstein zum Sieg in der Team-Wertung der M 55 mit weiterhin Thomas Reidick (2:57:51) und Peter Göring (3:23:34). Damit verbesserte das grün-weiße Trio den 14 Jahre alten nordhessischen Rekord auf 9:05:43 Stunden.

Erst im Vorjahr gab Anna Reuter ihr Debüt über die Distanz von 42,195 Kilometer und blieb als 21. der Frauen in 2:57:20 erstmals unter drei Stunden. Durch die starken Leistungen der W 45-Läuferinnen Dina Gerstenacker (6. in 3:02:29) und Jutta Siefert (11. in 3:08:44) steigerten die Polizei-Sportlerinnen als Fünfte in der Team-Wertung der Frauen den nordhessischen Rekord auf 9:08:33 Stunden.

Die Zeiten von Gerstenacker und Siefert waren die Basis zum Silberrang mit weiterhin Irina Resch (3:20:06) im Team der W 40/W 45. Als Dritte der W 50 in 3:19:04 Stunden rundet Ursula Henning den grün-weißen Medaillenreigen ab. (zct)

Im Fokus: Simret Restle-Apel

Eigentlich wollte sie beim Frankfurt-Marathon am Sonntag an den Start gehen. Wollte als Siegerin des Kassel-Marathons auch bei der Deutschen Meisterschaft, die im Zuge der Veranstaltung ausgetragen wurde, um eine Top-Platzierung mitlaufen. Doch dann kam alles anders. Kurzfristig zog Simret Restle-Apel vom PSV Grün-Weiß Kassel in letzter Minute zurück.

Auf ihrer Homepage begründet die 31-Jährige das so: "Vor nunmehr einer Woche erreicht mich die Nachricht, dass ich wegen meiner Vergangenheit (...) bei Herrn Schindler - dem Veranstalter des Frankfurt-Marathon - unerwünscht bin. Für mich ist trotz meiner Vergangenheit, die ich zutiefst bereue, sehr darunter gelitten habe und immer noch leide (...) dieser Umgang mit mir absolut inakzeptabel."

Mit ihrer Vergangenheit spielt sie auf ihre Dopingsperre an. Sie war der Einnahme von Epo überführt worden und im Mai 2012 für zwei Jahre von allen Wettbewerben ausgeschlossen worden. Die Veranstalter des Frankfurt-Marathons verzichteten aus diesem Grund auf eine offizielle Einladung, hätten einen Start aber geduldet, da der PSV sie zur Deutschen Meisterschaft gemeldet hatte.

Renndirektor Jo Schindler erklärte gegenüber dem Hessischen Rundfunk: "Der Frankfurt-Marathon fährt seit mehr als zehn Jahren eine konsequente Anti-Doping-Politik. Ein Element dieser Anti-Doping-Maßnahmen heißt, dass wir keine Athleten einladen, die mal gedopt haben, auch wenn die Sperre abgelaufen ist. Wir haben Simret Restle-Apel nicht eingeladen. Sie ist im Rahmen der Deutschen Meisterschaften jedoch von ihrem Verein gemeldet worden. Und im Rahmen der DM wollen und können wir ihr den Start nicht verweigern." Das Vorgehen sei mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband abgestimmt gewesen. (mis)

Ergebnisse: Deutsche Marathon-Meisterschaft in Frankfurt

Vereinsabkürzungen: PSV = PSV Grün-Weiß Kassel, SVD = SV Dodenhausen, LGV = LG Vellmar).

Männer (bis 3:10 Stunden):

Ybekal Daniel Berye (PSV) 2:19:43 Stunden (5. Gesamt),
Schönemann (PSV) 2:30:44 (4. M 35),
Wennmacher (PSV) 2:35:39 (11. M 30),
Günther (PSV) 2:39:18 (12. M 35),
Mattner (LG Eder) 2:39:22 (3. M 45),
Schraub (Rosenthal/BG Marburg) 2:42:09 (5. M 40),
Ghebreselasie (PSV) 2:44:18 (3. M 55),
Asare (PSV) 2:44:27 (8. M 40),
Dorka (PSV) 2:48:21 (24. M 35),
Jordan (TSG Fürstenhagen) 2:49:06,
Schwarz (SVD) 2:49:54,
Vackiner (SVD) 2:50:08,
Reidick (PSV) 2:57:51,
Lindner (LAG Wesertal) 2:57:42,
Nähler (PSV) 2:58:50,
Michael Leck (LT Wolfhagen) 2:59:35,
Stiebig (SVD) 3:00:23,
Austin-Kerl (PSV) 3:02:28,
Plath (PSV) 3:05:31,
Thomas Gerstenacker (PSV) 3:07:17,
Kotte (SVD) 3:07:46,
Mehring (SVD) 3:08:38.

Frauen (bis 4 Stunden):

Reuter (PSV) 2:57:20 (21. Gesamt),
Dina Gerstenacker (PSV) 3:02:29 (6. W 45),
Siefert (PSV) 3:08:44 (11. W 45),
Henning (PSV) 3:19:04 (3. W 50),
Resch (PSV) 3:20:06,
Kerstin Schwab (PSV) 3:24:04,
Wege (SVD) 3:38:00,
Sokoll (PSV) 3:39:26,
Alpermann (LG Kaufungen) 3:43:21,
Fietkau (LGV) 3:48:05,
Kurzhals (LGV) 3:50:38,
Barbara Lang (PSV) 3:53:35,
Hildmann (TV Hessisch Lichtenau) 3:56:02.

Mannschaften

Männer:

4. PSV I (Daniel Berye - Schönemann - Wennmacher) 7:26:06.

M 35:

2. PSV (Schönemann - Günther - Dorka) 7:58:23 (NHR),
7. SV Dodenhausen (Schwarz - Stiebig - Bornmann) 9:22:31.

M 40:

7. PSV I (Asare - Nähler - Austin-Kerl) 8:45:45,
11. PSV II (Plath - Gerstenacker - Tuncdan) 9:24:45.

M 55:

1. PSV (Ghebreselasie - Reidick - Göring) 9:05:43 (NHR),
3. SV Dodenhausen (Kotte - Mehring - Kirschner) 9:34:55.

Frauen:

5. PSV I (Reuter - Gerstenacker - Siefert) 9:08:33 (NHR),
12. PSV II (Henning - Resch - Schwab) 10:03:14.

W 40:

2. PSV (Gerstenacker - Siefert - Resch) 9:31:19 (NHR).

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