Drei Nordhessen starten bei Leichtathletik-EM

Kassel. Für die Leichtathleten ist es der Höhepunkt der Hallensaison: die Europameisterschaft in Prag. Unter 39 deutschen Startern an diesem Wochenende sind auch drei Nordhessen: Florian Orth, Xenia Achkinadze und Carolin Schäfer. Ein Überblick:

Der Geheimtipp - Florian Orth:

Diese Europameisterschaft ist die dritte Hallen-EM in Folge für Florian Orth. Weil der Läufer aus Treysa bei den vergangenen Titelkämpfen jeweils über 1500 Meter im Vorlauf ausgeschieden war, steht das Motto für Prag fest. „Aller guten Dinge sind drei“, sagt der 25-Jährige. Dieses Mal startet der Mann von der LG Regensburg über 3000 m, und er will unbedingt den heutigen Vorlauf überleben. Im Finale am Samstag sei dann alles möglich.

Obwohl der Zahnmedizinstudent nicht über mögliche Platzierungen reden möchte, lässt sich trotzdem sagen: Orth ist ein Geheimtipp in Prag. „Ich bin sehr gut drauf. Vieles wird von der Tagesform abhängen“, prophezeit er. Taktisch will sich Orth abwartend verhalten. „Im Rennen will ich erst mal keine Initiative ergreifen.“

Eigentlich hätte der Leichtathlet seit gestern an einer Examensprüfung teilnehmen müssen. Für die EM hat er den Termin auf Juli verschieben können. Jetzt hat Orth erst mal eine Prüfung auf der Tartanbahn.

Die Überraschung - Xenia Achkinadze:

Lange Zeit war es ruhig geworden um Weitspringerin Xenia Achkinadze (26). Mit 6,55 Meter hat sie sich bei der Deutschen Meisterschaft vor zwei Wochen zurückgemeldet. Die Athletin, deren Eltern in Ziegenhain leben, ist nun zum ersten Mal im Seniorenbereich bei einer großen internationalen Meisterschaft dabei. „Ich freue mich riesig“, sagt die Springerin vom Wiesbadener LV. Eine Überraschung ist die Qualifikation allemal.

Für ihre gute Form hat die Polizeikommissarin eine einfache Erklärung. „Der Trainerwechsel hat sich ausgezahlt.“ Seit vergangenem August arbeitet die Frau mit russischen Wurzeln mit Peter Rouhi zusammen. In Prag will Achkinadze zuallererst Spaß haben und dann „gucken, was herauskommt“, sagt sie und hofft dabei, das Finale am Samstag zu erreichen. Vor allem will sie in Prag die Weite von der Deutschen Meisterschaft bestätigen.

Die Tapfere - Carolin Schäfer:

Es ist mehr als tapfer, was Carolin Schäfer macht. Die 23-Jährige vom TV Friedrichstein startet in Prag trotz des tragischen Verlustes ihres Lebensgefährten Dennis Hefter. Der Volleyball-Profi war am vorletzten Montag an einem Bahnübergang tödlich verunglückt. Er hätte die Teilnahme gewollt, wurde Schäfer vom Sport-Informationsdienst zitiert. Ansonsten stand die Mehrkämpferin verständlicherweise für Interviews und Gespräche nicht zur Verfügung. Bei der DM startete sie im Hochsprung und über 60 Meter Hürden, bei der EM steht nun wieder Mehrkampf auf dem Programm - Fünfkampf, um genau zu sein: 60 Meter Hürden, Hochsprung, Kugelstoßen, Weitsprung und 800 Meter.

Von Robin Lipke

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