Athletin meldet sich bei nordhessischer Meisterschaft zurück

Dreispringerin Ekaterina Menne: Auch als Mama erfolgreich

Eine Sportlerin und ihr größter Fan: Ekaterina Menne mit Tochter Mia während der nordhessischen Leichtathletik-Meisterschaften im Kasseler Auestadion. Foto: Fischer

Kassel. Ihr größter Fan kann noch nicht laufen, geschweige denn springen. Doch ein Lächeln ihrer acht Monate alten Tochter Mia reicht, um Ekaterina Menne anzuspornen.

Die 27-Jährige aus Wellerode ist nicht nur Mama aus Leidenschaft, sondern auch Dreispringerin. Genauer gesagt: Wieder. 2009 war sie deutsche Vizemeisterin, stand im Finale der U23-Europameisterschaft, stellte ihre persönliche Bestleistung von 13,86 Meter auf. Es folgten Studium, Verletzung, Babypause.

Nun ist die Athletin des GSV Eintracht Baunatal zurück. Bei der nordhessischen Meisterschaft im Kasseler Auestadion am Wochenende absolvierte sie ihren ersten Wettkampf nach Mias Geburt, gewann prompt und das auch noch mit nordhessischem Rekord von 12,43 Meter. „Früher habe ich gesagt: Sport ist mein Leben. Heute sage ich: Mia ist mein Leben und Sport ist mein Hobby. Die Verbissenheit ist weg. Ich bin gelassener geworden und gespannt, wie weit mich dieses neue Gefühl trägt“, sagt sie und lacht.

In den vergangenen Jahren hat sich viel getan. Sie studierte Sport und Arbeitslehre auf Lehramt. Der Sport rückte in die zweite Reihe. Im März vergangenen Jahres erfuhr sie von der Schwangerschaft. „Das war eine Riesenüberraschung. Ich war überwältigt.“ Sie war schon scheinfrei, konnte sich dank der Unterstützung ihres Lebensgefährten und ihrer Eltern Silke und Holger auf die Abschlussprüfungen vorbereiten. Am 24. September kam Mia zur Welt. „Im Januar habe ich beschlossen, ich will wieder Wettkämpfe machen. Der Sport hat mich gerufen“, erklärt sie, sagt aber auch: „Es war schwer, wieder ins Training einzusteigen. Nach der Schwangerschaft war ich körperlich instabiler, gerade der Beckenbereich, der für eine Dreispringerin so wichtig ist, war geschwächt. Allerdings bin ich mental viel stärker geworden. Es fällt mir jetzt einfacher, den Ernährungsplan einzuhalten.“

Ihr Staatsexamen hat sie im Frühjahr mit der Note sehr gut abgeschlossen. Das Referendariat, für das sie noch eine Stelle sucht, beginnt erst am 1. November. Es bleibt im Moment viel Zeit für Mia und für Sport. Die 20 Kilogramm, die Menne während der Schwangerschaft zugenommen hat, sind längst wieder runter. „Morgens bin ich Mama, nachmittags trainiere ich. Entweder schiebt mein Vater, der mich trainiert, dann den Kinderwagen durchs Parkstadion oder meine Mutter passt auf. Wir sind erfinderischer geworden. Wir trainieren Hürdenspringen in der Garageneinfahrt, und in meinem alten Kinderzimmer steht ein Kniebeugenständer.“

Die überragende Form von einst kehrt so langsam zurück. Die Schnelligkeit sei wieder da, aber an der Kraft hapere es noch. „Klar, dass ich nicht direkt wieder über 13 Meter springe. Aber im Dreisprung sind Fortschritte von 30, 40, 50 Zentimetern relativ schnell möglich“, sagt sie.

Die nächsten Wettkämpfe sind schon geplant: Ende Juni steht die Hessenmeisterschaft, Anfang Juli die Süddeutsche Meisterschaft auf dem Programm. Die Norm für die Deutsche Meisterschaft Ende Juli liegt bei 12,80. „Das ist mein Ziel“, sagt Menne. Und klar ist auch: Tochter Mia ist dabei.

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