Leichtathletik

Dreisprung-Meisterin Neele Eckhardt: „Olympia-Norm soll im Mai fällig sein“

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Gute Laune nach dem Titel: Dreisprung-Siegerin Neele Eckhardt ( Mitte) und Kristin Gierisch (rechts) beim Sportschau-Interview mit Christiane Schwalm. 

Zum vierten Mal hat Dreispringerin Neele Eckhardt von der LG Göttingen in dieser Hallensaison einen Wettkampf mit einem Sprung über 14 Meter beendet. Mit den Gewinn ihres zweiten Hallen-DM-Titel in Leipzig krönte die 27-Jährige ihre bislang beste Hallensaison ihrer Karriere. Im Interview erklärt die Jura-Studentin, welchen Druck ihr die Olympia-Norm macht.

Ein sehr schwieriger Wettkampf in Leipzig bei der Deutschen Hallenmeisterschaft?

Ja, total. Die ersten drei Versuche von mir kann man eigentlich streichen. Bei zwei Hallen-Wettkämpfen zuletzt bin ich die beste Weite im ersten Versuch gesprungen. Das war in Leipzig definitiv nicht so. Ich musste mich für den vierten Versuch quasi auf Neustart setzen, um noch in den Wettkampf zu kommen. Ich bin froh, dass das dann noch so gut geklappt hat.

War der erste Versuch, bei dem Sie bei 13,59 Metern gelandet sind, ein Sicherheitssprung?

Nein, noch nicht mal. Der erste Sprung war einfach nur schlecht. Das war keine Weite, die ich im ersten Versuch stehen haben möchte.

Sie haben auch schon das Attribut „mühsam“ benutzt. Warum sind Sie schwer in den Wettkampf reingekommen?

Die ersten drei Versuche waren technisch sehr schlecht. Das habe ich nicht so schnell in den Griff bekommen.

Stimmten die Distanzen zum Brett nicht?

Das Laufen war sogar noch okay. Ich glaube, die Sprungaufteilung war nicht gut. Technisch gesehen war der Hop zu hoch. Dann fehlte am Ende die Geschwindigkeit bei den Sprüngen.

Welche Tipps hat Ihnen ihr Trainer Frank Reinhardt zwischen den Sprüngen gegeben?

Er hat mir gesagt, was ich verändern muss. Das war hauptsächlich der Hop. Ich sollte die Sprünge besser austragen. Ich habe eine sehr hohe Geschwindigkeit. Die musste ich besser in Weite umsetzen, durfte nicht zu flüchtig springen. Die Umsetzung war aber gar nicht so einfach.

Fehlte die Lockerheit, weil es ein Wettkampf war, den Sie eigentlich nur verlieren können? Titelverteidigerin Kristin Gierisch führte nach langer Verletzungspause bereits nach ihrem ersten Sprung.

Nein, die 14,03 Meter von Kiri haben mich nicht geschockt. Ein bisschen Druck hat mir eher die Olympia-Norm gemacht. Wenn man weiß, dass man die in den Beinen stecken hat, dann möchte man das auch zeigen. Die Olympia-Norm in Leipzig gesprungen zu haben, wäre sehr schön gewesen, weil das auch die Vorbereitung auf die Sommersaison verändert hätte. Ich hätte dann Gewissheit gehabt.

Vor dem letzten, sechsten Versuch stand bereits fest, dass Sie den Hallen-Titel zum zweiten Mal sicher haben. Haben Sie da nochmal versucht, alles für die Olympia-Norm rauszuhauen?

Ich habe in jedem Versuch probiert, die Olympia-Norm zu springen – auch im letzten.

Unter dem Strich einer teilweise zufriedenstellende DM?

Ja, für mich endet die Meisterschaft mit einem lachendem und einem weinenden Auge.

Wie bewerten Sie den Wettkampf von Vereinskollegin Kira Wittmann.

Platz sechs ist eigentlich gar nicht so schlecht. Aber sie hat die 13 Meter nicht geschafft. Sie kann weiter als 12,94 Meter springen. Für Kira war es ein eher durchwachsener Wettkampf.

Wie geht es jetzt für Sie weiter auf dem Weg nach Tokio?

Die Hallensaison ist jetzt für mich beendet. Wir machen demnächst drei Trainingslager, sodass ich im Mai dann hoffentlich gut vorbereitet in die Sommersaison starten kann. Und dann sollte schnellstmöglich die Olympia-Norm fällig sein. Ich will sie schnell abhaken. Ansonsten bleibt ja immer noch das Hintertürchen über die Weltbestenliste, wo es gerade ganz gut aussieht. Aber darauf verlasse ich mich natürlich nicht.  srx

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