WM-Dritte ausgebremst

Dutkiewicz ist verletzt und muss abwarten - Schäfer taucht ab

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Tief durchatmen: Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz muss erst einmal ihre Oberschenkel-Verletzung verdauen.

Kassel. Das ist bitter: Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz aus Baunatal hat sich verletzt. Das Saisonziel, die EM in Berlin, hat die WM-Dritte aber noch nicht abgehakt.

Eigentlich hatte Pamela Dutkiewicz einen Plan. Nach einer langen Vorbereitung mit zwei Trainingslagern wollte die Hürdensprinterin aus Baunatal in die Freiluft-Saison starten. Mehrere Wettkämpfe bestreiten. Sicherheit gewinnen. EM-Qualifikation schaffen, um dann beim Saisonhöhepunkt, der Europameisterschaft in Berlin Anfang August, einen ähnlichen Coup zu landen wie der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr. Aber: „Manchmal läuft eben alles anders“, sagt die WM-Dritte von London.

Was die 26 Jahre alte Leichtathletin konkret meint: Mitte Mai während des Trainingslagers auf Teneriffa zog es bei der letzten Einheit ordentlich in den Muskel hinein. Dutkiewicz verletzte sich im vorderen linken Oberschenkel, ein strukturelles Problem. Statt auf der Tartanbahn über die Hürden zu fliegen, „verbringe ich gerade verdammt viel Zeit beim Physiotherapeuten und beim Arzt“, sagt sie.

Mit Blick auf die Heim-EM in der Hauptstadt muss Dutkiewicz abwarten. Darauf, dass ihr Oberschenkel wieder voll einsatzfähig ist. An explosive Übungen sei aktuell nicht zu denken. Kraft- und angepasstes Training ginge, um die Muskulatur bei Laune zu halten, sagt sie. Und wie steht’s mit der eigenen Laune? „Es wäre gelogen, wenn ich sage, dass ich den vergangenen Tagen immer super drauf war“, sagt Dutkiewicz. Mittlerweile habe sie sich wieder gefangen, aber kurz nach der Diagnose „war ich schon frustriert“.

Vor allem deshalb, weil das Jahr vielversprechend begann. Gute Hallensaison, gutes Trainingslager in Südafrika im April und auf Teneriffa im Mai – es lief bei Dutkiewicz. Doch dann der Schock. Leistungssport sei halt ein schmaler Grat, sagt sie: „Gerade vor einer EM gibst du alles. Das macht den Körper aber anfällig.“ Trotzdem sei sie immer noch guter Dinge. Aufgeben gilt nicht. Der Erfolg von London hat zusätzliche Kräfte freigesetzt und das Selbstbewusstsein gestärkt. Die gestiegenen Erwartungen empfindet sie als positiven Druck.

Und die gewachsene Aufmerksamkeit? „Da hat sich wirklich alles um 100 Prozent geändert. Aber so soll es sein. Für mehr Öffentlichkeit kämpfen wir Athleten.“ Nun kämpft Dutkiewicz für ihre Gesundheit. Spätestens am 21. Juli bei der Deutschen Meisterschaft in Nürnberg will sie die EM-Norm laufen. Aber sie mache sich keinen Druck. Das Wichtigste sei, dass der Oberschenkel heilt. „Jeden Tag gibt es Fortschritte“, sagt sie und blickt optimistisch auf den weiteren Verlauf der Saison.

Konzentration aufs Training: Carolin Schäfer.

Einen Dämpfer anderer Natur hat die zweite nordhessische Medaillenhoffnung hinnehmen müssen. Für Carolin Schäfer war der Siebenkampf in Götzis bereits am ersten Tag nach drei Fehlversuchen im Kugelstoßen beendet. Die Bad Wildungerin lässt über ihr Management mitteilen, dass sie sich erst einmal zurückzieht, um sich aufs Training zu konzentrieren. Am 16. und 17. Juni will die WM-Zweite in Ratingen die letzte Chance für die EM-Qualifikation nutzen. Wie Dutkiewicz muss sich auch Schäfer etwas in Geduld üben.

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