Leichtathletik: Landestrainer Frank Reinhardt ist beim London-Start der Dreispringerin nicht dabei

Eckhardt: WM ohne Heimtrainer

Eingespieltes Gespann: Die Göttinger Dreisprung-Vizemeisterin Neele Eckhardt (links) mit ihrem Trainer Frank Reinhardt am vergangenen Samstag beim LG-Sportfest im Jahnstadion. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Ohne ihren Trainer bestreitet Neele Eckhardt (25) den Dreisprung-Wettbewerb bei der Leichtathletik- Weltmeisterschaft vom 5. bis 13. August in London. Erstens weil Frank Reinhardt als hauptamtlicher Trainer des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes (NLV) für die Sprungwettbewerbe pflichtgemäß bei den deutschen Jugend-Meisterschaften am übernächsten Wochenende in Ulm zu sein hat und zweitens auch, weil der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die Reisen zu solchen herausragenden Events nur für Bundestrainer und nicht für Landestrainer bezahlt.

Friedek kümmert sich

So wird sich in London Dreisprung-Bundestrainer Charles Friedek (45) um Neele Eckhardt (derzeit Elfte der Weltrangliste) und ihre deutsche Konkurrentin Kristin Gierisch aus Chemnitz kümmern. Der aus Gießen stammende Friedek ist allerdings ein Mann mit großartigen Referenzen. 1999 wurde er Weltmeister im Dreisprung mit 17,59 Metern.

Dennoch schwingt bei Frank Reinhardt zwischen den Zeilen ein schales Gefühl mit. „Dass die Landestrainer bei solchen Ereignissen nicht dabei sind, ist so üblich“, sagt er leicht säuerlich. „Wenn es sich um Medaillenkandidaten handelt, sind Landestrainer mittelmäßig gern gesehen. Es gibt ja Bundestrainer...“

Dabei leisten die Landestrainer die „Zuliefer-Arbeit“. Reinhardt weiter: „Ich käme Neele im Stadion in London aber auch gar nicht in ihre Nähe.“ Ein ähnlicher Fall sei ihm schon mit dem Acht-Meter-Weitspringer Christoph Stolz passiert. Aber Eckhardts Trainer will auch keinen falschen Zungenschlag aufkommen lassen: „Bei Charles Friedek ist sie in bewährten und guten Händen.“

Wenn die LGerin am WM-Eröffnungstag (3. August) die Qualifikation bestreitet, ist Reinhardt pflichtgemäß bis Sonntagabend in Ulm. Und für den eventuellen Endkampf am Montagabend (5. August) vormittags extra nach London zu fliegen, bringe es dann auch nicht.

Zumindest bei der WM-Abschlussvorbereitung in Kienbaum ist Frank Reinhardt aber dabei. Vom kommenden Donnerstag bis nächsten Dienstag betreut er Eckhardt in der östlich von Berlin gelegenen Sportschule.

Auch die begleitende Reise zur Universiade Ende August in Taipeh (Taiwan) ist für Reinhardt kein Thema. Als Mitglied im Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband bestreitet Neele Eckhardt im Fernen Osten einen weiteren Wettkampf „mit sehr hohem Niveau“, so der Landestrainer.

Gelungene Veranstaltung

„Sehr angetan“ und „richtig toll“ fand Reinhardt das am vergangenen Samstag erstmals ausgetragene neue LG-Sportfest im Jahnstadion. „Eine gelungene Veranstaltung“, zu der er im April die Idee hatte. Reinhardt: „Vielleicht ist das die Zukunft der Leichtathletik: Ein komprimiertes Programm ohne Leerlauf.“ Prämien für Athleten wurden bisher nicht ausgelobt, so Reinhardt, dazu müsste man für die Zukunft Sponsoren finden, was wiederum sehr schwer sei. (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

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