Ein Comeback und eine Qualifikation

Eckhardt und Onnen einzige Top-Athleten bei Niedersächsischen Meisterschaften

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Da spritzt der Sand! Neele Eckhardt bei ihrem Siegessprung im Göttinger Jahnstadion. 13,70 Meter waren nach der langen Ausfallz eit ein guter Einstand in die Saison. 

Sehr zwiespältig verliefen die niedersächsischen Leichtathletik-Meisterschaften im Göttinger Jahnstadion. Die Organisation war top, Top-Athleten Mangelware.

Natürlich – sie waren die Aushängeschilder der niedersächsischen Leitathletik-Meisterschaften 2019 im Göttinger Jahnstadion: Lokalmatadorin Neele Eckhardt feierte ein gutes Comeback im Dreisprung und kam in ihrem allerersten Sprung unter Wettkampf-Bedingungen auf sehr hoffnungsvolle 13,70 Meter. 

Die EM- und WM-Starterin von der LG Göttingen war der Star des ersten Tages – Hochspringerin Imke Onnen der des Sonntags. Mit 1,94 Meter schaffte die deutsche Hallenmeisterin sogar die Qualifikation für die WM in Katar Ende September. (siehe Extra-Bericht). Die beiden Power-Frauen verliehen den Titelkämpfen mit ihren außergewöhnlichen Top-Leistungen den dringend benötigten Glanz.

Der ging der zweitägigen Veranstaltung sonst aber ab. Dazu konnte der Kreis Göttingen im Niedersächsischen Leichtathletik-Verband als ausrichtende Stelle nun wahrlich nichts. Die gut 80 Helfer und Kampfrichter um Kreis-Chefin Corinna Klaus-Rosenthal taten alles Machbare, zeigten sich routiniert in der Organisation. Daran null Kritik! 

Und auch daran, dass sich die Zuschauerzahlen an beiden Tagen in äußerst überschaubaren Grenzen hielten, können die Macher(innen) vor Ort nichts. Leichtathletik hat halt einen schweren Stand. Mehr als die Verwandten und Bekannten der Athlet(inn)en waren nicht auf den Tribünen des Jahnstadions. „Ja, überwiegend war es so“, meinte Klaus-Rosenthal.

In manchen Disziplinen gab es nur einen Starter

Aber – und das ist sicher der Hauptkritikpunkt: Die niedersächsische Leichtathletik darbt in der Spitze weiter vor sich hin. Eckhardt und Onnen – das waren die positiven Ausreißer in Göttingen. Aber sonst? Wenig bis nichts!

Das mag manchen Nachwuchs-Athleten hart treffen, aber die Top-Sportler ziehen eben die Zuschauer-Laufkundschaft ins Stadion. Nicht wenige weitere niedersächsische Stars und Sternchen glänzten in Göttingen durch Abwesenheit. „Daran müssen wir arbeiten“, räumte der neue NLV-Präsident Uwe Schünemann (Ex-Innenminister) ein. Auch in den kommenden beiden Jahren werden die Titelkämpfe im Jahnstadion ausgetragen.

Wenn im Hammerwerfen und Stabhochsprung der Männer jeweils nur ein Athlet(!) am Start ist, wird der Wettbewerb zur Farce. Ohne Konkurrenz hatten die beiden Sportler schon vorher gewonnen. Schon fast peinlich!

Die Anspannung war hoch, die Erleichterung ist groß

Der schöne Auftritt von Neele Eckhardt schmälert das alles nicht. Die noch bis Anfang August (deutsche Titelkämpfe in Berlin) amtierende Meisterin schockte die überschaubare Konkurrenz gleich mit dem ersten Sprung auf 13,70 Meter, kam im sechsten und letzten noch auf 13,65 Meter. Comeback nach sechs Monaten Krankheitspause gelungen!

„Von mir ist eine unheimliche Last abgefallen, die Anspannung war hoch, die Erleichterung ist groß“, meinte Eckhardt nach ihrem Saisoneinstand. „Ich brauche jetzt Wettkämpfe.“ Zum Beispiel das „Feriensportfest“ der LG Göttingen am 13. Juli – ihr nächstes „Heimspiel“.

Auch Eckhardts Trainer Frank Reinhardt war „sehr zufrieden. Eine hervorragende Weite für den Einstand. Das lässt hoffen.“ Auf weitere gute Leistungen von Göttingens Leichtathletik-Aushängeschild, das sich mit Schokolade selbst belohnte.

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